Rattenmenschen

Thema - Vorbild Natur - Dienstag, den 04. Oktober 2011

Menschen sind auch nur Ratten

Dazu passt das geniale Experiment von Bruce Alexander, Psychologe aus Kanada, der in einem Experiment 1981 Ratten vor die Wahl stellte, Wasser oder Morphin-Lösung zu trinken. Selbstverständlich taten sie letzteres, bis zum Tod.

Dann aber fragte Alexander sich, ob seine Laborratten vielleicht unglücklich sind (angesichts der sterilen Lebensbedingungen in Laboren keine dumme Frage), und ob auch glückliche Ratten schnell abhängig werden. Sie wurden es nicht. Hatten sie Auslauf, Spielzeug, Freunde und Futter, interessierten sie sich kaum für den Rausch, mieden ihn sogar. Die meisten zumindest. Einige wenige Ratten dröhnten sich trotzdem zu. Auch das offenbar ein treffendes Gleichnis für uns Menschen.

Dass Laboraffen durch Psychologiestudenten ersetzt wurden, finde ich lobenswert.

 

Vom Nutzen und der Moral

Thema - Philosophie und Politik - Freitag, den 02. September 2011

Vom Nutzen und der Moral

Ist eine moralische Entscheidung nur richtig, wenn sie erfolgreich ist? Falsch, wenn sie praktisch in die Hosen geht? Am Beispiel Libyen: Wäre im Falle einer Niederlage der libyschen Rebellen die militärische Hilfe der Nato falsch gewesen? Übersetzen wir das mal in eine andere Zeit. Hätten die Alliierten gegen Hitler verloren, wäre ihr Einsatz falsch gewesen? Dann sind wir endgültig amerikanisiert. Das Kriterium der Wahrheit ist allein der Erfolg.

In Vorkriegsdeutschland wurde die Nutzenphilosophie der Angelsachsen nur mit Herablassung und Verachtung behandelt. Die Dichter und Denker gaben sich als kategorische Kantianer, obgleich sie meisten hegelianisch dachten, die dem Erfolg auch nicht gerade abhold waren. Wenngleich sie denselben nicht als Werk menschlicher Marionetten, sondern des Weltgeistes höchstselbst betrachteten.

Bei den frommen Biblizisten drüben überm Teich nicht viel anders. Erfolg ist Segen Gottes, der nicht erst im Jenseits, sondern schon hienieden als Macht und Reichtum zu Buche schlägt. Während die Deutschen einen Weltkrieg benötigten, um den Endsieg einzufahren, waren die Amis davon überzeugt, ihn mit der Eroberung des neuen Kontinents schon errungen zu haben. Sie fühlten sich ...

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Autarke Glühwürmchen und Vielfraß Marienkäfer

Thema - Vorbild Natur - Dienstag, den 30. August 2011

Ökotierchen

Die Glühwürmchen brauchen keine Sonne, leuchten aus sich, lieben bis in den Tod und ernähren sich von Luft und Liebe. Für den Kapitalismus wegen Konsumverweigerung ungeeignet. Neben den Bienen unsere idealen Ökovorbildviecher Nr. 1.

Der Marienkäfer ist das Gegenmodell: unersättlich beim Fressen, beim Sex und in 4000 Varianten zu bewundern.

 

Lust am Streiten

Thema - Philosophie und Politik - Montag, den 17. Oktober 2011

Streitlust?

Apologie ist eine Verteidigungsrede oder –schrift (von apologia = Rechtfertigung), ein Pamphlet ist eine zugespitzter scharfer Angriff, von den Angegriffenen oft als Schmähschrift geschmäht, Pasquill eine Spottschrift. Alle drei gehören zur Gattung der Streitschrift.

Zu den berühmtesten Streitschriften gehören die Bücher gegen das Christentum von Celsus, (das laut Nestle von Nietzsches Antichrist nicht übertroffen wird) und vom römischen Kaiser Julian (genannt Apostata, der Abtrünnige), der vergeblich gegen die neue Macht der christlichen Doktrin im Geiste der griechischen Philosophie anrannte. Fast völlig untergegangen ...

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Konservatismus und Natur

Thema - Philosophie und Politik - Montag, den 17. Oktober 2011

Konservatismus und Natur

Was wollen die Konservativen bewahren? Werte oder Macht? Da gibt es nationale Besonderheiten. Sind amerikanische Republikaner konservativ? Sie wollen jene Macht bewahren, die keinen Stein auf dem andern lässt: sie sind Anhänger des Fortschritts. Methodisch müssen wir jetzt wie Archäologen vorgehen und Schicht um Schicht abtragen.

Fortschritt ist nur in der Geschichte möglich, Geschichte ist Gegenspielerin der Natur, die sich zwar in ungeheuren Zeiträumen entwickelt, aber in den für uns überschaubaren Zeiträumen konstant bleibt. Naturgesetze bleiben gleich, (in schwarzen Löchern sollen sie nicht gelten, das ignorieren wir), nur die Randbedingungen ändern sich. C. F. von Weizsäcker schrieb eine Geschichte der Natur, er meinte die Evolution. Karl Löwith hielt Natur und Geschichte für inkompatibel, Natur stünde für Konstanz, Geschichte für permanenten Wandel. Da Weizsäcker Physik und christliches Dogma mit Ach und Krach vereinbar machen wollte, übergehe ich ihn.

Wenn Löwiths Auffassung stimmt (der ich zustimme), ist Natur die einzige konservative Kraft. Der Mensch als Subjekt der Geschichte (inklusive seinem vorgeschobenen Gott) hingegen ist veränderungswütig oder revolutionär. Stopp, genau gesprochen stimmt auch letzteres nicht. Denn Re-voltieren heißt Umdrehen, Zurückwälzen und meinte ursprünglich den astronomischen Vorgang des ewigen um sich selber Kreisens der Gestirne, die ihre Bewegungen ständig im Zirkel wiederholen. Also das genaue Gegenteil ...

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