Wie ist ein Iran-Krieg zu vermeiden?

Niemand will Krieg gegen den Iran. Doch wie ist er zu verhindern?

Kontroverse Meinungen

 

1. Ein Aufruf der Friedensbewegung

Friedens- statt Kriegspolitik im Irankonflikt

Sanktionen und Kriegsdrohungen sofort beenden

Eine Erklärung aus der Friedensbewegung und der Friedensforschung

Der Konflikt mit Iran spitzt sich gefährlich zu. Das vom Westen geplante Ölembargo und der Boykott der iranischen Zentralbank sind gefährliche Interventionen. Schon einmal verhängten Großbritannien und USA in den 1950er Jahren ein Ölembargo gegen Iran, das zum Sturz der demokratisch gewählten Regierung Mossadegh führte. Die heute eingeleiteten Öl- und Finanzembargos treffen vor allem die Menschen im Iran. Obendrein liefern sie dem gegenwärtigen Regime die Rechtfertigung, sich mit Hinweis auf die historische Parallele als Opfer westlicher Aggression und als legitime Verteidiger und Beschützer der Unabhängigkeit des Iran, eines für alle Iraner vorrangigen politischen Ziels, darzustellen. Die militaristischen Strömungen in der Islamischen Republik fühlen sich so geradezu legitimiert, mit der Schließung der Straße von Hormuz im Persischen Golf zu drohen. Die Sanktionseskalation ist auf dem besten Wege, in einen Krieg einzumünden.

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2. Offener Brief gegen den Aufruf der Friedenbewegung vom Vorstand von SPME Germany

Warum verteidigen Sie das iranische Regime?

By: Der Vorstand von SPME Germany

Offener Brief an die Professoren Altvater, Birckenbach, Dürr, Fetscher, Grottian, Krippendorff, Narr und Negt  sowie an Bahman Nirumand und weitere Unterzeichner des Aufrufs „Sanktionen und Kriegsdrohungen sofort beenden"

Sehr geehrte Damen und Herren, werte Kolleginnen und Kollegen,

wir bedauern, dass Sie mit der Autorität Ihres Namens einer Erklärung zum Irankonflikt Gewicht verleihen, die das iranische Regime von jeglicher Verantwortung für die Zuspitzung der Lage freispricht. Ist Ihnen denn entgangen, dass dieses Regime die Zerstörung eines UN Mitgliedsstaates propagiert und seine Raketenentwicklung hierauf ausrichtet? Oder betrachten Sie die Tatsache, dass die Mullahs Israel erklärtermaßen auszulöschen suchen, als eine Marginalie, die in einem Aufruf an die deutsche Öffentlichkeit keine Erwähnung verdient?

Ihre Erklärung missbraucht die Ängste vor einer kriegerischen Auseinandersetzung für einen ideologischen Zweck: Sie will allein den Westen - die USA, die EU und Israel - an den Pranger stellen, so als befänden wir uns nach wie vor im Kalten Krieg, so als böte das jetzige Regime in Teheran eine gesellschaftspolitische Alternative, die wie selbstverständlich zu verteidigen sei. Auf diese Weise wird Realität verzerrt.

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Kommentar vom Sokratischen Marktplatz (aus:Tagesmail vom 09.03.2012)

Die beiden Kontrahenten reden aneinander vorbei.

 

Die beiden Lager reden aneinander vorbei. Während die einen vom iranischen Volk reden, nicht vom Regime, reden die anderen vom Regime, nicht vom Volk. Die einen machen den Westen für die ansteigenden Spannungen verantwortlich, die anderen den Iran.

Dass Dauerkonflikte kein Entweder–Oder kennen, sondern in komplementärer Hinsicht Mitschuldige, scheint in der internationalen Politik verloren gegangen zu sein.

Stereotype Schuldzuweisungen führen nicht zur Deeskalierung. Wenn es nur noch Achsen des Guten und des Bösen gibt, bleibt nur die Vernichtung des Anderen.

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Dialoge zum Thema Iran-Konflikt


Email vom Sokratsichen Marktplatz

An Dr. Christine SchweitzerMitunterzeichnerin der "Erklärung aus der Friedensbewegung und der Friedensforschung"

"Sie haben Recht: der Iran wehrt sich gegen die Heuchel- und Umzingelungspolitik des Westens. Gleichwohl ist Ihre Haltung zu einseitig. Wir vermissen ein analytisches Wort über die innere Befindlichkeit des Staates Israel. Mit einseitigen Schuldzuweisungen werden wir letztendlich nicht weiterkommen."

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