Philosophische Tagesmails

Neubeginn XXVIII

Tagesmail - Freitag, den 07. Juli 2017

Hello, Freunde des Neubeginns XXVIII,

über allen Gipfeln ist Ruh‘, wartet nur, balde ruhet ihr auch.

Mit deutscher Bildung gegen alles Unwesen aus welschen Landen. Ludwig van, Friedrich von. Wer in Angelas Kabinett will, muss Deutschland über alles und die Ode an die Freude auswendig können. Was geschieht da an den Deichen der Nordsee?

In einem Weltrettungsgipfel treten die leidenschaftlichsten Kosmopoliten aus aller Welt an, die humansten Denker, die überzeugendsten Verteidiger der Natur, um in öffentlichen Streitgesprächen, zu Tränen rührenden Verlautbarungen und erregenden Manifesten, an die Menschheit zu appellieren:

Wie lange noch wollt ihr Mächtige wählen, dulden und ertragen, die euch das Leben auf diesem Planeten zur unerträglichen Pein machen? Wie lange noch, oh Mensch des 21. Jahrhunderts – nach so vielen Kriegen unter den Völkern, Erniedrigung und Schmähung so vieler Menschen, Verwüstungen der Natur vom Süd- bis zum Nordpol, unter dem Trug des Fortschritts, unter dem Blendwerk eigener Grandiosität – willst du Obrigkeiten gehorchen, die dich in den Orkus führen?

Ihr da: habt ihr noch alle Tassen im Schrank? Und ihr: hat man euch das Gehirn herausoperiert? Und vor allem ihr, die ihr vor Gier nicht mehr aus den Augen schauen könnt: könnt ihr nicht mehr bis drei zählen? Wollt ihr die Welt zu Schanden machen, um sie euren Kindern in verwüstetem Zustand zu hinterlassen? Sollen sie eines Tages euer Geld fressen, um über die Runden zu kommen? Sollen sie die letzten bewohnbaren Inseln der Welt mit Atomraketen sichern, um Milliarden Überflüssiger in den Tod zu schicken? Sollen sie sich in unterirdischen Höhlen verbarrikadieren, um den Gluten der Sonne zu entgehen? In Großstädten auf dem Meeresgrund, in riesigen Unterseebooten, das Leben der Fische zur Hölle machen? Jahrtausendelang ins Nichts des Universums flüchten, um Millionen gescheiterter Planeten einen weiteren ...

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Neubeginn XXVII

Tagesmail - Mittwoch, den 05. Juli 2017

Hello, Freunde des Neubeginns XXVII,

G20 ist ein Klub selbsternannter Weltführer, von niemandem gewählt, von niemandem kontrolliert. Niemand überprüft, ob ihre Entschlüsse von den Teilnehmern eingehalten werden. Sanktionen gibt es keine. Politische Macht und ökonomischer Einfluss allein entscheiden über ihre Führungskompetenz.

Die UNO, das Parlament der Völker, wird von ihnen bis zur Bedeutungslosigkeit ausgehebelt. Gleichzeitig reduzieren sie ihre finanziellen Beiträge zu UN-Hilfsprogrammen, um hungernde Völker ihrem Elend zu überlassen. Dem Elend der Klimaverschärfung, die zum großen Teil von ihnen verursacht wurde und dem Elend der Armut, einer Konsequenz ihrer erbarmungslosen wirtschaftlichen Überlegenheit.  

Dem herrschenden EINPROZENT der Superreichen entspricht das EINPROZENT reicher Regierungen, die sich anmaßen, das Schicksal der Erde in ihre gierigen und verantwortungslosen Hände zu nehmen. Winzige Minderheiten, berauscht von ihrer militärischen, technischen und ökonomischen Superiorität, haben den Planeten vereinnahmt und bestimmen in einer abenteuernden, von Größenwahn und Selbstzerstörung vibrierenden Dauererregung, die Sicherheit des menschlichen Lebens und die Garantie der Natur gefährdenden Gesamtpolitik, das Geschick der Menschheit.

Je demokratischer, offener und vernetzter die globalen Verhältnisse erscheinen, umso machtloser werden die Milliarden Menschen, die es satt haben, nach Jahrtausenden schmählicher Unterwerfung sich von männlichen Minderheiten das Vernichtungsurteil auferlegen zu lassen.

Sollte es der Menschheit nicht gelingen, ihren Untergang zu verhindern, wird er vor aller Augen einer wissenden Weltöffentlichkeit exekutiert werden. Milliarden Menschen scheinen keine Chance zu haben, einer winzigen Clique von Übermenschen die ...

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Neubeginn XXVI

Tagesmail - Montag, den 03. Juli 2017

Hello, Freunde des Neubeginns XXVI,

mögen sie uns hassen, wenn sie uns nur fürchten. Wie alle neurotischen Götter wollen Herrscher geliebt werden. Werden sie nicht geliebt, verbreiten sie so lange Drangsal und Schrecken, bis sie gefürchtet werden.

Es ist die Strategie des liebesunfähigen Mannes, der Macht erringen muss, um Beachtung durch Angst zu erzwingen. Ein Preußenkönig soll seine Untertanen auf den Gassen mit dem Ruf gepeitscht haben: liebt mich oder ich prügle euch.

Es geht um die Machthaber der Erde, die wie Heuschrecken in eine Metropole einfallen, das Leben der Einwohner derangieren und beeinträchtigen, bis die Canaille endlich zuschlägt, damit die Machthaber – als schuldlos Angegriffene – mit aller Gewalt zuschlagen können. Der Terror muss bei den Schwachen beginnen, damit die Regierenden zeigen dürfen, wer die stärkeren Bataillone hat.

Heere von Polizisten und Sicherheitsleuten fallen wie Heuschrecken über eine Stadt her, um sie zu zwingen, die Anwesenheit der Mächtigen gefälligst zur Kenntnis zu nehmen.

Siehe, so bringe ich morgen Heuschrecken in deine Stadt, die sollen den ganzen Boden bedecken, dass man das normale Leben nicht mehr sehen kann. Sie sollen eure Häuser versiegeln, euer gewohntes Leben verwüsten, wie ihr es in Friedenszeiten noch nie erlebt habt.

Nicht nur die Reichen führen Krieg gegen die Armen – wie ein Superreicher erklärte, der mit einem Federstrich zwölf Milliarden kassierte –, die Mächtigen haben sich auf die Seite der Reichen geschlagen, um dem störrischen Volk die Faust vor die Nase zu halten. Ob gewählt oder nicht, sie kujonieren ihre Untertanen wie Tycoons ihre Lohnabhängigen. Macht und Money sind vor aller Augen eins geworden.

Vor kurzem noch wurde als verschwörungsbesessener Antikapitalist an den Pranger gestellt, wer die Identität von Geld und Gewalt zu behaupten ...

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Neubeginn XXV

Tagesmail - Freitag, den 30. Juni 2017

Hello, Freunde des Neubeginns XXV,

„gemeinsam, gemeinsam, gemeinsam, gemeinsam, gemeinsam, gemeinsam, gemeinsam, gemeinsam, gemeinsam, gemeinsam, gemeinsam, gemeinsam, gemeinsam, gemeinsam“: da capo al fine.

Das, hoch verehrte Damen und Herren, war die Zusammenfassung einer wegweisenden Kanzlerinnenrede. Danach ein PHOENIX-Reporter, der in rasendem Tempo die Rede ebenfalls zusammenfasst, indem er die phrasenhaftesten Phrasen der Rede rekapituliert – um die drohende Stille bis zum Beginn des nächsten Redners zu überbrücken.

Das Publikum des Senders für Chefredakteure muss als unfähig angesehen werden, die Rede ohne Beaufsichtigung durch einen öffentlich-rechtlichen Sender auf sich wirken zu lassen und autonom zu verarbeiten. Wenn man eine Rede in zwei Leerformeln charakterisieren kann, wundere sich niemand, dass die Kanzlerin als Leerformel-Phraseurin betrachtet wird.

Die Medien, unter zunehmendem Druck des live-streams, bringen die hohlsten aller hohlen Standardsätze als Schlagzeilen. Justament Neuigkeits-Süchtige nehmen am liebsten alte, abgedroschene Floskeln zur Kenntnis. Weshalb genaue Analysen des Gehörten und Gesehenen fast immer unterbleiben.

Nicht nur Talkshows werden unter dem Aspekt des Originellen, Verblüffenden und Neuen bewertet. Eine Idee mag „volkspädagogisch wertvoll, humanistisch grundiert“ sein, dann ist sie aber auch „wenig originell“. (SPIEGEL.de)

Lieber originelle Barbarei als anödende Humanität. Richtig und falsch, wahr oder unwahr, sind Kategorien von Hinterwäldlern. Ströbele, einer der aufrechtesten Politiker dieses Landes, wird vom SPIEGEL wegen seiner Treue zu sich und ...

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Neubeginn XXIV

Tagesmail - Mittwoch, den 28. Juni 2017

Hello, Freunde des Neubeginns XXIV,

sie hätte ein intelligenteres Volk verdient. In ihrer „scheinbar unangreifbaren“ (SPIEGEL) Machtfülle wirkt sie zunehmend gelangweilt. Das gibt sie prophylaktisch selbst zu Protokoll, auf dass niemand auf die Idee komme, seiner eigenen Wahrnehmung zu trauen. „Wenn ich nicht rede, gucke ich schnell gelangweilt.“ (Eine Zeitschrift für Frauen)

Sie guckt nicht nur, sie ist gelangweilt, wenn andere reden. (Nicht weil sie eine herausragende Rednerin wäre, sondern weil sie von Wortemachen generell nichts hält. Ihr Vater machte viele Worte auf der Kanzel, als Kanzlerin ist sie die Tochter ihrer vitalen Mutter. Sie sagt nicht Herr, Herr, sie ist Täterin des Worts).

Würde sie sich selbst verraten, wenn es wirklich stimmte? Sie liefert sich aus, um sich unüberwindbar zu machen. Es gibt keine Gegner, die sie durchschauen (wollen) (denn was käme danach?), es gibt keine Herausforderer, sie sie gefährden (wollen) (weil sie Angst haben, allein zu regieren), es gibt keine Vierte Macht, die sie – und nicht nur zum Schein – wirklich angreifen (will) (sonst müsste sie ihre aufdeckende und aufrüttelnde Macht beweisen).

Die Deutschen lassen sich freudig zum paradiesischen Schlafwandeln verführen. Die medialen Hüter des Schlafwandelns empören sich nicht über sie, sondern über jene, die ihr undemokratisches Einschläfern vorwerfen. (Der Erste Weltkrieg soll die Leistung schlafwandelnder Europäer gewesen sein.)

Wann ist Demokratie gefährdet? Wenn Berserker mit Aplomb über sie hinwegtrumpeln, um sich wütende Gegner zu schaffen? Oder wenn sie unter Wahrung verfassungskorrekter Etiketten vor aller Augen still und heimlich ...

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Neubeginn XXIII

Tagesmail - Montag, den 26. Juni 2017

Hello, Freunde des Neubeginns XXIII,

Sehnsuchtsländer brauchen Jahrhundertfiguren. Als ob die Deutschen ihre nationalen Schleusen geöffnet hätten, lassen sie ihre großen Männer jetzt in die Arena purzeln. Um in den Klub der Giganten aufgenommen zu werden, empfiehlt sich ultimatives Ableben (Kohl), ein putzmunterer höherer Geburtstag (Sloterdijk) – oder die Reanimierung einer maroden Partei (Schröder).

Große Frauen kann es keine geben – trotz ehrgeizigen weiblichen Nachwuchses protestantischer Pfarrhäuser, die bereits nach dem Tode Gottes ihren Höhepunkt überschritten hatten.

Man kann nur eins: sich für ewigen Ruhm aufblasen oder für Leben und gutes Leben verantwortlich fühlen. Um des Ruhmes willen riskieren groß-sein-wollende Männer das Leben, was sie Fortschritt nennen. Um des Lebens willen verschmähen Frauen den Blasebalg-Ruhm, weshalb sie sich noch immer minderwertige Gefühle einreden und den Fortschritt der Männer gefallen lassen.

Wen meinte Steve Jobs wirklich, als er schwanzlose Arschlöcher (dickless assholes) attackierte? Jene Wesen, denen die Natur einen belastbaren Menschenverstand und eine göttliche Vagina verlieh.

Ein halbes Jahrhundert zur Resozialisierung der suizidalen Berserkernation muss genügen, damit reuige Sünder sich berechtigt fühlen, wieder eine stolze Summa zu ziehen.

Es begann mit Reihenhäuschen und dem millionsten VW. Heute wird nach VW-Betrügern international gefahndet, Wohnungen wurden Mangelware und der BER wird erst im nächsten Jahrhundert fertig. Zum Ausgleich der Schandflecke haben wir Wiedervereiniger, Geistesriesen und propere Kampfrhetoren. In Paradiesen und Sehnsuchtsländern hat es keine Flecken zu geben – und also gibt es keine. Je älter die Heroen werden, umso jahrhundertmäßiger können sie sich aufblähen. Die ...

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Neubeginns XXII

Tagesmail - Freitag, den 23. Juni 2017

Hello, Freunde des Neubeginns XXII,

lieber einen ehrlichen Wallstreet-Wüterich, als eine sammet-flötende deutsche Pastorentochter.

„In Sammet und in Seide / War sie nun angetan / Hatte Luisen-Bänder auf dem Kleide, / Hatt' auch ein Kreuz daran“. (Faust III)

Wir nähern uns der seit alters ersehnten Vereinigung von Republik und Monarchie. In einer „Unionsakte“ sollte verbunden werden, was Gott zusammengefügt – und nur der gottlose Mensch getrennt hatte – um den „Ausblick auf ein paradiesisches Reich“ zu gewinnen. Die Idee des himmlischen Friedens auf Erden „stellte sich ihm unter dem BILD einer allumfassenden Familie dar, – eine Herrin und eine Familie“. Die Rede ist von einem deutscher Dichter, der den Berliner Staat als Inbegriff irdischer Verzückung besang.

Ein „unsinniges Räsonnement, dass Demokratie den einzig möglichen Weg zeige, um den in der Natur nirgend existierenden idealen Regenten künstlich zu erzeugen. Nur die Mittelmäßigkeit, die Weltlist, die Volksschmeichelei, werde auf diesem Wege zur Herrschaft erhoben, und das Resultat bilde einen großen Mechanismus, einen Schlendrian, den nur die Intrige zuweilen unterbreche“.

Ein BILD-Kriegsreporter in Diensten deutscher Grandezza heißt Julian Reichelt und nicht Novalis. Wenn er singen könnte, würde er singen. So muss er sich mit religiöser Grandiosität aufpumpen, die die Utopien der Ungläubigen verflucht, um selbst den zweiten Garten Eden auszurufen.

„Welch weiten und unglaublichen Weg Deutschland seitdem gegangen ist, begleitet und beschrieben von BILD! Aus dem bedrohlichen Deutschland ist der Sehnsuchtsort der Welt geworden. Ein Ort, an dem Menschen eine bessere Zukunft für sich und ihre Kinder suchen. Ein Land der Zuversicht. BILD ist Teil dieses weltoffenen, modernen Landes. … Diese Ausgabe für alle deutschen ...

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Neubeginn XXI

Tagesmail - Mittwoch, den 21. Juni 2017

Hello, Freunde des Neubeginns XXI,

Die Sünde groß machen“ ist nach Martin Luther die Summe des Römerbriefes; denn wenn die Sünde nicht groß sei, würde nicht deutlich, dass die Menschen auf die Gnade Gottes zur Vergebung ihrer Sünden angewiesen seien.“

„Denn wie in Adam alle sterben, so werden auch in Christus alle lebendig gemacht werden.“

„Denn ich weiß nicht, was ich tue. Denn ich tue nicht, was ich will; sondern, was ich hasse, das tue ich. So ich aber das tue, was ich nicht will, so gebe ich zu, daß das Gesetz gut sei. So tue ich nun dasselbe nicht, sondern die Sünde, die in mir wohnt. Denn ich weiß, daß in mir, das ist in meinem Fleische, wohnt nichts Gutes. Wollen habe ich wohl, aber vollbringen das Gute finde ich nicht. Denn das Gute, das ich will, das tue ich nicht; sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich. So ich aber tue, was ich nicht will, so tue ich dasselbe nicht; sondern die Sünde, die in mir wohnt.“Paulus

„Und zum Weibe sprach er: Ich will dir viel Schmerzen schaffen, wenn du schwanger wirst; du sollst mit Schmerzen Kinder gebären; und dein Verlangen soll nach deinem Manne sein, und er soll dein Herr sein. Und zu Adam sprach er: Dieweil du hast gehorcht der Stimme deines Weibes und hast gegessen von dem Baum, davon ich dir gebot und sprach: Du sollst nicht davon essen, verflucht sei die Erde um deinetwillen, mit Kummer sollst du dich darauf nähren dein Leben lang.“ Gott

„Niemand fehlt freiwillig“ – Sokrates.

„Die Verantwortung liegt bei dem, der die Wahl getroffen hat. Den Gott trifft keine Verantwortung.“ Platon.

„Dies ist das Siegel der absoluten hohen Bestimmung des Menschen, dass er wisse, was gut und was böse ist, dass eben sie das Wollen sei, entweder des Guten oder des Bösen – mit einem Wort, dass er Schuld haben kann, Schuld nicht nur am Bösen, sondern auch am Guten. Nur das Tier ist wahrhaft unschuldig. Kinder, ...

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