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Archiv-Tagesmails

Donnerstag, 01. September 2011 – Freundschaft mit Israel

Hello, Freunde Afrikas,

die ganze Misere Afrikas enthüllt sich in den letzten Akten des libyschen Dramas. Gaddafi hatte sich den Kontinent mit seinen reichlich fließenden Ölgeldern derart gefügig gemacht, dass die Afrikanische Union sich bis jetzt weigert, die Übergangsregierung der Rebellen anzuerkennen. Der Despot schwang sich zu Mr. Africa auf wie Schwarzenegger zu Terminator.

Der Sprecher dieser merkwürdigen Gruppe ist ausgerechnet der Nachfolger Mandelas. Mr. Zuma ist ein besonderer Freund des großzügigen Gönners und selbsternannten Mentors des „unterentwickelten“ Vorhofs Europas. Ohne hartnäckige Unterstützung des demokratischen Westens wären die verstockten Apartheidspolitiker bis heute nicht gewichen. Nun sind die ehemaligen schwarzen Freiheitskämpfer oben angekommen – und übernehmen die üblen Sitten ihrer einstigen Unterdrücker. Das wird Afrikas Image in der freien Welt nicht fördern.

Der vorlaute Steinbrück vor Merkel, nun Münchens heimlicher König Ude vor Seehofer: die Berliner Zeitung und die Frankfurter Rundschau erblicken bereits die Signale einer Zeitenwende. Nun, erst mal Tee trinken und Luft holen,


mit den demoskopischen Mächten ist kein ewiger Bund zu flechten und das Verhängnis schreitet schnell.

Mit vielen Beiträgen belegt die TAZ, dass die türkische Einwanderung trotz aller Sarrazins&Broders, nehmt alles in allem, ein Erfolgsmodell war, das sich auch im europäischen Vergleich sehen lassen kann. Keine Einwände, im Gegenteil.

Einen ganz hervorragenden Artikel von einem französischen Juden können wir in der TAZ lesen. Ganz im nüchternen Stil Uri Avnerys wird der Unsinn auseinandergenommen, Kritik an Israel sei nichts als verkappter Antisemitismus. Im Gegenteil, schreibt Dominique Vidal, Deutschland fiele die besondere Aufgabe zu, das völlig in Selbstisolation getriebene Land durch klares und unbestechliches Feedback an seine demokratischen und humanistischen Traditionen zu erinnern. Wenn wir Israels Freunde sein wollen, wer sind dann seine Feinde?

Das ganze Malheur kann man nur als Feigheit vor dem Freund bezeichnen.