Tagesmail vom 17.11.2025
Terra Madre – die Erde muss uns bleiben XXV,
„Der Physiker Mario Krenn möchte künstliche Wissenschaftler bauen. Schon jetzt entwerfen seine KI-Programme Experimente, an die Menschen nicht denken. Die Versuche könnten die Forschung entscheidend voranbringen.“ (SPIEGEL.de)
Hat Forschung mit Politik zu tun? Bringt sie Lösungen hervor, die der Menschheit unbekannt sind? Was weiß die Maschine, was Alexandra Korap Munduru unbedingt wissen müsste, um mit ihrem Stamm zu überleben? Heißt: Forschung voranbringen, die Menschheit voranbringen?
Was wird Mario Krenn wissen, was Yoshua Bengio jetzt schon für gefährlich hält?
„Der Informatiker Yoshua Bengio gilt als einer der wichtigsten KI-Forscher der Welt und wichtiger Gründervater der Technik. Heute hält er seine Schöpfung für brandgefährlich – und warnt vor dem Kontrollverlust. Wir verstehen die KI-Modelle heute nicht mehr sehr gut. Letztendlich beherrschen wir sie nicht. Wenn wir so weitermachen, könnte die KI mächtiger werden als wir selbst. Das finde ich beängstigend. Letztlich brachte mich die Liebe zu meinen Kindern zur Umkehr. Als mir klar wurde, dass ihre Zukunft bedroht ist, musste ich handeln.“ (SPIEGEL.de)
Gibt es Gespräche zwischen Krenn und Bengio? Was sind ihre Streitpunkte? Oder arbeiten sie sprachlos aneinander vorbei?
„KI kann Experimente vorschlagen, auf die ein Mensch nicht kommt. Und die zudem besser sind als alles, was wir designen. Man kann sie womöglich schneller bauen als beispielsweise riesige Teilchenbeschleuniger, und diese Versuche könnten empfindlicher sein, also genauere Daten sammeln. Mit ihnen stoßen wir hoffentlich auf physikalische Effekte, die man davor nicht beobachten konnte. Damit werden wir die Forschung nicht nur beschleunigen, sondern ganz neue Richtungen eröffnen.“
Wissen die KI-Maschinen nicht, dass das beste Ziel der Menschheit – Frieden mit sich und der Natur – allen Menschen bekannt ist; es sei denn, sie wollen es nicht wissen oder verleugnen es sogar wie vernagelte Politiker, die Trump heißen?
Warum sind Sie mit ihrer tollen Supermaschine nicht in Belem und erklären den Öko-Delegierten ihre fantastischen Lösungen – die Sie bis jetzt nicht einmal selbst kennen?
„Eine KI kann diesen gewaltig großen Raum der Möglichkeiten schnell und unvoreingenommen durchsuchen. Und genau das Experiment vorschlagen, das die Forschungsfrage am besten beantwortet.“
Was ist gewaltiger als Überleben und gut leben? Sind Sie sicher, dass KI-Wissenschaft die wirklichen Probleme der Menschheit kennt? – Oder ist es möglich, dass Naturwissenschaft etwas erforscht, was das Glück der Menschen auf Erden vollständig negiert?
„Aber dass es Fortschritt geben wird, ist fix.“
Fortschritt worin? Im Glashaus der Algorithmen – oder im wirklichen Leben? Bisher hat sich die mathematische Wissenschaft nur dadurch hervorgetan, dass sie Machtmaschinen über die Natur erfand. Sonst nichts.
Die Menschheit aber braucht keine Machtmaschinen, sondern eine intakte Natur, die in der Lage ist, den Menschen zu ernähren und ihm das Gefühl der mütterlichen Geborgenheit zu vermitteln.
„Wie bei physikalischen Experimenten gibt es also einen großen Suchraum. Forschende wollen, um es mit einem Sprichwort zu sagen, die Nadel im Heuhaufen finden. Darin ist KI besonders stark.“
Ist nicht das der Hauptirrtum der exakten Wissenschaft, etwas wissen zu wollen, was der Menschheit schnurzegal ist? Möge diese skurrile Wissenschaft wenige Sonderlinge auf dem Erdboden mit ihren bizarren Einfällen unterhalten – aber mit lebensnotwendiger Überlebenspolitik hat sie nichts zu tun! Nichts, absolut nichts.
„SPIEGEL: Ihr Ziel ist es, einen künstlichen Wissenschaftler hervorzubringen. Das hört sich nach Science-Fiction an.“
Ist das ein absurder Scherz: Ziel dieser Zahlenwissenschaft ist ein künstlicher Wissenschaftler – aber nicht das Überleben der Menschheit?
„Deshalb möchte ich genau verstehen, wie extrem gute menschliche Wissenschaftler arbeiten. Was treibt sie an, was finden sie interessant? Wie nutzen sie ihre Kreativität, um auf neue Forschungsideen zu kommen? Und dann möchte ich diese Eigenschaften in einem Algorithmus schrittweise nachbilden.“
Haben Sie sich jetzt nicht verraten? Sind Sie Autist, der nur sich verstehen will, aber nicht das geringste Interesse für die wirkliche Menschheit aufbringt? Ist das nicht ein schrecklicher Hohn auf die Menschen in Belem, die miteinander um das Überleben kämpfen – doch Sie interessieren sich nur für die algorithmischen Fähigkeiten Ihrer unbekannten Super-KI?
„Krenn: Einstein nannte die Verschränkung einmal »spukhafte Fernwirkung«. Sie ist eine der beeindruckendsten Eigenschaften der Quantenphysik … „Eines Morgens wachte ich auf und fand eine Datei auf meinem Desktop: solution.txt.“
Entschuldigen Sie: ist das Ganze nicht ein bizarres Märchen für Konsolenfanatiker – aber keine reelle Lösung, um den Urwald am Amazonas zu retten?
„SPIEGEL: Auf welche Idee Ihrer KI sind Sie besonders stolz?“
Ist das eine ernsthafte Frage, wenn es der Menschheit um Alles oder Nichts geht? Spielen Sie mit ihrem Zauberkasten oder wollen Sie der bedrohten Menschheit zu Hilfe kommen? Wir fragen uns, wie sich der Einsatz von KI auf die nächste Generation von Naturwissenschaftlern auswirkt. Sehen Sie die Gefahr, dass Studierende sich nur noch auf KI verlassen und nicht mehr lernen, kritisch zu denken?
Es ist ein alter Konflikt: wer rechnet und zählt, denkt noch lange nicht. Haben die Naturwissenschaften total den Satz von Sokrates vergessen: von der Natur kann ich nichts lernen?
„Krenn: Wissen Sie, früher haben Studenten der Physik gelernt, wie sie eine Wurzel ohne Taschenrechner ziehen. Ich weiß nicht mehr, wie man das macht. Das ist auch kein Problem. Das Wichtige ist, dass man das Ergebnis einer Maschine überprüfen kann. Ein Ergebnis, das sich nicht überprüfen lässt, ist in der Wissenschaft wertlos, das wird man in keinem angesehenen Fachjournal veröffentlichen können.“
Ist Wissenschaft nur für sich da? Nicht für die Menschheit, die sehr wohl weiß, wie sie sich retten könnte, aber leider in ihrem Tun gehemmt wird durch konträre Interessen der Superreichen, die sich nur für ihren Profit interessieren?
„SPIEGEL: Wann wird es den ersten selbstständigen künstlichen Wissenschaftler geben? Krenn: Ich glaube, dass ich den noch erleben werde.“
Hui, und dann kommt der Wundermann, ein heiliger Roboter und wird alle Probleme der Menschheit in Nullkommanix lösen? Glauben Sie das tatsächlich?
Haben Sie, Herr Wissenschaftler, auch nur einen einzigen Moment an die Überlebensprobleme Ihrer Kinder gedacht – sofern Sie welche haben – um sie zu beruhigen, wenn Sie nach Hause kommen und Sie mit Fragen überhäufen werden?
Für dieses mediale Gespräch – das keines war, sondern nur ein sinnloses Herumfragen um den Brei herum – danken wir Wissenschaft und Medien nicht. Das war ein Scheingetöse mit unbekannten Begriffen und wissenschaftlicher Angeberei. Kein Mensch in Belem wird das Mediengetue als Hilfe ihrer Bemühungen anerkennen.
Wieder einmal hat die hohe Wissenschaft bewiesen, dass sie immer mehr Macht haben wird über die Menschheit, aber nicht, wie man die verunstaltete Mutter Erde retten kann, um ihre Kinder in eine friedliche Zukunft zu führen. Echte Wissenschaft erblüht nur in gesprächsbereiten Demokratien, in denen alle Mitglieder dieselbe Sprache sprechen. Heute haben komplexe Spezialsprachen alle Gemeinsamkeiten zerstört.
Dieses mediale „Gespräch“ ist nichts anderes als eine hybride Narzissmus-Show à deux.
Fortsetzung folgt.