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Alles hat keine Zeit XXXIV

Alles hat keine Zeit XXXIV,

Keine Krawalle für Menschenrechte! Kein Aufreißen neuer Wunden im Kampf gegen menschenfeindliche Religionen – und für universelle Werte!

Macron ist „Verlierer des Tages“.

„Nach dem Attentat eines Islamisten auf den Lehrer Samuel Paty hat Macron sich etwas ungeschickt in einen Konflikt mit mehrheitlich muslimischen Staaten begeben – und auch im eigenen Land neue Wunden aufgerissen. Macron hat ein „Recht auf Blasphemie“ postuliert, ein Gesetz gegen „islamischen Separatismus“ angekündigt – und den Islam als Religion bezeichnet, die sich „weltweit in der Krise“ befinde. Macron twitterte, man werde nicht einlenken und stets“auf der Seite der universellen Werte“ sein. Dass Macron die Meinungsfreiheit verteidigt, ist zwar richtig – die krawallige Art und Weise, in der er es tut, schafft allerdings neue Probleme, außerhalb und vor allem innerhalb seines Landes“ – schreibt der SPIEGEL. (SPIEGEL.de)

„Macron hat ein „Recht auf Blasphemie“ postuliert, ein Gesetz gegen „islamischen Separatismus“ angekündigt – und den Islam als Religion bezeichnet, die sich „weltweit in der Krise“ befinde.“

„Blasphemie bezeichnet das Verhöhnen oder Verfluchen bestimmter Glaubensinhalte einer Religion oder eines Glaubensbekenntnisses.“

Universelle Werte sind jene, die die europäischen Nationen in der Nachkriegszeit zur politischen Union zusammenschmiedeten. Macron kämpft für die Akzeptanz dieser Werte und gegen …

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Alles hat keine Zeit XXXIII

Alles hat keine Zeit XXXIII,

können Kirchen sich entwickeln? Können sie sich humanisieren?

Radio Eriwan: sollten Kirchen aus Menschen bestehen, die sich entwickeln, könnten sie sich entwickeln.

Entwickeln heißt, Altlasten abwerfen und sich neuen Zielen zuwenden. Welche Altlasten müssten Kirchen abwerfen und welchen neuen Zielen müssten sie sich zuwenden?

Radio Eriwan: sie müssten das Christliche und Klerikale abwerfen – und menschlich werden. Menschliches und Christliches sind unvereinbar.

Kirchen könnten sich nur entwickeln, wenn sie ihre christliche Tradition aufgeben?

Radio Eriwan: Ja, sie müssten ihren Bekehrungsweg umkehren und dorthin zurückkehren, woher sie kamen: in die Welt. Als sie gläubig wurden, mussten sie von der Welt Abschied nehmen, sie als teuflische Erfindung hassen, verfluchen und auf ihre baldige Vernichtung hoffen.

Wäre das nicht eine Taufe rückwärts, ein Salto mortale in das Reich des Verderbens?

Radio Eriwan: Ja, eine Taufe rückwärts. Aber kein Todessprung in das Reich des Verderbens, sondern in die Welt des Menschen, die alles … …

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Alles hat keine Zeit XXXII

Alles hat keine Zeit XXXII,

Flüchtende, die aus anderen Ländern in den deutschen Wohlstand eindringen wollen, wissen mittlerweilen, wie sie ihr Ziel erreichen können. Sie müssen es schaffen, halbtot auf einer deutschen Straße zu liegen, auf der zufällig ein evangelischer Gottesdiener vorbeidüst.

„Ein Pfarrer aber, der auf der Reise war, kam dahin; und als er ihn sah, jammerte es ihn; und er ging zu ihm, goss Öl und Wein auf seine Wunden und verband sie ihm, hob ihn in seinen SUV und brachte ihn in rasender Fahrt direkt auf die griechische Insel Moria und pflegte ihn. Am nächsten Tag zog er zwei Scheine heraus, gab sie den Griechen und sprach: Pflegt ihn; und wenn ihr mehr ausgebt, will ichs euch bezahlen, wenn ich wiederkomme.“

Auf der Insel ward er nie wieder gesehen, für seine Nächstenliebe wurde er direkt in den Himmel aufgenommen.

„Christen könnten Migranten ertrinken lassen, schreibt Pfarrer Matthias Dreher von der evangelischen Melanchthonkirche Nürnberg darin. Dreher argumentiert, dass die Flüchtlinge bewusst ihr Leben riskierten, um sich den Wunsch nach einem besseren Leben zu erfüllen. Das verpflichte Christen aber nicht „ethisch zu entsprechender Erfüllungshilfe“. Und weiter: „Im Zuge der Zwei-Reiche-Lehre, die operative Struktur-Politik dem Staat überlässt, kann ein Christenmensch, soweit er nicht …

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Alles hat keine Zeit XXXI

Alles hat keine Zeit XXXI,

Lost – Jugendwort des Jahres.

Lost Generation – Bezeichnung für die Jugend vor und nach dem Ersten Weltkrieg.

Vor 100 Jahren schrieb der amerikanische Schriftsteller F. Scott Fitzgerald über jene Generation, „sie sei herangewachsen, nur um „alle Götter tot, alle Kriege gekämpft, jeden Glauben in die Menschheit zerstört“ vorzufinden.“

Alle Götter sind zurück gekommen, planetarische Kriege stehen vor der Tür, das Überleben der Menschheit ist gefährdet. Nur eins blieb gleich unter den Mächtigen: ihr Glaube an die Menschheit ist zerstört. Eine Menschheit, an die man nicht glauben kann, ist unerträglich. Sie muss vom Erdboden verschwinden.

Doch die Völker der Erde rebellieren. Kaum ein Land, in dem sie nicht gegen ihre Regimes auf die Straße gingen. Sie wollen eine andere Welt. Wie furchtlos sie den Wasserwerfern und Uniformierten entgegen treten. Wie stolz wir auf sie sein können.

Eben war die Jugend noch voller Hoffnung. Sie warnte vor dem Untergang des homo sapiens. Ihr Messianismus, der keiner war, sondern Glaube an den Menschen, war vielen Erwachsenen unerträglich.

Nun ist wieder alles im Lot: die Jugend ist in allem schuld. Wofür hat man Kinder, wenn nicht, um ihnen alle Schuld in die Schuhe zu schieben und sie pro nobis zu …

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Alles hat keine Zeit XXX

Alles hat keine Zeit XXX,

Wagner und Wagner-Fan Merkel schwimmen auf einer Welle:

„Unheil ist Angst. Was wird? Wie geht es weiter? Geht es nicht mehr weiter? Unheil ist ein schlimmes Wort, die Kanzlerin sagt uns Unheil voraus. Unheil bedeutet: Elend, Gefahr, Heimsuchung, Leid, Desaster, Trübsinn, Knechtschaft, Unfreiheit, Gräuel. Die Kanzlerin erinnert mich an Kassandra, die immer das Unheil voraussah, aber niemals Gehör fand. Frau Merkel hat das härteste Wort gebraucht, das es gibt: Unheil.“ (BILD.de)

Der Bayreuther Erlöserkult wollte Deutschland einen Messias bescheren, der die Schmach der Deutschen rächen und das Land zur führenden Macht der Welt erheben sollte. Heil der Welt durch einen deutschen Heiland, dessen Triumph mit Blausäureampullen endete, abgefüllt im KZ Sachsenhausen:

„Mit dem Heil Deutschlands steht und fällt auch mein Kunst-Ideal; ohne Deutschlands Größe war meine Kunst ein Traum: soll dieser Traum in Erfüllung gehen, so muss notwendig Deutschland auch zu seiner vorbestimmten Größe gelangen.“ ( Richard Wagner)

Wodurch sollte das Heil geschehen? Durch „Lust am Feuerlegen. Feuerzauber musste sein. Die Morgenröte der neuen Zeit würde nur als Widerschein des großen Zivilisationsbrandes aufgehen. Das Heil-Mittel, um die „uns umgebenden Bedingungen unserer Krankheit zu heilen – also zu vernichten –,“ bot für den Musiker allein die „Feuerkur“.“ (Joachim Köhler, Wagners Hitler)

Das Klima-Feuer muss kommen, damit die Kanzlerin Heil und Segen dem deutschen Volk zukommen lassen kann. Nein, keine irdische Rettung. Die liegt in …

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Alles hat keine Zeit XXIX

Alles hat keine Zeit XXIX,

in Berlin kommen heute Heuchler und Pharisäer in Personalpräsenz zusammen, um den Deutschen viralen Gehorsam beizubringen. „Merkel und die wilde 16“: die Rasselbande muss wieder die mütterliche Demutsknute spüren, um nicht föderal durchzudrehen.

Der Wildwuchs der Anordnungen bewegt sich zwischen preußischer Zucht und föderalem Laissez faire. Nicht, dass die Obrigkeiten die schwierige Materie noch nicht durchdrungen hätten. Haben sie doch gelernte Mediziner und Physikerinnen in ihrer Mitte, die per Bildung alles durchschaut haben. Wer theoretisch firm ist, ist es automatisch auch in der Praxis – oder nicht?

Die Medien schauen auf die erlernten Berufe – und schon wissen sie, ob die Experten zur Politik geeignet sind oder nicht. Ein Doktor der Medizin, ein Professor in Virologie, eine promovierte Physikerin: welch prachtvolle Führungspersonen hier über das Mutterland wachen.

Dass Wissenschaftler per se keine Praktiker und Ethiker sind, Fachidioten keine Politiker: das hat sich in Mittler-Kreisen noch nicht herumgesprochen. Wissen sie doch aus eigener Erfahrung: wer schreiben kann, ist fähig, alles zu durchschauen und zu beurteilen.

Generelle Maßnahmen gegen föderale? Ach was, es geht um allgemeine Erkenntnisse gegen föderale Übererkenntnisse. Das Partikulare und Spezielle schlägt das Abstrakte und Verblasene. Das ist gute deutsche Tradition: cujus regio, ejus religio. Der Fürst bestimmt die wahre Religion.

Da aber die föderale Zersplitterung die Macht der Germanen zerrüttete, ging das Pendel der Geschichte ins Gegenteil: Führer mussten kommen, um das Volk …

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Alles hat keine Zeit XXVIII

Alles hat keine Zeit XXVIII,

die richtige Seite der Geschichte? Wie viele Seiten hat die Geschichte?

Müssen Demokraten sich auf die richtige Seite der Geschichte stellen?

„Der Belarus-Konflikt darf auf gar keinen Fall zum Stellvertreterkrieg zwischen Russland und Europa werden. Muss er auch nicht. Denn die Demonstranten haben keine ideologische Agenda. Sie wollen Unabhängigkeit, sie wollen Freiheit. Seit 1989 gab es keine Revolution, die so friedlich, so sympathisch, so frei von ausländischen Interessen war. Die Belarussen wollen Rechte, die jeder von uns in Anspruch nehmen will: Meinungsfreiheit, faire Wahlen, eine bessere Zukunft. Es wäre unsinnig, einen großen Teil des belarussischen Volkes einfach zu ignorieren. Früher oder später wird es ohnehin zu einem Umsturz kommen. Für alle Beobachter des Konflikts wäre es nun ratsam, sich auf die richtige Seite der Geschichte zu stellen.“ (Berliner-Zeitung.de)

Die belarussische Revolution unterstützen hieße: sich auf die richtige Seite der Geschichte stellen? Denn die Demonstranten hätten keine ideologische Agenda?

Alle Begriffe sind unklar und kontaminiert.

Ideologie ist eine Ideenlehre. Ideen sind Leitbegriffe, an denen der Mensch sich ausrichtet. Theoretisch sind sie Inbegriff der Wahrheit der Natur, wie sie ist; praktisch Inbegriff der Wahrheit des menschlichen Zusammenlebens, wie es sein sollte. Bei Platon waren Ideen getrennt von der sinnlichen …

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Alles hat keine Zeit XXVII

Alles hat keine Zeit XXVII,

die Moderne predigt alles und sein Gegenteil. Wie kann das gut gehen?

Übereinstimmung wäre unerwünscht: sie wäre nicht offen.

Offenheit, auch für Unvernunft, wäre das Höchste der Moderne. So treiben wir offen – in das Unglück, das wir nicht ausgeschlossen haben.

Noch einmal. Die Moderne predigt alles und sein Gegenteil. Wie kann das gut gehen?

Wo bleibt die Wahrheit? Ist verbindende Wahrheit nicht das Ziel von Demokraten, die ihre Probleme mit Wahrheit lösen wollen? Bleiben sie zerstritten, werden sie ihre Probleme nicht lösen. Ist gemeinsame Wahrheit Unoffenheit?

Popper verehrte Sokrates. Sokrates war überzeugt von der Wahrheit. Nicht der unerreichbaren, theoretischen, für den Menschen nutzlosen Wahrheit der äußeren Natur, sondern von der des menschlichen Zusammenlebens. In praktisch-politischen Fragen könne man durch Streit Übereinstimmung erreichen und ein glückliches Leben führen.

Die griechische Philosophie hatte mit dem Erkennen der Natur begonnen. Dann kam die Wende: Sokrates lenkte den Blick weg von der Natur hin zum Menschen. Nein, nicht von der Natur im Ganzen, sondern von der äußeren Natur. Auch der Mensch war Natur. Außer Natur gab es nichts für die Ur-Philosophen. Das Übernatürliche und Jenseitige lehnten sie ab.

Die sokratische Wende lenkte den Blick auf den Menschen und seine …

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Alles hat keine Zeit XXVI

Alles hat keine Zeit XXVI,

bei der Einweihung des pompösen Springer-Neubaus erschien Bundespräsident Steinmeier persönlich, bei der Einweihung des „durchsichtigen, zur Stadt hin offenen und eingepassten“ Neubaus der TAZ erschien er – nicht:

„Entstanden ist so ein wohl weltweit einzigartiges Fast-Nebeneinander radikal gegensätzlicher Auffassungen von Medienzukunft und Medienarchitektur im Zeitalter des digitalen Kapitalismus. Nach innen dagegen ist der (Springer-) Bau die Architektur gewordene Aufforderung zu ständiger Flexibilität und Neuorientierung der Mitarbeiter und das umfassende Versprechen, Technik könne alle Probleme lösen. Anders gesagt: Neoliberalismus pur. Nur wenige Hundert Meter von Koolhaas’ Überwältigungsarchitektur hat sich die eher kapitalismuskritische Tageszeitung „taz“ einen in Konstruktion und Moderne-Pathos durchaus vergleichbar sensationellen Neubau errichtet. Doch ihre Architekten, das Züricher Büro E2A, planten einen durchsichtigen, zur Stadt hin offenen und eingepassten Bau in enger Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern. Und gerade der Besitz des eigenen Hauses auf eigenem Grundstück gilt hier als Garantie der journalistischen Unabhängigkeit.“ (Berliner-Zeitung.de)

Hier die exklusive Kathedrale des Neoliberalismus mit dem technischen Versprechen: alles ist möglich, womit die Weihe des bombastischen Unternehmens so gesichert ist wie der pflichtgemäße Gottesdienst vor jedem Staatsakt.

„Kleinmut jedenfalls kann man weder an noch in diesem Gebäude entdecken. Dafür einiges an Imposanz: die futuristische Halle, oder sollte ich sagen, die Kathedrale, in der wir uns befinden.“ (WELT.de)

Dort der auf den zoon politicon ausgerichtete, weit geöffnete, einladende und nüchterne Bau linker Kapitalismuskritiker.

Auf welcher Feier erscheint der Bundespräsident einer Proletenpartei, die ohne unauflösliche Ehe mit einer christlichen Partei nicht mehr …

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Alles hat keine Zeit XXV

Alles hat keine Zeit XXV,

schaut den Pantokrator, den Herrn der Welt, wie er darben und leiden muss an Corona, ans Kreuz genagelt wird von weltlicher Weisheit, die vor Gott eine Torheit ist, mit letzter Kraft seine Limousine besteigt, um sich in der via dolorosa seinen Getreuen zu zeigen: Seht, meine Wunden. Doch welch ein Wunder durch Gottes Fügung: Schaut auf die amerikanische via triumphalis, auf der der Herr wiederkehren wird.

Die Tragödie der männlichen Macht, die sich der Ohnmacht, ja dem Tod ergeben muss, um den Strahlenkranz der Allmacht zu erringen: keine Natur kann sie töten, keine irdische Gewalt sie hindern, den Thron des Unvergleichlichen zu besteigen.

Wer würde nicht weinen, wenn er einen Menschen so leiden sähe? Wer würde nicht frohlocken, wenn er ihn im Strahlenkranz auferstehen sähe?

„Wer ist der Mensch, der nicht weinen würde, wenn er die Mutter Christi in so großer Verzweiflung sieht?
Wer könnte nicht mittrauern, Christi Mutter zu erblicken, wie sie leidet mit dem Sohn?
Ach, Mutter, Quelle der Liebe, lass mich fühlen die Gewalt des Schmerzes, damit ich mit dir trauere.“ (Antonin Dvorak, Stabat Mater)

In der Frühzeit des Christentums entschied es sich, ob nach dem Fall der Weltreiche der Mann als Herrscher abtreten und den leidenden Frauen das Feld überlassen müsste – oder ob er seine Gewalt durch Ertragen des Leides vervollkommnen und das Weib endgültig in die zweite Reihe nötigen könnte.

Leiden und Gehorchen war des Weibes Pflicht gewesen. Antigone widerstand der Macht des …

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