Montag, den 24. Oktober 2011

Dialoge zum Thema Iran-Konflikt


10.03.2012 Email vom Sokratischen Marktplatz

"Sie haben Recht: der Iran wehrt sich gegen die Heuchel- und Umzingelungspolitik des Westens. Gleichwohl ist Ihre Haltung zu einseitig. Wir vermissen ein analytisches Wort über die innere Befindlichkeit des Staates Israel. Mit einseitigen Schuldzuweisungen werden wir letztendlich nicht weiterkommen."

 

12.03.2012 Antwort:

"Ihre Kritik an unserem Aufruf verstehe ich nicht so recht. Wir haben Bedrohungsszenarien nach den vorhandenen Militärpotentialen erwähnt. Das sind keine einseitigen Schuldzuweisungen, sondern sehr harte Fakten. Uns geht es in dem Aufruf nicht um die Analyse der inneren Situation der Konfliktländer. Wir wollen vielmehr die Möglichkeit eines friedlichen Auswegs aus dem Konflikt aufzeigen gegenüber der allgegenwärtigen Stereotype, der militärische Konfliktaustrag sei alternativlos."

 

13.03.2012 Sokratischer Marktplatz:

"Wir hielten es für besser, sich nicht auf militärische Aspekte zu beschränken, sondern den vermuteten Kern des Themas anzupeilen. Die deutsch-israelischen Beziehungen sind nur an der Oberfläche normal, darunter prekär. Die Empfindlichkeiten beider Seiten sind außerordentlich, die Gefahr der gewollten oder ungewollten Missverständnisse groß.

Gerade bei diesem Thema sollte man unseres Erachtens die wahrscheinliche Reaktion der Öffentlichkeit mitberechnen. Es gibt zwei Läger in Deutschland, wie sollen wir sie nennen? Unkritische Israelfreunde sind keine Freunde, sondern blinde Gefolgsleute, bei den Israelkritikern gibt es fließende Übergänge zwischen Kritik aus echtem Wohlwollen und mehr oder minder israelfeindlichen, ja antisemitischen Gefühlstendenzen.

Einen Satz hätten wir auf jeden Fall erwartet: Israel fühlt sich durch die iranische Bombe bedroht und will auf jeden Fall einen zweiten Holocaust verhindern. Solche Ängste muss man ernst nehmen, auch wenn sie von den führenden Politikern instrumentalisiert werden. Die Schlussfolgerung allerdings hätte nicht fehlen dürfen: Angst ist keine gute Ratgeberin, verstärkt eher die Gefahren, als dass sie in der Lage wäre, friedensstiftende Impulse auszusenden."