ARCHIV

Dienstag, 22. November 2011 - Firma Gott & Geld

Archiv-Tagesmails - Montag, den 24. Oktober 2011

Hello, Freunde des Wandels,

verglichen mit anderen Weltkörpern ist die Erde einer der reichsten Planeten. Das BIP von Mond und Mars ist beschämend nullverdächtig. Nicht mal W-Lan-Anschlüsse soll es auf den gottverlassenen Materieklumpen geben. Wie herrlich weit hingegen haben wir es gebracht. Die Erde wird mit Geld überschwemmt. Zasterfluten schwappen in Lichtgeschwindigkeit rund um den Globus, werden gar nicht mehr benötigt für die primitive materiebehaftete Wirtschaft.

In Trotz und Überheblichkeit haben sich die Goldfluten ein spirituelles Reich hoch über den Sterblichen erbaut, wo sie Aristoteles nach Belieben widerlegen: Geld kann doch Geld hecken. Es treibt es mit sich selbst, macht sich Avancen, zeigt sich sensibel wie ein Reh, attackiert waidwunde Gegner, verschmäht jede Berührung mit der Materie, bestäubt sich parthenogenetisch und wuchert in Nanosekunden in Billionenhöhen. Da hängen sie wie Gewitterwolken über uns, selbst bei reichen Europäern können die rasenden Blitze jeden Augenblick einschlagen.

Wo stehen wir? Im Bereich des Heiligen. 1917, mitten in den Schrecknissen des Ersten Weltkriegs, hat Rudolf Otto das Heilige als Tremdendum und Fascinosum beschrieben. Da gibt es eine überwältigende Macht. Die einen ...

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Montag, 21. November 2011 - Heiliger Totalitarismus

Archiv-Tagesmails - Montag, den 24. Oktober 2011

Hello, Freunde Spaniens,

den nächsten Bürgerkrieg erwarten wir in Spanien. Der bieder-bärtige Sohn eines Richters hat gegen ausgelaugte Sozialisten haushoch die Wahlen gewonnen. Nun wird er den amtierenden Weltmeistern in molekularem Kochen und filigranem Fußballtreten die Daumenschrauben anlegen.

Die verlorene Generation hat sich der Wahl verweigert, wen auch hätte sie wählen sollen? Eine parlamentarische Repräsentation des Unbehagens auf Straßen und Plätzen findet nicht statt. Das Volk, die Bestie, wird nun molekular abgekocht und lässt sich mit teuer gekauften Weltstars in sportiver Besessenheit die Wut abkaufen.

Nackt, aber nicht ganz entblößt, erleben wir einen weiblichen Akt der Verbundenheit: Israelische Frauen ließen die Hüllen fallen, um sich mit der ägyptischen Revolutionärin zu solidarisieren. Natürlich auch, um der Welt die Schönheit der Sabres zu zeigen. Wenn das so weiter geht, wird bald die eine Hälfte der Menschheit unbekleidet der anderen Hälfte in Nadelstreifen gegenüberstehen. Das wird ein Kampf ...

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Sonntag, 20. November 2011 - Wort und Tat

Archiv-Tagesmails - Montag, den 24. Oktober 2011

Hello, Freunde Syriens,

es sieht nicht gut aus im Lande Assads, des Schlächters seines Volkes. Mit ihm wird es keine friedliche Lösung geben. Immer mehr Soldaten weigern sich, mitten ins Volk zu schießen, desertieren unter Lebensgefahr und schließen sich militaristischen Gegnern des Regimes an.

Die gewaltfreie Vertreibung des Tyrannen ist illusorisch geworden. Es droht Bürgerkrieg, er scheint schon entbrannt zu sein. Erdogan droht mit Einmarsch türkischer Truppen. Marionetten Assads verminen die Grenze zur Türkei, dass die Menschen nicht mehr fliehen können. Alles oder Nichts, muss die Parole des Wahnsinnigen sein. Für ihn wird es nur ein Nichts geben.

Das noch immer fest etablierte Mubarak-Militär benutzt die vorstehenden Wahlen, um die Früchte der Revolution zu kassieren. Die jugendlichen Aufrührer hatten sich nach den ersten Erfolgen ins Private zurückgezogen, sich mit Twitter-Kommentaren zum Geschehen begnügt und besser organisierten Islamisten das Feld überlassen.

Nun strömen sie zurück auf den Tahrirplatz, um den Widerstand wieder aufzunehmen. Doch das von Amerika abhängige Militär schlägt zurück. Mit klammheimlicher Billigung Washingtons, ...

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Samstag, 19. November 2011 - Die neuen Hunnen

Archiv-Tagesmails - Montag, den 24. Oktober 2011

Hello, Freunde der Besten,

was ist der Sinn der Konkurrenz? Die Besten herauszumendeln. Unser Wirtschaftssystem ist ein Konkurrenzsystem zum Ermitteln der potentesten Wirtschaftseinheiten. Im Kampf jeder Familie gegen jede Familie, jedes Geschwisters gegen jedes Geschwister, jedes Betriebs gegen jeden Betrieb, jeder Stadt gegen jede Stadt, jeden Landes gegen jedes Land, jeder Nation gegen jede Nation und jedes Kontinents gegen jeden Kontinent. Würden Mond und Mars besiedelt, jedes Planeten gegen jeden Planeten.

Sind Konkurrenz und Rivalität männliche Formen des Zusammenlebens, im Gegensatz zur gleichberechtigten Kooperation des Matriarchats, das in der neolithischen Revolution den Ackerbau erfand, das friedliche Säen und Pflanzen, das solidarische Arbeiten, gerechte Verteilen und gemeinsame Genießen der Ernte?

Wer heute wirklich einen Systemwechsel forderte, müsste das patriarchale Rangeln um den besten Platz, die ungleiche Gesellschaft nach hierarchischem Macht- und Ohmachtsprinzip eintauschen gegen weibliche Solidarität und die Gleichwertigkeit aller Mitglieder der Geschwisterhorde.

Das war keine rückwärts gerichtete Fantasterei, sondern gelebte Realität in den fruchtbarsten Regionen der Welt. Bevor die berittenen „Hunnen“ kamen, jene muskel- und schnelligkeitsbetonten Männerhorden aus weniger begünstigten Steppen und Wüsten, die die wehrlos vor ihnen liegenden Paradiese der Mütter okkupierten und die horizontalen Miteinander-Gruppen über Nacht in vertikale Gesellschaften eines machtbetonten Neben- und Gegeneinander verwandelten.

Wenn die matriarchalische Hypothese stimmt – alles spricht für sie, nichts gegen sie –, waren goldene Urzeiten kein leerer Wahn, sondern ...

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Freitag, 18. November 2011 - Nacktheit als Revolution

Archiv-Tagesmails - Montag, den 24. Oktober 2011

Hello, Freunde der Nacktheit,

bitte keine billigen Sprachspiele: schon was von Innerr-Hoden und Außerr-Hoden gehört? Zwei Kantone aus der Schweiz, die selber bestimmen dürfen, ob sie Wanderer im Zustand der Nacktheit dulden wollen.

Der Natur, wie Gott sie schuf, wollen die Nackedeis auf gleichberechtigter Ebene begegnen. Lassen wir beiseit, dass die Natur auch in der Schweiz längst geschändet ist. Ein ansteckender Virus grassiert beim Zusammenrücken der Menschheit, ein globaler Trend – zur Nacktheit.

Was ist das Gegenteil zu nackt? Kultur. Kultur ist Abstand zum Ursprung, zum unberührten status integritatis. Der Zustand verhüllender oder verhüllter Sünde, des status corruptionis. Vor dem Sündenfall war der Mensch als Männlein und Weiblein nackt – und Adam und Eva schämeten sich nicht.

Im Stand der Unschuld gibt es nichts zu verbergen, keine Chance für Masken und Klamotten. Wobei hohe Mode nur verhüllt, um zu enthüllen und damit dem Paradies am nächsten kommt. Je mehr Schulden, Sünden und apokalyptische Gefahren sich über dem milliardenfachen Haupt der Menschheit türmen, je mehr sehnt sich das nicht festgestellte Tier zurück zum Ursprung.

Denken wir an Femen, die mutige weibliche Truppe aus der Ukraine, die entblößten Leibes den Verfall ihrer Nation anprangert. Eine ägyptische Revolutionärin scheut sich nicht, nackt gegen das Militärregime aufzubegehren, das ...

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