Tagesmail vom 28.09.2026
Terra Madre – die Erde muss uns bleiben LXX,
heute feiert die Welt ihren 70. letzten Geburtstag, macht’s gut, Genossinnen und Genossen.
Terra madre allerdings bleibt ewig.
Keine Nachrichtensendung ohne Erhebung eines der Völker gegen die kapitalistische Erfindung des Calvinismus.
Warum Theologien erfinden, um das Geld heilig zu sprechen?
Die abendländische Wirtschaft gilt als schwer verständlich. Dabei ist sie ganz schön einfach – allerdings muss die Botschaft zuvor mit der Axt zusammengeschlagen werden.
„Denn jedem, der hat, wird gegeben werden, und er wird Überfluss haben, dem aber, der nichts hat, wird auch das genommen werden, was er hat. Und den unnützen Knecht stosset hinaus in die Finsternis, die draussen ist. Dort wird sein Heulen und Zähneknirschen.
Doch diese meine Feinde, die nicht wollten, dass ich über sie König werde, führet hierher und machet sie vor meinen Augen nieder.”
„Aus deinem Mund will ich dir das Urteil sprechen, du böser Knecht. Du wusstest, dass ich ein harter Mensch bin, dass ich nehme, das ich nicht hingelegt habe und ernte, was ich nicht gesät habe? Und warum hast du mein Geld nicht auf die Bank gegeben? Dann hätte ich es bei meiner Rückkehr mit Zinsen eingefordert. Und zu den Dabeistehenden sprach er: nehmet ihm das Pfund weg und gebet es dem, der die zehn Pfunde hat! Und sie sagten zu ihm: Herr, er hat schon zehn Pfunde. – Ich aber sage euch: jedem, der hat, wird gegeben werden, dem aber, der nicht hat, wird auch das genommen, was er hat. Doch diese meine Feinde, die nicht wollten, dass ich über sie König werde, führet sie hierher und machet sie vor meinen Augen nieder.”
Das ist die heilige Botschaft des heiligen, barmherzigen Westens.
Die gnadenreichen Sätze des Herrn lassen sich nach Belieben vermehren.
„Und den unnützen Knecht stosset hinaus in die Finsternis, die draussen ist. Dort wird Heulen und Zähneknirschen sein.
Wenn aber der Sohn des Menschen in seiner Herrlichkeit kommen wird und alle Engel mit ihm, dann wird er sich auf den Thron seiner Herrlichkeit setzen, und vor ihm werden alle Völker versammelt werden und er wird sie voneinander sondern, wie der Hirt die Schafe von den Böcken, aber zur Linken. Dann wird der König denen zu seiner Rechten sagen: Kommet her, ihr Gesegneten meines Vaters, erbet das Reich, das euch von Grundlegung der Welt an bereitet ist. Denn ich war hungrig und ihr habt mir zu essen gegeben: ich war durstig, und ihr habt mich getränkt. Ich war fremd und ihr habt mich mich beherbergt: ich war nackt und ihr habt mich bekleidet, ich war krank und ihr habt mich besucht, ich war im Gefängnis und ihr seid zu mir gekommen. Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: Herr, wann sahen wir dich hungrig und haben dich gespeist? Oder durstig und haben dich getränkt? Wann sahen wir dich als Fremden und haben dich beherbergt? Oder nackt und haben dich bekleidet? Wann sahen wir dich krank oder im Gefängnis und sind zu dir gekommen?
Und der König wird ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch: Wiefern ihr es einem dieser meiner geringsten meiner Brüder getan habt, habt ihr es mir getan.
Dann wird er auch sagen zu denen seiner Linken: Gehet hinweg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das mein Vater dem Teufel und seinen Engeln bereitet hat? Denn ich war hungrig und ihr habt mir nicht zu essen gegeben; und ich war durstig und ihr habt mich nicht getränkt. Und ich war fremd und ihr habt mich nicht beherbergt: ich war krank und im Gefängnis und ihr habt mich nicht besucht. Dann werden auch sie antworten: Herr, wann sahen wir dich hungrig oder durstig oder als Fremden oder nackt oder krank oder im Gefängnis und haben dir nicht gedient?
Dann wird er ihnen antworten: Wahrlich, ich sage euch: Wiefern ihr es einem dieser Geringsten nicht getan habt, habt ihr es auch mir nicht getan. Und diese werden in die ewige Strafe gehen und die Gerechten aber in das ewige Leben.”
Was ist das für eine gewaltige Wiederholungspredigt!! Und was folgt daraus für die Frommen?
Gehen wir zu den frühen Geldmachern in England. Hier behauptet der Liberale: “jeder Eingriff des Staates zum Schutz der Schwachen, aller Sozialismus ist ein Eingriff in das Naturgesetz. Keine humane Rücksicht darf den schrankenlosen Konkurrenzkampf hemmen oder einschränken. Die künstliche Erhaltung der Schwachen, Kranken und Minderwertigen ist vom ethischen Standpunkt aus verwerflich. Spencer bekämpft … als echter Vertreter des englischen Liberalismus den Sozialismus aufs schärfste”.
„Die neue Ethik richtet sich gegen die ganze bisherige Mitleids- und Liebesethik, gegen die ganze Ethik der Nächstenliebe. Sie verwirft die Nächstenliebe, die zur Erhaltung des Kranken, Schwachen und Minderwertigen führt, sie verkündigt das Recht des Starken, die Auslese der Tüchtigen, die Herrschaft des genialen Individuums. Ihr höchstes Gebot ist die Rücksicht auf das künftige Geschlecht, ihr Ziel ist nicht die Steigerung der Kultur, sondern die Höherbildung der Rasse, ihr Ideal nicht bessere Lebensbedingungen, sondern Höherzüchtung der Gattung.
Die Entwicklungsfähigkeit des Menschen über sich selbst hinaus gilt den Verfechtern dieser Lehre als ein sicheres Wissen.”
Wen wundert es, dass der Denker, der diese Fortschrittslehre allein folgerecht vertreten hatte, ein Deutscher war – Friedrich Nietzsche.
Damit ist klar, dass im liberalen Bismarck-Deutschland der technische Fortschritt nicht am Platze war.
Jean Paul lehrte demonstrativ:
„Ich richtete mich wieder auf, dass der Tod das Geschenk einer neuen Welt sei und unwahrscheinliche Vernichtung ein Schlaf.” Jetzt, nach dem Untertauchen im Tode, kann er, nach dem Großen Abschied, die Welt in den leuchtendsten Farben schildern, wie vom jenseitigen Ufer.“
Wer versteht die Entwicklung in die verhängnisvolle europäische Zukunft – nach dem Tode der Gegenwart? Danach erst wird sich die unfassliche Zukunft der Technik öffnen.
Der Mensch wird es nicht mehr schaffen. Es wird nur die künstliche Technik sein, die uns den grandiosen Horizont öffnen wird – wenn er dran glaubt.
Die Gegenwart weiß nicht, woran sie glaubt, woran sie glauben soll.
Das macht die Verwirrung der globalen Welt, die heute niemand mehr entwirren kann.
Wer soll den großen Krieg beginnen, wer den Himmel mit seinen Utopien reinigen?
Das Dritte Reich war der verzweifelte Versuch der Deutschen, sich mit einem außerordentlichen Kraftakt zu einer sinnvollen Zukunft – nach einem schrecklichen Inferno – zu zwingen. Dazu brauchten sie die gnadenlose Ermordung der Juden.
Das haben die Mörder bis heute nicht verstanden.
Fortsetzung folgt.