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Montag, 09. Juli 2012 – Religion muss beschnitten werden

Hello, Freunde Rumäniens,

erst Ungarn, nun Rumänien. Die osteuropäischen Mitglieder der EU torkeln von Krise zu Krise. Nun wurde mit fragwürdigen Methoden der rumänische Präsident seines Amtes enthoben. Das Elend der rumänischen Demokratie erstreckt sich gleichmäßig über die politischen Lager bis weit in die Behörden. Das Volk misstraut allen und hat keine Kraft, seine politische Klasse unter Kontrolle zu bringen.

Eine Demokratie benötigt mehr als die Einrichtung von Institutionen und Verfahrensregeln. Wenn die Menschen keine demokratische Kompetenz lernen konnten, woher soll sie kommen? Die jahrhundertelange Unterdrückung der Denkfreiheit durch Nomenklatura und Klerus zeigt ihre Wirkung.

Doch es genügt nicht, das Elend zu beklagen, es müsste analysiert und benannt werden. Die Feinde der Demokratie regieren noch heute – im Namen der Demokratie. Warum wird nie die verheerende Rolle der Religion erwähnt, obgleich ohne sie keine Macht sich im Sattel halten könnte?

Europa wird nicht weiterkommen ohne

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Mittwoch, 25. Juli 2012 – Intolerante Werte (Dirk Pilz I)

Hello, Freunde der Werte,

über Angstattacken und Orgasmusstörungen nach Beschneidungen interviewt Heide Oestreich den Psychotherapeuten Matthias Franz in der TAZ. Die Knaben erlebten die Drohung: „Wenn du nicht tust, was Gott und deinem Vater gefällt, könntest du wieder beschnitten werden.“ Der Junge könnte seine Eltern für den Eingriff nicht offen kritisieren.

In der Debatte ginge es nicht darum, jüdisches und muslimisches Leben in Deutschland zu vertreiben, sondern im Gegenteil, es innerhalb der geltenden Rechtsordnung zu schützen. Franz fordert einen behutsamen Dialog zwischen allen Beteiligten. Auch die Ängste der Befürworter müssten verstanden werden.

In Amerika sind viele Männer beschnitten. Unumstritten kann die Praxis aber nicht sein, sonst gäbe es keinen Comic-Helden Foreskin-Man (Vorhautmann), der kleine Jungs vor der Beschneidung rettet.

Im Jahre 2002 war die Schar der Beschneidungsgegner noch klein. Inzwischen sind es schon Tausende. Der Zeichner selber wurde aus hygienischen Gründen beschnitten und klagt heute über mangelnde sexuelle Aktivität. Jeder Mann sollte sich selbst entscheiden dürfen, ob er beschnitten werden will, meint der Verfasser.

Dreißig Kugeln ins Gesicht wurden einem der Verfasser eines kritischen Menschenrechtsberichts über die Verhältnisse in Afghanistan angedroht. Die Veröffentlichung des Berichts wird von der Karsai-Regierung und dem Westen unterdrückt. Er passe nicht in

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Freitag, 10. August 2012 – David Grossman

Hello, Freunde des Abiturs,

Impressionen aus deutschen Abiturfeiern:

Alle fühlen sich wahnsinnig befreit.

Eltern werden traurig sein, weil die Tochter mit einem Schnitt von 1,4 enttäuschte.

Die Welt öffnet sich gerade für uns, wir müssen nur mutig sein und etwas wagen.

Ich freue mich, dass ich so eine tolle Schulzeit mit euch verbracht habeauch wenn ich oft des Drucks der Erwachsenenwelt müde geworden bin.

Wir haben ein Recht darauf, Visionen zu haben.

Danke für jede Stunde, in der wir etwas gepaukt haben, was wir sowieso niemals verstehen werden.

Lehrer werden menschlich, Eltern bleiben peinlich.

Danke, wir hatten doch irgendwie eine gute Zeit. (DER SPIEGEL)

 

Impressionen zur Selbstbestimmung der Religion:

Vor Jahren vegetierten 30 Sektierer im russischen Pensa mit ihren Kindern in einem unterirdischen Tunnelsystem. Nun ein ähnlicher Fall im russischen Kasan. Dort haben Sicherheitskräfte eine muslimische Sekte ausgehoben.

Mindestens 27 Minderjährige mussten jahrelang in einem unterirdischen Zellensystem ausharren – ohne natürliches Licht, ausreichende Luftzufuhr und ärztliche Versorgung. Das jüngste Kind war knapp ein Jahr und sieben Monate.

Die Eltern waren der Meinung, ihre Kinder lebten unter normalen Bedingungen. Ein Mitglied der Gruppe

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Sonntag, 26. August 2012 – Walser und Europa

Hello, Freunde des Rechtfertigungsdrucks,

seit den 80er Jahren setzten sich die Kirchen für Frieden, Gerechtigkeit und  Bewahrung der Schöpfung ein, sagt ein evangelischer Bischof. Bleiben nach Adam Riese eintausendneunhundertachtzig Jahre, in denen sie für Unfrieden, Ungerechtigkeit und Zerstörung der Schöpfung eingetreten sein müssen. Demnach muss fast 2000 Jahre lang Religion das Instrument der Gewalt gewesen sein.

Seit den 80er Jahren litten die Religionen unter dem Rechtfertigungsdruck, beweisen zu müssen, dass Religion dem Frieden dient. Ein entsetzlicher Leidensdruck. Dann war es gewiss ein Dämon in einem gefälschten Buch, der zu Protokoll gab: meinet nicht, dass ich gekommen sei, Frieden auf die Erde zu bringen.

Eine schreckliche Last, nachweisen zu müssen, dass die eigenen heiligen Schriften nicht kriegs- und gewaltsüchtig sind, obgleich sie Natur und Menschheit den Vernichtungskrieg erklärt haben. Fromme müssen belegen, dass ihre Schriften, die sie für unfehlbar halten, lügen würden – wenn man sie wortwörtlich nähme.

(Julia Haak im BZ-Interview mit Bischof Dröge

 

Wozu brauchen wir einen Verfassungsschutz? Als Frühwarnsystem hat er nie getaugt, hatte nie eine sinnvolle Aufgabe, brachte nur Skandale hervor und beeinträchtigt notorisch die Bürgerrechte. Im besten Fall

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Dienstag, 11. September 2012 – Judith Butler

Hello, Freunde des Euro,

Ulrike Herrmann ist sicher: Morgen wird Karlsruhe die Deutschtümelei des Merkel-Euro-Kurses beenden. Der Rettungsschirm werde abgesegnet, immerhin habe ihn die Mehrheit des Bundestages befürwortet. Würden die Richter den ESM stoppen, bräche der Euro auseinander, ganz Europa wäre gefährdet. Ein Euro-Crash käme für Deutschland und ganz Europa so teuer, dass „das BVG seine Legitimation verlieren würde“. (Ulrike Herrmann in der TAZ)

Judith Butler ist die erste Frau, die den Adorno-Preis erhält. Die offiziellen jüdischen Organisationen werden der Feier in der Paulskirche fern bleiben. Butler sei eine „Israel-Hasserin“, die das „Geschäft der Todfeinde Israels“ besorge, so der Zentralrat der Juden.

Muss man Israel lieben, um kein Antisemit zu sein? Hass ist kein schönes Gefühl, aber noch kein Mord. Besser Hass, der sich offen erklärt, als gleißnerisches Gift der Freundschaft. Wer sich Rechenschaft über seine Gefühle ablegt, muss sie zuerst zur Kenntnis nehmen und darf sie nicht verdrängen. Nur durch offene Feldschlacht kann man sie zur Raison bringen.

Die meisten „Antisemitismus-Gefühle“ in Deutschland sind vermutlich unterdrückte Ressentiments der Art: darf ich Juden nicht mal freimütig für bescheuert erklären wie einst Bayern die Preußen, ohne gleich als Judenfresser zu gelten? Welcher Ehemann hat seine traute Gattin noch nie gehasst?

Die Juden haben derart Grauenhaftes in Deutschland erfahren, dass sie „übersensibel“ reagieren. Übersensibilitäten und Ängste aber sind keine verlässlichen Instrumente zur Messung kollektiver Befindlichkeiten.

Den Empfindlichkeiten deutscher Juden entspricht spiegelbildlich die ständige Angst

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