ARCHIV

Freitag, 02. Dezember 2011 - Antisemitismus

Archiv-Tagesmails - Montag, den 24. Oktober 2011

Hello, Freunde der Presse,

die Selbstdemontierung der seriösen Presse geht weiter. Die ZEIT wird von kritischen Leserkommentaren überflutet. Ich habe keine Zeile aus der Feder eines prominenten Journalisten gelesen, der den bestsellersüchtigen Kollegen auf die Matte gelegt hätte: auch Jakob Augstein begnügt sich mit dezenten Assoziationen.

Nachdem Giovanni di Lorenzo tapfer mehrere Tage abgetaucht war, hat die SZ die Erklärung des ZEIT-Chefs an die Öffentlichkeit gebracht: „Es musste halt sein“. Verleger Herder hätte Druck gemacht. Bevor BILD, SPIEGEL, der Oberfränkische Turmbote oder die Bäckerblume hätten zuschlagen können, musste er den Daumen heben.

TINA, TINA, There is no alternative, schlagen die Tagesschreiber gern den alternativlosen Politikern um die Ohren. Ein Interview sei eine journalistische Form, kein politisches Bekenntnis, so der ZEIT-Chef. Einzig Verbrechern und Extremisten, die Propaganda verbreiten wollten, werde keine vernünftige Zeitung ein Forum bieten.

Ist das glückliche Naivität oder professionelle Verblendung? Wie vielen Verbrechern in politischen und wirtschaftlichen Nadelstreifen haben sie schon ein Forum geboten? Ist ein wissenschaftlicher Betrüger kein Ver-Brecher intellektueller Redlichkeit? Welche Arroganz: hier maßen sich zufällige Vermittler die Funktion der Agora an. Was sie nicht anbieten, existiert nicht? Der athenische Marktplatz ist zusammengeschrumpft auf Mahagoni-Büros selbsternannter Forumswächter und ...

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Donnerstag, 01. Dezember 2011 - Theokratie und Demokratie

Archiv-Tagesmails - Montag, den 24. Oktober 2011

Hello, Freunde des Schlussstrichs,

BILD, nach der ZEIT die am wenigsten gute Gazette der BRD, hat die Schlussstrichkommentare erfunden: Schluss mit der Heuchelei. Schluss mit dem Krawall.

Schluss mit Guttenberg? Im Gegenteil. Schluss mit den Antiguttenbergheuchlern. Ob der Lügenbaron zurückkehre, bestimmten keine „Schwadroneure in Talkshows oder selbsternannte Moralapostel“, sondern – ER selbst.

Wie wär's mit fremdernannten Moralaposteln, als da sind Priester, Richter und Propheten? Selbsternannte Moralisten sind autonom, die sich ihre Verhaltensregeln nicht gern von anderen vorschreiben lassen, seien es gestürzte Doktoranden, Götter oder BILD-Apostel.

Die private Rückkehr in sein efeubewachtes Schloss bestimmt Er selbst, wenn es nicht seine Gattin aus dem preußischen Geschlechte derer von Bismarck tut, die sich, man weiß nicht warum, eines bedeutungslosen süddeutschen Adelssprösslings angenommen hat.

Doch die Rückkehr in die Politik bestimmt ER ganz allein? Solche Selbstherrlichkeit in öffentlichen Angelegenheiten nannte man zu Friedrichs Zeiten Absolutismus. Der von Friedrich war ein aufgeklärter Absolutismus, der vom Baron ein ge-gel-ter mit oder ohne Augenhilfe. Keine Partei redet da mit, keine Öffentlichkeit, nur ZEIT und BILD? ...

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Mittwoch, 30. November 2011 - Krume

Archiv-Tagesmails - Montag, den 24. Oktober 2011

Hello, Freunde der Krume,

25% der weltweiten Landflächen seien heute schon unbrauchbar. Die Vereinten Nationen warnen vor dem Einbruch der globalen Versorgungssysteme. Gründe: steigende Bevölkerung, krumenzerstörende Praktiken der Landwirtschaft plus Klimawandel.

40% der landwirtschaftlich unbrauchbaren Gebiete lägen in armen Ländern. Eine effizientere Wasserwirtschaft könnte helfen. Um sie zu verbessern, müsste man in den nächsten Jahren eine Billion Dollar investieren. Wenn das nicht gelingt, ist die Versorgung der Weltbevölkerung, die 2050 auf 9 Milliarden Menschen geschätzt wird, in hohem Maß gefährdet.

Das ist ein neuer Hall im Kampf um die Erhaltung der Menschheit. Bislang war das Problem die ungerechte Verteilung der Lebensmittel unter den Menschen. Die Erde sei noch lange nicht ausgelastet, hieß es noch vor kurzem. Man müsste nur krumenschonend wirtschaften und die Ernten gerecht verteilen.

Der Raubbau an Boden in Amerika etwa, wo jährlich ein bestimmter Prozentsatz Humus vom Winde verweht oder ins Meer gespült wird, müsste gestoppt und zu grund- und bodenerhaltender Landwirtschaft übergegangen werden, anstatt mit Machinenarmeen das Land auffressen zu lassen. Ein anderes Beispiel aus der Sahelzone.

Was ist Technik? Der Versuch, die Natur zu verbessern oder sie zu zerstören? Religiöses Verbessern heißt zerstören. Wie der Mensch nur erlöst werden kann, wenn er zuvor zerschmettert wird, so muss die erlösungsbedürftige Natur eliminiert werden, um technisch eine bessere zweite Natur zu erfinden und an deren Stelle zu setzen. Homo und Humus sind verwandt. Wenn der Mensch den Stoff, aus dem er ...

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Dienstag, 29. November 2011 - Heidnischer Wald

Archiv-Tagesmails - Montag, den 24. Oktober 2011

Hello, Freunde der Demokratie,

wann gab es die letzten kraftvollen Plädoyers für Demokratie zu lesen? Zuweilen klang es, als sei schon die postdemokratische Abrissbirne am Werk.

Das Wörtchen post ist eine der harmlos klingendsten, dabei gefährlichsten Begriffsvergiftungen der „Postmoderne“. Was nach der Demokratie kommt, kann keine mehr sein. Hier gilt uneingeschränkt: wer nicht für sie ist, ist gegen sie. Das ist keine Aufforstung des freien Gemeinwesens mit messianischen Attributen, sondern wehrhafte Eindeutigkeit gegen hinterlistiges Kokettieren mit allen Variationen des Totalitären.

Die Deutschen lieben das sprachliche Geschwurbel aus dem Soziologen-Labor. Mit viel Gelehrtendenglisch und antiken Imponierausleihen. Dabei beten sie die Sprache an, als käme es nicht mehr auf den Inhalt an. Sprachgeschehen ist die Eliminierung des wahren Geschehens zugunsten imperialer Begriffe.

Wörter können sich nicht wehren, wenn ihnen die Schärfe der Klarheit ausgetrieben wird. Erst neulich ermahnte eine Kritikerin die Schriftsteller, es käme alles auf Sprache an, nicht auf politische Botschaften. Wer derart die Realität von ihrer erkenntnisvermittelnden Benennung trennt, entbeint das Wort zur Hülse und macht die Wirklichkeit unerkennbar. Die Würde des sachhaltigen Wortes ist unantastbar.

Zu den heutigen Laudatoren der Demokratie gehört Bommarius. Er will den Demonstranten ihren beschädigten Ruf zurückgeben, indem er sie vom Ruche der Wutbürger befreit. Doch Wut muss nicht mit der Faust verbunden sein, sie ist ...

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Montag, 28. November 2011 - Durban

Archiv-Tagesmails - Montag, den 24. Oktober 2011

Hello, Freunde der Bildungsgewinner,

ist ein 14-jähriges Mädchen gebildet, wenn es den Faust auswendig kann? Günter Jauch macht Schleichwerbung in der ARD für seine RTL-Quizsendung. Offensichtlich geht ihm das Publikum aus für seine geisttötende Abfragerei. Also rührt er die Trommel für sinnleeres Auswendiglernen.

Es gibt noch andere erstaunliche Gehirnakrobaten, die so genannten Savants oder Inselbegabungen. Sie schauen sich kurz den Stadtplan von Rom an – und zeichnen ihn minutiös aus dem Gedächtnis nach. Gebildet ist, wer bei Jauch für Quote sorgt. Wenn nicht, bei Jauchs Freund Gottschalk in „Wetten, dass“.

Angeheizt wird das Inselsyndrom von allen großen Zeitungen. Wissen Sie Bescheid … über Peugeot, Sarah Connor oder das Liebesleben der Ameisen? Wären die Leute wirklich gebildet, wären sie in der Lage, Zeitungen auf den Kopf zu stellen und den täglichen Gazettenbrei in die chemischen Einzelteile zu zerlegen. „Viele Kinder können lesen, verstehen aber nicht, was sie lesen“, sagte die Strauss-Tochter in der hochgebildeten Sendung. Gewöhnlich ahmen Kinder ihre Eltern nach.

Da wir gerade bei RTL sind. Dort werden Kinder zu öffentlich-unrechtlichen Personen geschlagen. Geschlagen im wörtlichen Sinn. Obwohl Super-Nanny protestiert haben will, wurde das Drehbuch vom Sender bestimmt. Kinderschändung vor dem ganzen deutschen Voyeur-Publikum. Da darf man sich über Odenwald- und Priesterschändungen nicht wundern. Viel zu spät zieht Supernanny die Reißleine. Der Kinderhass der Deutschen korreliert mit den Exportüberschüssen ihrer elternschändenden Volldampfindustrie. ...

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