ARCHIV

Mittwoch, 07. Dezember 2011 - Glaube und Kapitalismus

Archiv-Tagesmails - Montag, den 24. Oktober 2011

Hello, Freunde des Glaubens,

auch süße, kleine Schweinchen kennen die Kraft des Glaubens. Wenn sie glauben, Handstand zu können, so können sie es.

Nehmen wir mal an, es gäbe keine Ratingagenturen, keine Zensoren der Wirtschaft, was würde geschehen? Alle Länder, Betriebe, Kommunen würden sich ins Unendliche verschulden und dann? Nichts und dann. Statt von schwarzen Zahlen lebte die Menschheit von roten Zahlen.

Rote Zahlen sind schwarze Zahlen – für die Gläubiger. Wie der Name sagt, sind Gläubiger Menschen, die glauben. Sie glauben, dass sie Geld besitzen, obgleich sie es nicht in Händen halten. Das ist in elektronischen Zeiten die Normalität.

Die meisten Transaktionen finden nicht mit Geldtransportern statt, sondern sind blitzschnelle Zahlungsvorgänge rund um den Globus. Da könnte einer an einem Tag ein ganzes Vermögen verlieren und er hätte es nicht bemerkt, weil er just an diesem Tag seine Zahlen nicht inspizierte und sein Vermögen am nächsten Tag sich wieder um das Vielfache vermehrte.

So treiben es kluge Aktienbesitzer. Fällt der Börsenwert ihrer Papiere, werden sie im Tresor verstaut, ihre Besitzer vergessen sie, bis der Dax wieder steigt. Auch hier ist Marx widerlegt. Das materielle Sein ist längst zu einem Fastnix geschrumpft, das fiktive Bewusstsein beherrscht in rasend schnellen Bewegungen die Weltwirtschaft.

Privates Bewusstsein allerdings reicht nicht, um die Stabilität des Mammons zu gewährleisten. Es muss ein kollektiver Glaube sein, der die Menschheit verbindet, zumindest die Gläubiger mit den Schuldnern. Solange der Gläubiger ...

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Dienstag, 06. Dezember 2011 - Herrschaft der Ratingagenturen

Archiv-Tagesmails - Montag, den 24. Oktober 2011

Hello, Freunde Keplers,

in Peking wird das gesamte öffentliche Leben wegen Smogs eingestellt. Somit marschiert China an der Spitze des Fortschritts. Man könnte den ganzen Planeten in ein sonnenallergisches Rundumkondom packen oder Satelliten mit blauen Sonnenschirmen kreisen lassen.

Wenn das nicht hilft, keine Sorge: im Weltall hat man einen erdähnlichen Planeten entdeckt, auf dem sich möglicherweise vielleicht unter Umständen erdähnliches Leben hätte entwickeln können. Name: Kepler 22b. Dorthin könnte eine nach vorne blickende Menschheit auswandern, unter Zurücklassung von 99% risikoscheuen Erdfixierten. Chancen stehen ausgesprochen gut, die Distanz von nur 600 Millionen Lichtjahren in wenigen Jahren gut gelaunten Raumflugs zu überbrücken.

Die Wissenschaft ist der Sensation auf der Spur, dass Lichtgeschwindigkeit nicht die größtmögliche Geschwindigkeit im Universum sein könnte, womit sie sich als zukunftsinkompatibel erweisen würde. Zumal die Kepler-Forschungsgemeinschaft überzeugende Hinweise gefunden hat, dass – gegen Einstein – Gott doch würfeln soll. Wenn ER zockt und würfelt, stehen seine Lieblinge unter visionärem Imitationszwang: sich auf Kepler 22b vollständig neu zu erfinden.

Auch die SPD erfindet sich ständig neu. Mitten in der Mitte, die nicht mittelprächtig sein darf, sondern mittig-extrem. Auf keinen Fall nach links bewegen! Dort lauert Oskar mit neuer Gespielin und will die seinsvergessenen Altproleten im Duett erschrecken. Texanische Google-Geographen haben längst festgestellt, dass links und rechts ...

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Montag, 05. Dezember 2011 - Das selbsterfüllende Böse

Archiv-Tagesmails - Montag, den 24. Oktober 2011

Hello, Freunde Helmut Schmidts,

die Verluderung der Medien schreitet voran. Im ARD-Presseclub wird zum wievielsten Mal über Guttenberg geschwatzt, nicht aber über das ZEIT-Desaster mit di Lorenzo. 45 Minuten werden mit dem absurden Thema vertan, ob Politleichen wie Merz, Henkel und ein Lügenbaron, am besten mit SPD-Dracula Sarrazin, eine Leichenpartei gründen könnten.

Der geniale Satz: ach, die Medien sind wieder an allem schuld? hat sich in ein Totschlagargument verwandelt. Die Medien sind an nichts mehr schuld. Was der Papst für seine Schäfchen, sind Medien für eine Öffentlichkeit im geistigen CO2-Smog geworden.

Offensichtlich hielt Alttitan Helmut Schmidt eine überragende Rede auf dem Parteitag der SPD. Wie titelte der SPIEGEL? „Duell der Altkanzler“. Personalistische Häme, fast kein Inhalt. Selbst in BILD steht mehr. Das Gerede über eine angebliche Krise des Euro sei leichfertiges Geschwätz, der Euro sei stabiler als der US-Dollar, stabiler als die D-Mark in ihren letzten zehn Jahren. Einige Zigtausend Finanzhändler, dazu einige Ratingagenturen hätten die Regierungen in Europa zu Geiseln genommen. Dass in Europa wieder Deutsch gesprochen werde, sei schädliche deutsch-nationale Kraftmeierei. Deutschland müsse sich hüten, ...

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Sonntag, 04. Dezember 2011 - Hass unter Bäumen

Archiv-Tagesmails - Montag, den 24. Oktober 2011

Hello, Freunde der Piraten,

dass sie auf dem sozialen Auge erblindet seien, haben die Piraten auf ihrem Parteitag widerlegt: mit großer Mehrheit haben sie sich für das BGE entschieden. Das jedoch, so ein Teilnehmer, sei kein Votum für links, in Zeiten der Nichtvollbeschäftigung sei es schlicht notwendig. Was nicht bedeute, dass jeder sich am „Staatssäckel schadlos halten sollte“.

Niemand von den Debattenrednern wusste, wie man das BGE finanzieren könne. Das sei eben eine Utopie. Utopie ist also, wenn man nicht weiß, wie's geht.

Links ist, wenn’s notwendig und nicht sozial ist. Eben nicht. Rechts mit Sicherheit aber auch nicht, oddr? Also Mitte. Da haben die Piraten den Weg von der Randpartei in die Mitte der Gesellschaft im Überschalltempo zurückgelegt.

Dass es in einer Volksherrschaft nur Volkssäckel gibt und keine Staatssäckel, haben sie bei dem Tempo nicht bemerkt. Das Volk füllt den Sack, kein ominöser Staat. Das Volk verteilt den Inhalt des Sackes und kein ominöser Staat. Links riecht nach Mitleid, das kriegt man in einer christlichen Gesellschaft geschenkt. Neid muss man sich verdienen.

Vollbeschäftigung ist, wenn jeder beschäftigt ist? Oder wenn jeder für seine Beschäftigung bezahlt wird? Habt ihr, um mit Yunus zu fragen, schon mal arbeitslose Tiere gesehen? Dabei will der Mensch dem Tier überlegen sein – und ist unfähig, sich selbst zu beschäftigen? Regt er den kleinen Finger nur, wenn er dafür belohnt wird? Dann sollte er ...

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Samstag, 03. Dezember 2011 - Kausale und moralische Schuld

Archiv-Tagesmails - Montag, den 24. Oktober 2011

Hello, Freunde Ägyptens,

43% für die Muslimbrüderschaft, 30% für die fundamentalistischen Salafisten, so das inoffizielle Ergebnis der ersten Wahlrunde in Ägypten. Haben sich damit die Befürchtungen jener bewahrheitet, die Araber für demokratieunfähig halten?

Mubarak spielte während seiner Amtszeit ein doppeltes Spiel. Die gemäßigten Muslimbrüder unterdrückte er, die theokratischen Salafisten unterstütze er heimlich. Im jetzigen Wahlkampf subventionierte Saudi-Arabien die Koranextremisten mit vielen Milliarden, die von den Fanatikern als karitative Hilfe ans Volk weitergegeben wurden. Nun zeigt sich der Erfolg der mildtätigen Propaganda.

Doch noch ist nicht aller Tage Abend. Die Muslimbrüder, bislang vom Westen als religiöse Ajatollas verfemt, werden nun zur Hoffnung jener, die sich dem westlichen Modell annähern wollen. Ihnen schwebt der türkische Laizismus als Leitlinie vor. Die Salafisten hingegen fordern: weg mit den vielen Nackten von den ägyptischen Meeresstränden, zurück zum Buchstaben Allahs. Das wird ein langer und erbitterter Kampf.

Ökonomisch für wahnsinnig, politisch für rational, hält Ulrike Herrmann den störrischen Sonderweg Merkels im Eurostreit. Offensichtlich warte die Kanzlerin darauf, dass die Krise emotional in der Bevölkerung ankomme. Noch zeige sich ...

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