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Archiv-Tagesmails

Mittwoch, 12. Oktober 2011 – Liebe kommt und geht

Hello, Freunde der Ukraine,

die Dame mit den blonden Zöpfen soll für Jahre ins Gefängnis, alle Beobachter halten das Urteil für die Racheaktion der heutigen putinfreundlichen Regierung. Das Urteil habe schon vor Beginn des Scheinprozesses in der Schublade gelegen. Was die momentane Machtclique sich von dieser Provokation gegenüber Europa verspricht, bleibt im Dunkeln. Rache für die ausgebliebene Perspektive, in die EU zu kommen? Zu dumm, um wahrscheinlich zu sein. Doch wer weiß, wie desolat die Verhältnisse bereits geworden sind, dass man die größten Beklopptheiten nicht mehr ausschließen kann. Die Ungarn sind immerhin in der EU, tun dennoch, was sie, regredierend ins christliche Mittelalter, sich ständig neu einfallen lassen.

Im Gerangel um den Euro-Rettungsfond ist die slowakische Regierung gescheitert. Gerade kleinere Länder wollen ihre Zustimmung nur gegen nationale Sonderbonbons geben. An vorderster Stelle das bisherige Musterland Finnland. Dabei haben viele Kleine bislang mit Steuerdumpingsmethoden clever auf Kosten Gesamteuropas abgestaubt. Frau Herrmann meint: wenn schon ausschließen, warum nicht solche Abstauberländer?

Wenn die Teaparty-Leute in fanatischer Verbissenheit die Profite der Superprofiteure sichern und vermehren wollen, von welcher Ideologie a tergo werden sie beherrscht? Von Wiener Kaffeehäusern, in denen gewisse, im Ersten Weltkrieg abgesunkene Altadlige ihren kleinen Schwarzen schlürften und

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Donnerstag, 13. Oktober 2011 – Ama et ama quod vis

Hello, Freunde des Journalismus,

da gab es mal kritische Journalisten, die sich zusammenfanden, um den Augiasstall ihres Gewerbes zu auszumisten. Nun siehe, die Machenschaften ihres eigenen Gutedel-Clubs ähneln denen, die sie mit Kernseife säubern wollten, fast aufs I-Tüpfelchen. Zuerst hat’s den Herrn Leif gerissen, nun ist Stellvertreter Leyendecker fällig. Nun ahnen wir, warum der deutsche Journalismus in der Kacke sitzt. Womit wir von inneren Scheren, selbstauferlegten Denkverboten und vorauseilenden Gehorsamsakten noch gar nicht gesprochen haben. Doch freuen wir uns: in Ungarn, Ukraine, Usbekistan und Uawagadugu – um nur mal die mit U zu nehmen – ists noch viel schlimmer.

Frauen verändern ein afrikanisches Land, die Rede ist von Liberia. Ein TAZ-Interview mit einer Friedensnobelpreisträgerin. Die jungen Männer behandelten die Frauen nicht mehr als Anhängsel, das sei eine fast eine unumkehrbare Veränderung.

Auch in Kolumbien erkennen Frauen die revolutionäre Kraft des kleinen Unterschieds. Um ihre Männer zu sinnvollen Taten zu bewegen,

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Vorbild Natur

Die Mathematik der Bienen

Die Mathematik der Bienen Gute Nachrichten von der Bienenfront. Jede Biene darf erst nach Ablegen der höheren Mathe-Ausbildung zur Wabenarchitektonik beitragen. Drohnen fallen regelmäßig durch beim hexagonischen Pflichttest und werden ohne Wenn und Aber aus dem Staat der wehrhaften Rechnerinnen ausgeschlossen. Nicht anders als in der athenischen Akademie, deren Schwelle kein der Mathematik Unkundiger überschreiten […]

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Freitag, 14. Oktober 2011 – Altneuland in Berlin

Hello, Freunde der Verschwörungstheorien,

niemand glaubt, dass die Ajatollas einen dümmlich eingefädelten Anschlag in den USA vorhatten. A) Wäre es dennoch wahr, müsste der Iran tollkühn und verblendet geworden sein, was unwahrscheinlich ist. B) Wäre es eine Verschwörung, warum so lächerlich dilettantisch? Antwort: eben drum, weil Verschwörungen dieser Qualität umso eher als Realität genommen werden, je unwahrscheinlicher sie erscheinen. Grund: die Reduktion kognitiver Dissonanz. Jeder denkt: so blöd können die gar nicht sein, also muss was dran sein.

Wer hat ein Interesse an einem kleinen militärischen Abenteuer, um seiner wachsenden Isolierung zu entkommen und den neuen Hitler in Teheran zu stutzen? Eben, die Herren des Mr. O., der offensichtlich nicht davor zurückschreckt, seinen ganz persönlichen Krieg zu bekommen. Schließlich stehen Wahlen vor der Tür. Volker Perthes begnügt sich mit Andeutungen, wer hinter den Gerüchten stehen könnte.

Wie komm ich jetzt nur auf die neue Liebe

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Montag, 10. Oktober 2011 – Die Wiederkehr der Mütter

Hello, Freunde der Demonstrationen,

99% der Menschheit lässt sich von 1% Schlitzohren mit krimineller Energie in globalem Maßstab ausrauben. Begonnen hat der Raubzug mit der Erfindung jenes Zaubermittels, das in der Lage war, Reichtum in handlicher Form zu symbolisieren, zu akkumulieren und zu konzentrieren: dem Geld. Vor Erfindung des Geldes konnte man nur Kleinkram tauschen, keine Reichtümer einkassieren. Privatbesitz war fast unbekannt, konnte weder addiert noch verloren werden. Niemand war in der Lage, sich zu verschulden, niemand lebte über seine Verhältnisse.

Erst mit der Quantifizierung patriarchalisch-privater Besitztümer, die das Kollektiveigentum der Mütter eliminierten, konnte das Rechnen in Erfolgs- und Misserfolgskategorien beginnen: das Addieren, Subtrahieren, Multiplizieren und Dividieren von flexiblen, abstrakten Besitzsymbolen. Was die einen gewannen, verloren die anderen: von Anfang an gab es keine Win-Win-Spiele. Was gemeinsam erarbeitet wurde, floss mit beschleunigter Geschwindigkeit in immer weniger Hände, indem es der wachsenden Mehrheit aus der Tasche gezogen wurde. Dem Akkumulieren oder Anhäufen stand das Diminuieren oder Verringern gegenüber. Damit war der gleichwertige Tausch erledigt, der

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Freitag, 07. Oktober 2011 – Steve Jobs

Hello, Freunde des Verrückten,

die Einheimischen feiern derzeit einen Amerikaner als Visionär, den sie als missratenen Studenten nicht mal bei der Müllabfuhr nehmen würden. Hierzulande sollen die jungen Möchtegernakademiker ihre Interessen schon kennen, bevor sie solche bereits entwickeln durften. Bis zum Abitur gibt’s nur Bildung, kurz danach sollen fertige Interessen daraus geschlüpft sein wie Riesennattern aus Wachteleiern. Bevor sie sich einschreiben, sollen sie ihren weiteren Lebenslauf bis an ihr selig Ende vorprogrammiert haben. Zwischen Bildung und Interesse liegen Welten.

Streng gesprochen sind es die Gegensätze zwischen Klugheit – der Fähigkeit, alles zu bedenken – und jenem Eigendünkel, der nur die eigenen Vorteile kennt. Historisch der Gegensatz zwischen deutschem Denken und englischer Geldgier. Oder griechischer Liebe zur Weisheit und römischer Versessenheit auf Macht und Mammon. Es ist nicht der Unterschied zwischen Altruismus und Egoismus, auch der anspruchsloseste Kyniker will glücklicher sein als der gierigste Kleptograt.

Im ursprünglichen Amerika – und Steve Jobs gehört zweifellos dazu – sind beide Elemente noch miteinander verquickt: Wissen wollen um des Wissens willen und Erfolg damit haben. Vielleicht haben sich deutsches und angelsächsisches Wesen zur amerikanischen Synthese gefunden. Das kann man bereits bei John Dewey sehen,

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Natur schlägt zurück

Die lieben Kleinen

Natur gegen Technik. Gegen die natür-liche Solidarität der vielen Kleinen hat der Mensch keine Chance. Die unglaublich schnellen „Crazy Rasberry Ants“

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Bücher

Buch Karl Popper – Die offene Gesellschaft und ihre Feinde

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Bücher

Buch Avraham Burg – Hitler besiegen

Avraham Burg:  Hit­ler be­sie­gen – Warum Is­ra­el sich end­lich vom Ho­lo­caust lösen muss CAMPUS VERLAG  2009 Klappentext Avraham Burg, früherer Parlamentspräsident, Knesset-Sprecher und Leiter der Jewish Agency, spricht aus, was viele in Israel empfinden: Der jüdische Staat ist besessen vom Misstrauen – gegen sich selbst, seine Nachbarn und die Welt um sich herum. Der Holocaust […]

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Donnerstag, 06. Oktober 2011 – Die Piraten

Hello, Freunde der Piraten,

Herr Nerz ist, wie mittlerweilen jeder Berliner von Format, ein echter Schwabe. Zudem ehemaliger CDUler aus Tübingen. Er nennt seine Piratenpartei eine Grundrechtspartei, keine Spielwiese für Internetsüchtige. Schon mal eine wichtige Richtigstellung, der Rest klingt auch nicht doof. Dass sie sich als „Betriebs“system verstehen, ist verbal so daneben wie die „liquid democracy“. Was nur fließt, ist schnell zerronnen. Gibt’s keine Punkte, zu denen man stehen kann? Die Aufregung um die Youngsters wird sich schnell geben, dann müssen die Störtebekers zeigen, dass sie mehr können, als überfallartig aus der Tiefe des Raumes zu kommen und die Stimmen enttäuschter Grüner zu entern.

Politischer Suizid auf offener Szene. Über Nacht ist der Lack ab vom Kreuzberger Stenz. Auf den Fotos sieht er aus wie ein welker Zuhälter. Dass die Berliner dieser Kreuzung aus Spreewälder Phallus-Gurke und einem selbstverliebten Harald Juhnke ihre Stimme gaben, wird Friedrich im Grabe zur Rotation gebracht haben. Da gab es auf einmal frischen Wind in Richtung Rot-Grün, doch nein, die Guccis und Schischis unter den SPD-Gecken speisen lieber mit Messern und Gabeln bei den Konservativen, als ordinäre Buletten mit den Pfoten reinzuziehen. Wollen die Schröderlinge ernsthaft mit den Schwarzen ins Bett? Dann wird mater dentata Merkel

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