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Buch Galahad – Mütter und Amazonen

 

Galahad, Sir: Mütter und Amazonen. Liebe und Macht im Frauenreich.

Frankfurt/M , Berlin : Ullstein Verlag, 1987. ISBN: 3548343848


Am Anfang war die Frau. Der Mann erscheint erstmalig in Sohnesgestalt, als das biologisch Jüngere und Spätere. Von den beiden geheimnisvollen Grundformen, in denen das Lebendige, bald hadernd verschlungen, bald sehnsuchtsvoll entzweit, durch die Zeit stürzend sich aneinander entfaltet, ist das Weibliche älter, mächtiger, urtümlicher, denn weit in die Tierreihe hinein herrscht jungfräuliche Entstehung: Parthenogenesis und durch Zeiträume, unvergleichlich länger als jene, die seit ihrem Aufhören verstrichen sind. Mehr noch:

„Das Urweib im Tierweibchen pflanzt nicht nur sich selbst fort, es hat ganz allein das Männliche hervorgebracht; das Männchen nie irgendetwas ohne das Weib.“ Fadenwürmer, Rädertiere, Salzkrebse, Blattläuse, verschiedene Wespen- und Schmetterlingsarten, „sie alle sind jungfräulich gebliebene Mütter“.

Parthenogenese reicht bis zu den Krustazeen. „Daphniskrebse bringen von März bis August alle vierzehn Tage elf bis zwölf Sprößlinge hervor, erst dann erzeugen sie Männchen, mit denen sie sich begatten.“ Somit hat die Frau den Mann erschaffen, nicht umgekehrt. „Sie ist das Gegebene, Er das Gewordene, Sie die Ursache, Er die Wirkung.“

Mütter und Amazonen, das Hauptwerk von Sir Galahad, ist die erste weibliche Kulturgeschichte. Hinter dem Pseudonym „Sir Galahad“ verbirgt sich Bertha Eckstein-Diener, um deren Leben sich viele Legenden ranken.