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Terra Madre – die Erde muss uns bleiben LXV

Tagesmail vom 24.08.2026

Terra Madre – die Erde muss uns bleiben LXV,

In einem kühlen Grunde
Da geht ein Mühlenrad,
Mein Liebste ist verschwunden,
Die dort gewohnet hat.

Sie hat mir Treu versprochen
Gab mir ein` n Ring dabei.
Sie hat die Treu gebrochen,
Mein Ringlein sprang entzwei.

Ich möcht als Spielmann reisen
Weit in die Welt hinaus
Und singen meine Weisen
Und gehn von Haus zu Haus.

Hör ich das Mühlrad gehen:
Ich weiß nicht, was ich will –
Ich möcht am liebsten sterben,
Da wärs auf einmal still. (Josef von Eichendorff)

Ich weiß nicht, was ich will. Ich möcht am liebsten sterben, da wärs auf einmal still. Erschütternde Verse für den gestelzten Frohsinn der Gegenwart.

In der Französischen Revolution siegte die Vernunft mit Zählen und Rechnen. Knapp hinter den Empörten drängten sich die Empfindsamen – Romantiker genannt –, die den Verfall der Natur beklagten.

Nicht nur in Frankreich. Waren die Vernünftler nicht die Sieger über die Natur, die Wehklagenden über den Verlust des altgriechischen Logos?

Die Vernunft hatte erneut das Christentum gespalten. Nicht nur in Luther und Calvin, sondern in Gewaltenteilung und Gewaltanwendung.

„Der Krieg ist ein schrecklicher Tyrann. Das ist heute von den Maschinisten nicht vergessen:

Schon länger befürchtet Silicon-Valley-Thiel, dass sich dieses gesellschaftliche Phänomen gewaltsam entladen könnte: eine Art Aufstand des Volkes wie zu Zeiten der Französischen Revolution.

De Maistre – ein französischer Gegenaufklärer – sieht im Protestantismus einen permanenten Aufstand, eine zivile Häresie, eine permanente Rebellion.” (F. Heer, Europa, die Mutter der Revolutionen)

Im Protestantismus sieht de Maistre “den Feind des Menschengeschlechts”, einen permanenten Aufstand, eine zivile Häresie, eine permanente Rebellion. Seit der Reformation herrscht der Geist des Aufruhrs in Europa. Links gegen rechts, doch niemand weiß, was links und rechts ist – bis heute.

In Italien war der altgriechische Geist zurückgekehrt, in Mitteleuropa spaltete er erneut die Botschaft von IHM.

De Maistre hasste Voltaire, den Kühlen und Verstandesmäßigen.

In “Griechenland “ sieht de Maistre die Zuchtlosigkeit des 18. Jahrhunderts: alle bösen Philosophen bereiten der Revolution mit ihrem verderblichen Glauben an den “Menschen, der gut ist” das Vorfeld des europäischen Aufstands.

Heute weiß niemand mehr, was links und rechts korrekt bedeuten.

Sie müssten nachlesen in den altgriechischen Büchern, doch sie belassen alles, wie es ist. Alles Alte wird heute kurzerhand im Abfall erstickt. Kein Mensch weiß, was in den Containerhäufen zerquetscht wird.

De Maistre bekannte sich “zum zivilen und religiösen Despotismus” der Kalifen als zur besten Regierungsform. Die Araber waren bestimmt, auserwählt von Gott zur Züchtigung der degenerierten Christen.

Hier bei de Maistre, steigt jene eigentümliche politische Bewunderung für den Islam herauf – der heute in der Flüchtlingsbewegung eine dominante Bedeutung erhält.

Von diesem de Maistre führt eine breite Straße zur “Action Francaise”, zum Faschismus, zur Rechtsdiktatur des 20. Jahrhunderts.

Links, halblinks, rechts. halbrechts: Kaum einer weiß heute, was er meint, wenn er diese verschwommenen Begriffe anwendet.

In Europas Schutthäufen stinkt’s nach allen Richtungen. In Afrika nicht anders.

Heute offenbart sich, was eine christlich-hellenische Mischkultur ist: ein wie die Pest stinkender Abfallhaufen, der irgendwann explodieren wird. Dann werden alle positiv Denkenden sich gleichmäßig über Europa verteilen – und versuchen, eine neue Kultur zu begründen. Das bedeutet unendlich viel Kleinarbeit und niemand weiß. woran er arbeiten soll.

Es gibt kaum noch ökologisch versierte Politiker, die wüssten, worum es heute geht. Man hat sich eingegraben in die Pfützen und Dreckecken der “Alltagsrenten”, Mieten und sonstiger Punkte. Das muss genügen.

Kaum jemand, der die historischen und philosophischen Grundbegriffe der Ökologie studiert hätte.

Was ist Ökologie?

„Die Ökologie ist eine verqualmte Wissenschaft, sie übt Kritik an den Folgen jenes unkontrollierten Wachstums, das mit Kapitalismus, Technologie und Fortschritt verbunden ist – Konzepte, die in den letzten 200 Jahren in der westlichen Kultur in höchstem Ansehen standen.“ (Carolyn Merchant, Der Tod der Natur)

„Was der Ökologiebewegung vorschwebt, ist die Wiederherstellung des durch Industrialisierung und Überbevölkerung gestörten Gleichgewichts der Natur. Sie unterstreicht die Notwendigkeit, im Einklang mit den Zyklen der Natur zu leben und Abschied zu nehmen von der ausbeuterischen, linearen Mentalität einer stur nach vorne blickenden Fortschrittsgläubigkeit. Sie lenkt unser Augenmerk auf die Kosten des Fortschritts, die Grenzen des Wachstums, die Defizite technologischen Entscheidungshandelns und die Dringlichkeit der Bewahrung und Wiederverwendung unserer natürlichen Ressourcen.

In ähnlicher Weise enthüllt die Frauenbewegung den Preis, den wir alle zu zahlen haben für den Konkurrenzdruck am Markt. “

Inzwischen ist KI zur riesigen Konkurrentin am Markt geworden. Der Organismus verschwindet im Hintergrund, die mechanischen Konkurrenzen der mathematischen Knechte beginnen, das Geschehen zu beherrschen.

Doch was bedeutet das für die Menschheit, wenn nicht mehr ihre präzisen Fähigkeiten verlangt werden, sondern die psychisch-schwankenden Fähigkeiten einer macht- und geldgierigen Menschheit?

„Man schaltete wütend in den Eingeweiden der verstümmelten Mutter Natur herum. Für die meisten traditionellen Kulturen reiften Mineralien und Metalle im Uterus der Mutter Erde. Bergwerksminen wurden mit ihrer Vagina verglichen und Metallurgie war die vom Menschen bewirkte Beschleunigung der Geburt des lebendigen Metalls.“ (Merchant)

Als die Grünen die Regierung übernahmen, hoffte man, sie hätten ein handlungsfähiges Grundsatzprogramm, das von allen wachen Köpfen nachvollziehbar sei. Denkste.

Die Grünen besaßen keine ökologische Philosophie, die man in Handlungen hätte übersetzen können. Baerbock und Habeck hämmerten ruhelos an den Heizungen herum, doch niemand verstand, was sie wirklich wollten.

Heute gehts um Steuerbeträge, Nachlässe oder ähnliche Dinge. Niemand kennt die Zusammenhänge zwischen einer globalen Runderneuerung und dem Regierungsprogramm der Grünen.

Eine Erneuerung der Weltwirtschaft müsste der Menschheit die tatkräftige Möglichkeit eines lebendigen -– und nicht nur geldmäßigen – Zusammenlebens ermöglichen.

Die Mehrheit der Menschheit hat noch immer nicht verstanden, wie eine erneuerte Erde aussehen müsste, um den Fortschrittlern den Atem abzustellen.

Es bringt auch nichts, Robotern ins mechanische Geschehen zu pfuschen. Nur lebendige Organismen können mit dem Organismus der Natur sinnvoll umgehen.

Wir brauchen nicht immer wirkungsvollere Maschinen, sondern verständnisvolle Menschen, die in der Lage sind, mit Pflanzen und Tieren natürlich umzugehen.

Als da wären: naturverlässliche Wohnungen und Städte, umwelt-verträgliche Fahrzeuge, eine Industrie, die sich der Natur unterordnet, eine Wissenschaft, die sich nicht im Endlosen verliert, eine natürliche Mischung aus Mensch, Natur und Technik.

Menschen, packt an: wir haben noch endlos viel zu tun.

Fortsetzung folgt.