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Terra Madre – die Erde muss uns bleiben LXVIII

Tagesmail vom 14.09.2026

Terra Madre – die Erde muss uns bleiben LXVIII,

Allmählich begann das terrestrische Läuten der Glocken die gesamte Erde zu betäuben.

Die Menschen verstanden noch nicht, was geschah. Sie strömten auf die Gassen, die Straßen, auf die Felder, setzten sich in ihre privaten Flugzeuge, ihre voluminösen Schiffe.

Die Reichen, die es zu Herren der Welt gebracht hatten, versteckten sich in den albanischen Bergen, die Gelehrten wühlten verzweifelt in ihren kostbaren Büchern, um zu erfahren, welche unerhörten Botschaften aus dem Weltall auf sie zukamen.

Waren sie keine Herren der Welt geworden? Hatten sie es nicht über die Jahrhunderte hinweg auf die Spitzen der Weltgebirge gebracht? Kommandierten sie nicht die diffizilsten Maschinen der Welt, deren Kommandos nur sie zu befehligen verstanden?

Hört, wie immer mehr die alten Kirchen-Glocken das Universum zu erfüllen begannen.

Nur wenigen Menschen dämmerte es: war es nicht die gesamte Schöpfung, die in Aufruhr gekommen war, um die Erdenbewohner ihrem apokalyptischen Glauben entgegenzuführen?

Am Anfang hatte Gott Himmel und Erde erschaffen – am Ende begannen die Vorwitzigsten seiner Geschöpfe, die Fundamente vollends zu zerlegen und vor dem Neuen kein Halt zu machen.

Tausende von Jahren hatte das Alte wider das Neue gekämpft. Nun schien es plötzlich, als nähere sich das allgemeine Ende, als sei die Erfüllung gekommen.

Ein aus Deutschland kommender Denker, der deutsche Tiefe in amerikanische Unendlichkeit verwandeln wollte, war überzeugt, dass die christlichen Völker mit ihren technischen Möglichkeiten sich jenem Ende näherten, dem sie seit Jahrhunderten entgegenfieberten.

Aber welche technischen Ziele will er denn realisieren?

„Technologischer Fortschritt wird nicht alle Probleme der Menschheit lösen. Aber ohne technologischen Fortschritt werden wir gar kein Problem lösen”, so Peter Thiel im 2016 im Gespräch mit Jens Spahn.

Will er das Leben der Menschen verlängern und seine Unsterblichkeit anstreben? „Grundsätzlich bin ich dagegen”, so Thiel auf die Frage, was er von dem Thema Sterblichkeit hält.

Schon 2016 hatte Mark Zuckerberg mit seiner Frau Priscilla Chang eine drei Milliarden Dollar schwere Initiative angekündigt, mit dem Ziel, menschliche Krankheiten zu besiegen. (Peter Thiel, die Biogafie)

„Unser Leben wird weniger frei sein als heute. Alles wird über jeden Einzelnen bekannt sein, von den individuellen Vorlieben über den Gesundheitszustand bis zum Bewegungs- und Konsumentenprofil. Und das rund um die Uhr. Werden wir uns humanoide Roboter als Heimbutler halten, die uns auch in einer immer älter werdenden Gesellschaft am Arbeitsplatz und privat assistieren und damit unser Leben angenehmer gestalten?“

Wird das Leben geprägt sein von totaler Orwell’scher Überwachung oder wird es eher Huxleys Vision vom Leben in Stabilität, Frieden und Freiheit ähneln?

Der Innovationswettlauf um die Eroberung des Weltalls wird zur Verbesserung der Lebensumstände auf der Erde führen. Hierher gehört auch Thiels Vision vom fliegenden Auto.

Sind seine apokalyptischen Visionen orthodox christlich? Oder beruhen sie auf anderen Zielen?

„Ihr Frauen, seid untertan euren Männern, wie dem Herrn. Denn der Mann ist das Haupt der Frau, wie auch Christus das Haupt der Kirche ist. Wie nun aber die Kirche Christus untertan ist, so sollen es auch die Frauen ihren Männern in allem sein.” (Eph 5)

Das ist nicht alles: “Zieht die ganze Waffenrüstung Gottes an, damit ihr den listigen Anschlägen des Teufels standhalten könnt. Denn unser Ringkampf geht nicht wider Fleisch und Blut, sondern wider die Gewalten, wider die Mächte, wider die Beherrscher dieser Welt der Finsternis, wider die Geisterwesen der Bosheit in den himmlischen Regionen. Darum ergreifet die ganze Waffenrüstung Gottes, damit ihr am bösen Tage Widerstand leisten und alles vollbringen und standhalten könnt.”

Sind das nicht riesige Zeiträume, die von den Milliardären eingeplant sind? Plötzlich aber tauchen ganz andere Vorstellungen auf, die mit der Apokalypse nichts zu tun haben können!

Hören wir Stöckers Worte zum Beispiel:

„Ein Social-Media-Post eines Ex-KI-Entwicklers hat eine Welle existenzieller Angst losgetreten – diesmal wohl zu Recht. Nötig ist jetzt das, was Donald Trump und seine Anhänger besonders verachten.Was der Chor der KI-Fachleute sagt, lauter als je zuvor, ist dies: Wir haben schon jetzt keine echte Kontrolle mehr. Wir sind aber trotzdem dabei, Maschinen zu bauen, die sich selbst immer weiter verbessern können. Recursive Self Improvement (RSI) ist das Menetekel, vor dem bei Anthropic, OpenAI und Deepmind so viele Angst haben: eine KI, die sich selbst optimiert, ohne menschliche Aufsicht, in rasendem Tempo. Noch ist es nicht so weit, aber alle arbeiten darauf hin. Und alle fürchten sich davor.Parallel fällt eine weitere Barriere: Die Maschinen »denken« und planen jetzt manchmal nicht mehr auf Englisch, sondern in »Neuralese« einer Sprache, die nur sie selbst verstehen. Kontrolle wird immer schwieriger.“ (SPIEGEL.de)

Trump gehört auf keinen Fall zu jenen Apokalyptikern, die in Cooperation mit den anderen Silicon-Valleyern die Zukunft der Erde beherrschen werden.

KI gibt uns noch ein halbes Jahr. „Anthropics Chef sagt, der Menschheit bleibe vielleicht nur noch ein halbes Jahr, bis die künstliche Intelligenz außer Kontrolle gerate. OpenAI verschiebt seinen Börsengang – sogar Elon Musk applaudiert.”

Wer beginnt nicht die Angst der Menschen zu verstehen, die die Schrecken der Apokalypse vor ihrer Pforte stehen sehen?

Das Ende der Welt steht bevor?

Also der Teufel mit seinen Dämonen?

Was also müsste sich so schnell wie möglich ändern, um die Schrecken der Apokalypse zu vermeiden?

Beispielsweise müssten sich die Medien ändern. “Schreiben, was ist”- das wäre vorbei. Die Medien müssten beweisen, auf welcher Seite sie stehen. Auf der Seite des schlechten Realen – oder der Seite des Humanen, Demokratischen?

Humane Medien dürften nie auf der passiven Seite dessen verharren, was ist, Der SPIEGEL z B. ist ein vorzügliches Organ, aber in diesem Punkt müsste er sich radikal ändern.

Humane Demokraten müssten sich scharf verändern und sich überlegen, wohin der Karren laufen soll. Weiter so, wie bisher, wäre ein Rutsch in den Untergang.

Das gelänge nur in Zusammenarbeit mit allen denkenden Menschen – rund um die Erde.

Unmöglich wäre die weitere Dominanz der Superreichen über die Armen und Obdachlosen.

Die deutschen Parteien pflügen heute nicht gründlich genug ihre gedanklichen Grundlagen um, die sich erst im 19 Jahrhundert philosophisch von der Französischen Revolution gelöst haben.

Die deutschen Schulbehörden verstecken sich hinter Pisa-Tests, ohne zu realisieren, dass ihre eigenen Fähigkeiten noch mittelalterlicher sind. Was sie in ihren Talk-Shows beweisen ist mehr als mangelhaft.

Im 19. Jahrhundert haben sich die gestrengen Lateiner und Griechen in den neuen Gymnasien von Goethe und Schiller getrennt, ohne zu bemerken, dass auch diese Klassiker keineswegs klassisch waren. Mit Demokratie hatten sie nicht viel am Hut.

Bis heute haben sie nicht bemerkt, dass Jesus und Sokrates unvereinbar sind miteinander.

Was war der Hauptunterschied zwischen dem Neuen und dem Alten?

Die Renaissance hatte die griechische Gelehrsamkeit nach Mitteleuropa transportiert. Bemerkte aber nicht, dass das Gute mit dem Schönen verschwistert war, sodass die Moral allmählich aus der strengen Wissenschaft hinausgeworfen wurde. Noch heute sind es die neoliberalen Positivisten (Hayek), die die gesamte Wirtschaft zu einer amoralischen Angelegenheit verschandelt haben.

Wirtschaft aber muss eine Sache der Gerechtigkeit sein, damit Demokraten ihr freies Leben genießen können.

Eben dies kapieren die heutigen Politiker nicht. Sie möchten noch immer zu jenen führenden Gesellschaftsschichten gehören, die früher alles zu dominieren hatten.

Auch Kants Erkenntnistheorie, die sich anmaßt, die Wahrheit der Erkenntnis a priori zu bestimmen, hat die Exaktheit der strengen Naturwissenschaften der subjektiven Seite des Menschen zugeschoben. Das aber geht nicht, denn Wahrheit muss – nach Popper – von der subjektiven wie der objektiven Seite überprüft werden.

Schönheit als homogene Verbindung der Natur mit dem Menschen – das gibt es heute nicht mehr.

Der Mensch muss lernen, sich als symbiotischer Teil des Menschen im Zusammenhang mit der Natur zu verstehen.

Erst dann kann uns kein apokalyptischer Schrecken mehr in Schrecken versetzen.

Fortsetzung folgt.