Die Mathematik der Bienen
Thema - Vorbild Natur

Die Mathematik der Bienen

Gute Nachrichten von der Bienenfront. Jede Biene darf erst nach Ablegen der höheren Mathe-Ausbildung zur Wabenarchitektonik beitragen. Drohnen fallen regelmäßig durch beim hexagonischen Pflichttest und werden ohne Wenn und Aber aus dem Staat der wehrhaften Rechnerinnen ausgeschlossen. Nicht anders als in der athenischen Akademie, deren Schwelle kein der Mathematik Unkundiger überschreiten durfte. Womit bewiesen, dass die Politeia kein leerer Wahn und Platon beim amazonischen Bienenstaat in die Lehre gegangen ist. Philosophie muss nach diesen Erkenntnissen völlig neu übersetzt werden: es ist Liebe zum Bienenhonig, die alle Weisheitsfreunde und -freundinnen auszeichnet. Es lebe Apis mellifera.

 
Rattenmenschen
Thema - Vorbild Natur

Menschen sind auch nur Ratten

Dazu passt das geniale Experiment von Bruce Alexander, Psychologe aus Kanada, der in einem Experiment 1981 Ratten vor die Wahl stellte, Wasser oder Morphin-Lösung zu trinken. Selbstverständlich taten sie letzteres, bis zum Tod.

Dann aber fragte Alexander sich, ob seine Laborratten vielleicht unglücklich sind (angesichts der sterilen Lebensbedingungen in Laboren keine dumme Frage), und ob auch glückliche Ratten schnell abhängig werden. Sie wurden es nicht. Hatten sie Auslauf, Spielzeug, Freunde und Futter, interessierten sie sich kaum für den Rausch, mieden ihn sogar. Die meisten zumindest. Einige wenige Ratten dröhnten sich trotzdem zu. Auch das offenbar ein treffendes Gleichnis für uns Menschen.

Dass Laboraffen durch Psychologiestudenten ersetzt wurden, finde ich lobenswert.

 
Totholz gegen Donnergugis
Thema - Vorbild Natur

Totholz gegen Donnergugis

Den – trotzdem zu schützenden – Hirschkäfer müssen wir leider in die negative Kategorie „Natur als Vorbild“ aufnehmen. Die Ähnlichkeiten mit den männlichen Wesen der Spezies homo sapiens sind zu erschreckend. Dieser Waldbewohner (Lucanus cervus) ist (auch) nur ein Angeber, der mit äußerlichem Pomp und Riesengeweih verschleiern will, dass er in völliger Abhängigkeit von seinen Weibchen in einem Matriarchat lebt.

Schon sein Spitzname „Donnergugi“ (von Donnergott Thor) ist völlig lächerlich, passt allerdings herr-lich auf seine menschlichen Pendants. Und dass der Donnergugi aus der Familie Schröter stammt, sagt alles. Diese herumkrabbelnden Möchtegern-Machos aus der Schröter-Clique können nicht einmal alleine fressen, nein, ihre Weibchen müssen ihnen das Futter vorrichten, damit die Männchen es einschlürfen können. Ihre demonstrativen Riesengeweihe dienen nämlich nicht dazu, Nahrung zu finden und zu zerkleinern, nein, sie sind nur Kampfwaffen, um Konkurrenten bei den Weibern zu besiegen.

Dazu kommt, dass sie ihre Wettbewerber nur auf den Rücken legen können – sie kennen immerhin schon das Gesetz der Hebelwirkung – aber mit Kneifen und Beißen zur Bewältigung des Alltags ist nix. Das können – typisch – die kleinen fitten Weibchen mit ihren kleinen Geweihchen: kräftig zubeißen – und mütterlich versorgen.

Die Entwicklung der Nachkommenschaft der Donnergugis ist zwar eher un-menschlich, ...

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Autarke Glühwürmchen und Vielfraß Marienkäfer
Thema - Vorbild Natur

Ökotierchen

Die Glühwürmchen brauchen keine Sonne, leuchten aus sich, lieben bis in den Tod und ernähren sich von Luft und Liebe. Für den Kapitalismus wegen Konsumverweigerung ungeeignet. Neben den Bienen unsere idealen Ökovorbildviecher Nr. 1.

Der Marienkäfer ist das Gegenmodell: unersättlich beim Fressen, beim Sex und in 4000 Varianten zu bewundern.