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Tanz des Aufruhrs LXXVIII

Tanz des Aufruhrs LXXVIII,

wir bauen eine neue Stadt, die soll die allerschönste sein.

Nein, bauen wir nicht. Wir bauen eine neue Welt? Neu muss sie nur werden, wenn die alte schlecht ist. Das Alte verachten wir nicht, das Neue beten wir nicht an.

Wir aber suchen das Menschliche, das in der Natur beheimatet ist.

Wir emanzipieren die Vergangenheit, leben in der Gegenwart. Die Zukunft fürchten und vergöttern wir nicht.

Städte werden keine naturfressenden Moloche mehr sein, Dörfer keine gülleverseuchten Landidiotien.

In den Städten zirkulieren Lüfte, Kinder spielen auf den Straßen. Die Welt ist miteinander verbunden, die Nationen haben sich aufgelöst, Grenzen und Mauern sind verschwunden. Der Mensch ist dem Menschen – unfasslich – ein Freund geworden.

Hinweg mit dieser abscheulichen Idylle:

Denn der Mensch verkümmert im Frieden,
Müßige Ruh‘ ist das Grab des Muths.
Das Gesetz ist der Freund des Schwachen,
Alles will es nur eben machen,
Möchte gerne die Welt verflachen;
Aber der Krieg läßt die Kraft erscheinen, …

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Tanz des Aufruhrs LXXVII

Tanz des Aufruhrs LXXVII,

Unzusammenhängendes, das zusammengehört – oder: Stoffsammlung über Rassismus. 

“Im Bewußtsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen.”

“Die Würde des Menschen ist unantastbar.”

Gott und unantastbare Würde sind aus dem Grundgesetz zu entfernen. Die Wissenschaft hat festgestellt: beide Tatsachen gibt es nicht. 

Der Begriff “zugesprochene Rasse” ist – rassistisch. Wer zuspricht, ist dem überlegen, dem zugesprochen wird.

Wie Menschen sind, entscheiden nicht autoritär-einseitige Zusprechungen, sondern reziproke Erfahrungen und Rückmeldungen, die auf dialogische Verständigung zielen. 

Was Tatsachen sind, darüber entscheidet das Thomas-Theorem: 

“Wenn Menschen Situationen als wirklich empfinden, sind sie in ihren Konsequenzen wirklich.”

Die Naturwissenschaft habe festgestellt, es gebe keine Rassen, also könne es keinen Rassismus geben – ist ein Fehlschluss. Naturwissenschaften können Gesetze und Fakten der Natur erkennen. Was für Menschen bedeutsam wird, entscheiden sie selbst. Sie erklären eigenständig, welche Tatsachen, Fiktionen, Phantasien für ihre Lebensführung wichtig sind. Was sie für wichtig erklären, wird es auch – für sie. 

In der Medizin spricht man von Placebos und Nocebos: das gefällt mir, das missfällt mir. Weshalb Medizin eine gemischte Wissenschaft ist: …

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Tanz des Aufruhrs LXXVI

Tanz des Aufruhrs LXXVI,

steinerne Heroen werden vom Sockel gestürzt, die unsichtbaren müssen folgen.

Unsichtbare Heroen sind Ideen, Beweggründe, Weltentwürfe, amerikanische Träume, deutsche Erlösungen, Religionen.

Die  Bücher werden geöffnet?  Wir müssen unsere Bücher öffnen, um unsere Erdentauglichkeit zu prüfen.

Unendlich viele Menschen dürsten nach Frieden. Wissen sie, wie Frieden aussähe, wenn er da wäre und sie aus dem Fenster schauten? Wenn sie um sich blickten?

Ertragen sie noch ihre Wohnhöhlen? Ihre grauen Dörfer und Städte? Die baumlosen Felder? Die heißer und immer trockener werdende Natur?

Das endlose Geplapper, das nichts ändert? Die Begriffe, die nicht mehr stimmen? Die unbeantworteten Fragen: Wohin? Wozu?

Wann kommen wir an? Wann darf jeder sagen: so wollte ich es? Was hindert uns, zu tun, was wir für richtig halten? Welche Mächte erkühnen sich, uns Befehle zu erteilen? Uns kaltlächelnd mitzuteilen: das wird unausweichlich auf euch zukommen? Uns höhnisch zu fragen: seid ihr überhaupt geeignet für das Kommende? Habt ihr eure Hausaufgaben gemacht? Seid ihr zukunftstauglich? Seid ihr …

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Tanz des Aufruhrs LXXV

Tanz des Aufruhrs LXXV,

1. Juli.

Am 1. Juli will Netanjahu vor der gesamten Weltöffentlichkeit ein Völker- und Menschenrechtsverbrechen exekutieren, palästinensisches Territorium besetzen, ein ganzes Volk zu rechtlosen Landgebern degradieren. Ein militanter Friedensvertrag unterwirft die Palästinenser einem schmachvollen Frieden.

Deutschland gibt seinen Segen, indem es die Landnahme wortlos passieren lässt. Schweigen der deutschen Regierung wird zur Mittäterschaft an einem Verbrechen, das man der demokratischen Moderne nicht mehr zutraute.

An der Spitze der deutschen Regierung eine Kanzlerin, die, des Wortes unfähig, durch Verstummen und Wegschauen den Kollaps der gesamten Nachkriegspolitik entlarvt. Der Kollaps ist das stillschweigende Geständnis, dass Deutschland im Aufarbeiten seiner Schuld versagt hat.

Die Lehren aus dem Holocaust sind eindeutig: Völker- und Menschenrechte müssen eingehalten werden. Strikt und kompromisslos.

Die allgemeine Erklärung der Menschenrechte wurde am 10. Dezember 1948 im Palais de Chaillot in Paris verkündet:

„Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.“

Das gültige Völkerrecht lautet:

„(1) Alle Völker haben das Recht auf Selbstbestimmung. Kraft dieses Rechts entscheiden sie frei über ihren politischen Status und gestalten in Freiheit ihre …

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Tanz des Aufruhrs LXXIV

Tanz des Aufruhrs LXXIV,

Die Deutschen wollen geführt werden, sagt Michael Stürmer.

Sie können sich nicht selbst führen. In 70 Jahren gelang es ihnen nicht, autonom zu werden. Nun fürchten sie, dass sie herrenlos in der Welt umherirren. Amerika will nicht mehr. China, das Land der Mitte, würde liebend gern einspringen und die desorientierten Deutschen einsammeln, damit sie erleichtert stammeln könnten:

Land der Mitte, du kennest und erforschest uns. Du verstehst unsere Gedanken von ferne. Kein Wort auf unserer Zunge, das du nicht hören würdest. Was immer wir tun, du ermissest es, mit all unseren Wegen bist du vertraut. Du hältst uns hinten und vorne umschlossen. Wohin sollen wir gehen vor deiner allwissenden Überwachung?

Amerika will aber nicht, dass seine Schüler abtrünnig werden – auch wenn es selbst nicht führen will.

Kann ein nicht-autonomes Volk eine autonome Politik betreiben?

„Die Führungsmacht Amerika ist innerlich tief zerrissen und ihrer selbst ungewiss, sie will nicht mehr führen. Das Ringen mit dem Reich der Mitte läuft, und zwar – anders als noch vor ein, zwei Jahrzehnten erwartet und wie selbstverständlich angenommen – nicht nach amerikanischen Regeln. Von den europäischen Verbündeten ist …

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Tanz des Aufruhrs LXXIII

Tanz des Aufruhrs LXXIII,

acht Minuten und 46 Sekunden. Solange wurde ein Mensch zu Tode gequält.

Acht Minuten und 46 Sekunden. Solange schwiegen die Trauernden am Sarg des Opfers.

Acht Minuten und 46 Sekunden: im Schweigen begann die Umkehr Amerikas.

America first? Vorbei. Überall auf der Welt lärmten die Straßen von Mitfühlenden und Zornigen, die dem aufwachenden Amerika die Hände reichten. Ex- Präsidenten und Generäle eilten herbei, dem Rasenden die rote Karte zu zeigen, der sich von Soldaten den Weg räumen ließ zur ecclesia triumphans, um der Welt das Zeichen des SIEGS entgegenzustrecken: die biblia apocalypsis.

Im Zeichen des Kreuzes begannen die mittelalterlichen Glaubenskriege gegen die Heiden. Im Zeichen des Kreuzes signalisiert ein Besessener, dass er seinen Kampf gegen die Welt des Antichrists blindwütig fortsetzen will. Antichrist ist alles, was vom Himmel verworfen ist – aber so tut, als sei es der wahre Gott.

Trump muss den Seinen beweisen: nicht er ist der Antichrist, sondern derjenige, der sich jenem entgegenstellen wird. Sind …

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Tanz des Aufruhrs LXXII

Tanz des Aufruhrs LXXII,

der Untergang der Menschheit ist abgesagt. Es geht weiter.

Sollte sich die Erde als unfähig erweisen, dem Menschen ein unendliches, seiner Exzellenz angemessenes Ausbreitungsrevier zur Verfügung zu stellen, wird er eine Sintflut aus Abfall und Verwesung über den Planeten verbreiten – und sich mit seiner Noah-Arche Falcon Heavy aufmachen in die Tiefen des Universums.

Dann wird es heißen: die Erde war des menschlichen Genies nicht würdig. Schließen wir die Akte der irdischen Geschichte. Beginnen wir ein neues Kapitel des ewig voranpreschenden Abenteurers.   Abenteurer sind Menschen, die nichts kennen als die Suche nach dem Advent des Heils.

Elon Musk heißt der neue Moses, der Auserwählten den Weg durch die Wüste des Alls zum neuen gelobten Land auf dem Mars (auf dem es bereits eine Noachis Terra gibt) weisen wird.

Auf dem Mars wird Elon den beiden Testamenten das Dritte Testament hinzufügen, das mit den Worten beginnen wird:

Am dritten Anfang stand Elons Traum. Der Traum ward Realität. Und die Realität hieß Mars. Die Menschheit schien am Ende. Doch Elon erkannte: das Scheitern des Menschen war seine Chance. Die Chance …

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Tanz des Aufruhrs LXXI

Tanz des Aufruhrs LXXI,

und plötzlich entstand rund um die Erde ein Brausen, als hätte eine gewaltige Erkenntnis die Menschheit erfasst.

Und alle Menschen begannen miteinander zu reden und siehe, plötzlich verstanden sie einander, obgleich sie in ganz verschiedenen Zungen sprachen.

In allen Kontinenten, bis in die entlegensten Winkel der Erde, fühlten sie sich miteinander verbunden und riefen einander zu: hört ihr auch von den großen Taten – der Menschen?

Lange waren die Erdenbewohner in die Irre gegangen mit ihren großen Fähigkeiten, hatten ihre Erkenntnisse missbraucht, um die Welt zu ruinieren und ihr eigenes Leben aufs Spiel zu setzen.

Plötzlich aber, wie durch ein Wunder, erkannten sie den Ernst der Lage, schlugen sich an den Kopf und riefen einander zu: Was taten wir? Wie konnten wir so in die Irre gehen? Waren wir blind? Waren wir lebensmüde? Hassten wir uns derart, dass wir zerstören mussten, wovon wir lebten? Was ist los mit uns?

Wir müssen uns ändern. Sofort und auf der Stelle.

Jeder Tag, den wir tatenlos verstreichen lassen, ist ein ungenutzter, ja, mörderischer Tag. Wir gefährden …

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Tanz des Aufruhrs LXX

Tanz des Aufruhrs LXX,

Wird Corona die Welt ändern?  

„Die Geschenke für die Gescheiterten schwächen die Erfolgreichen.“ (WELT.de)

Herr Professor dachte an Firmen, die vor Corona pleite waren und jetzt, im allgemeinen Trubel des Geldsegens, sich noch schnell ans Ufer retten wollen. Auf Kosten aller anderen.

Vermutlich hätte er nichts dagegen, wenn man seinen Satz verallgemeinerte: die Schwachen müssen weichen, die Starken zu Herrn der Erde werden. Sie sorgen für Arbeitsplätze und Wohlstand. Schwache sind Parasiten, die die Starken melken. In Krisenzeiten müssen sie schauen, wo sie bleiben. Hier beginnt das Hauen und Stechen von jedem gegen jeden.

Straubhaars Vordenker Hayek hatte weniger Hemmungen, das Notwendige zu sagen. Im Kampf des Überlebens hilft kein Mitleid, keine Fürsorge.

Es gibt sogenannte angeborene Moralvorstellungen unserer Instinkte (Solidarität, Altruismus, Gruppenentscheidungen), deren Niederschlag im praktischen Leben nicht ausreicht, um unsere erweiterte Ordnung und deren Bevölkerung zu erhalten.“ (Die verhängnisvolle Anmaßung)

Wir müssen uns den Gesetzen des Marktprozesses ergeben, wenn wir überleben wollen. Das wäre ein …

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Tanz des Aufruhrs LXIX

Tanz des Aufruhrs LXIX,

Owê, war sint verswunden alliu unsriu jâr!
Ist unser leben getroumet, oder ist es wahr?
Alles, wovon wir glaubten, es sei etwas, war da was?
Demnach haben wir geschlafen und wissen es nicht.
Jetzt bin ich erwacht und es ist mir unbekannt,
was mir zuvor bekannt war wie eine meiner Hände.
Land und Leute, bei denen ich von Kindheit an erzogen wurde,
die sind mir fremd geworden, so als sei es erlogen.
Die meine Spielkameraden waren, sind jetzt träge und alt.
Brach liegt das Feld, verhouwen ist der walt.
(Walther von der Vogelweide, 12. Jahrhundert, aktualisiert)

Der Wald – abgeholzt. Unser Leben – geträumt und erlogen? Schliefen wir und wissen es nicht mehr?

Das war vor 800 Jahren und wälzte sich wie eine rasende Vernichtungs-Lawine durch die Jahrhunderte – bis zum heutigen Tag. Acht Jahrhunderte lang vergrößerten sich Dummheit und Naturschändung der Europäer von Tag zu Tag.

800 Jahre?

Siegesgewiss blicken sie auf den Zusammenbruch der Natur. Was für ein Ende soll die Ausbeutung der Erde in all den künftigen Jahrhunderten noch finden?“ (Plinius, 1. Jahrhundert ndZ)

„Wie lange noch, dann gibt es keinen See mehr, in den nicht die Giebel eurer Villen schauen! Keinen Fluss, dessen Ufer nicht …

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