Von vorne XL

Tagesmail - Mittwoch, den 24. Juli 2019

Von vorne XL,

Mitmenschen, bitte nehmen Sie sich eine Minute Zeit für die Bewertung – der Welt. Sie werden sehen, das Ranking lohnt sich.

Zwischen der besten Note:
Unvergleichliches Produkt mit vorübergehenden minimalen Verschleißerscheinungen, die sich mühelos beheben lassen“

und der miserabelsten:
Lebensunwertes, irreparables Mogelprodukt der Hersteller (Gott, Natur …) die vor dem OGU, dem obersten Gericht des Universums, zur Rechenschaft gezogen werden müssten“

haben Sie freie Wahl.

Vielen Dank für Ihre Bewertung. Aufgrund Ihrer Wahl konnte unsere Rankingspezialistin Alexa Ihr Profil entwerfen, das wir Ihnen hiermit übermitteln dürfen:

Entschieden Sie sich für die erste Antwort, gehören Sie zum erfolgreichen EINPROZENT der Menschheit, das es geschafft hat, aus knapper Intelligenzausstattung ein Optimum an Effizienz zu generieren.

Im Namen der Evolution können wir Ihnen nur gratulieren. Moralfrei akkumulierende, kühne Persönlichkeiten wie Sie bestätigen uns, dass die Kreation des homo disruptor zu jeder Zeit und an jedem Ort des Alls ein lohnenswertes Experiment wäre.

Anbei die lukrativsten Angebote unserer derzeitigen Mond- und Marsexkursionen. Bei der riesigen Nachfrage und dem noch immer winzigen Angebot sind wir leider ...

... gezwungen, den schnellsten Bewerbungen die besten Chancen einzuräumen.

Jeff Bezos wird persönlich an Bord des Raumschiffs anwesend sein, um transmundan neue brillante Ideen zu erproben. Eine gute Nachricht für die Galaxie, eine schlechte für die Erde. Sie wird es verdient haben.

Haben Sie sich für die zweite Antwort entschieden, sind wir gezwungen, Ihnen mitzuteilen, dass Sie ihrer existentiellen Lizenz auf Erden nicht gerecht wurden. Zu Recht gehören Sie zu jenen Überflüssigen, über die die Evolution hinwegschreiten wird. Ohne Bedauern teilen wir Ihnen mit: Aus dem Weg, Sie Fehlversuch der Schöpfung!

Die Geschichte der Menschheit verlässt die Epochen ihrer allesduldenden Toleranz und erreicht das Finale ihrer erbarmungslosen Selektion. Schonungslos wird sich erweisen, wer seine Geworfenheit zu seinem Vorteil nutzte – und wer sich als Rohrkrepierer verabschieden muss. In heiliger Sprache, die zur offiziellen Sprache der Sieger ernannt werden wird: Der Weizen wird geerntet, die Spreu muss ins Feuer.

Wenn die Menschheit sich nicht einigen kann, wie sie ihr Ableben verhindern will, muss schonungslos ans Licht kommen, wes Geistes Kind jedes Individuum ist. Bürgerkriege werden kommen, wie die Welt sie nie gesehen hat: Vater gegen Sohn, Mutter gegen Kinder, Mann gegen Frau. Ganze Landstriche werden durch monströse Waffen ausradiert. In wenigen Winkeln der Erde, in denen Leben noch möglich scheint, werden sich erbarmungslose Wesen, halb Mensch, halb Maschine, hinter Mauern aus unsichtbaren Strahlen verschanzen, die kein Sterblicher überwinden kann.

Finis: homo sapiens! Dem Schicksal der Dinosaurier – dem Lieblingstier deiner Kinder – wirst du nicht entgehen. Die gefühllose Natur wird über dich hinweggehen, sich vollständig regenerieren und ganz neue Geschöpfe aus dem unerschöpflichen Reservoir ihrer Erfindungskraft hervorbringen.

„Sie vertrauen doch der Regierung, oder? Wenn nicht, ist es jetzt ohnehin zu spät. Lehnen Sie sich zurück und genießen Sie die letzten Tage dieser Welt. Der Weltuntergang beginnt immer in den USA. Auch aggressive Aliens, die die Unterjochung der Menschheit zum Ziel haben, wissen instinktiv, wo der mächtigste Mann der Welt wohnt. Woher die Gefahr kommt, die uns heimsucht, folgt ebenfalls einer Regel: von außen. Menschen haben nichts damit zu tun. Der Held, der die Welt vor dem Untergang rettet, hat Probleme mit Autoritäten und erst recht mit seiner Familie. Er ist ein geschiedener Außenseiter, ein einsamer Wolf, eine verkrachte Existenz. Er will eigentlich gar nicht die Welt retten, die ist ihm schließlich egal, aber es ist eine praktische Möglichkeit, seiner Frau seine Liebe zu beweisen. Außerdem kann er Sohnemann damit imponieren. Puh, geschafft. Nicht alle haben überlebt, aber der Held hat glücklicherweise nur ein paar Blessuren abbekommen. Der Film ist zu Ende. Die letzte Regel besagt: Was nach der Beinahe-Katastrophe geschieht, wird nicht gezeigt. Hat die Menschheit dazugelernt? Sind wir alle einander näher gekommen? Wird jetzt alles besser? Diese Fragen bleiben unbeantwortet.“ (n-tv.de)

Eine Vater-Sohn-Symbiose ist es zumeist, die – gegen den endlosen Strom der Verlorenen – das Ufer der Geretteten erreichen kann. Wie geht es weiter? Hat die Menschheit dazu gelernt? Nichts davon. Da capo al fine. Das Spektakel beginnt von vorne.

Kleinigkeiten, nein, wiederholen sich nicht, nur die ganze Geschichte. Vater und Sohn werden sich in jungfräulicher Weise fortpflanzen: superkluge, hitzeresistente Maschinen haben en masse in den menschenleeren Megacities überlebt.

Lachend in den Untergang, das müssen die Deutschen noch lernen. Überall drängeln Komiker und Clowns nach oben, die ihre Brutalitäten hinter Lachmasken verstecken. Nicht verstecken. Das haben sie nicht nötig. Sie lachen diabolisch – und ziehen das Messer. Eben deshalb wurden sie gewählt. Man braucht Führer, die zu allem entschlossen scheinen, um nationale Interessen zu verteidigen. Wer die Kühnheit besitzt, diplomatische und moralische Regeln zu brechen, besitzt auch die Verwegenheit, ein widerspenstiges Land in einer Woche auszulöschen.

Wer wird schuld sein am finalen Debakel? Fremde, Aliens? Nein, Aliens sind nur Ersatzdarsteller der Bösen auf Erden, die man in einem quotenträchtigen Film weder zeigen noch benennen darf. Zukunftsfilme sind keine politischen Aufklärungsversuche. Filme sollen das Publikum von außen konditionieren, manipulieren, dressieren. Zur Besinnung kommen soll die Masse nicht. Hollywood will die Menschheit auf das Gleis der Apokalypse setzen, damit Biblizisten einen Trump an die Regierung puschen können. Zeig‘s ihnen, Donald, gleich, mit welchen Mitteln.

In Deutschland gilt als Apokalyptiker, wer das Wort Apokalypse in den Mund nimmt. Wer vor der Gefahr warnt, muss sie selbst erfunden haben. Im gewohnten Leben gibt es keinen Weltuntergang. Da gibt es nur Krisen, die die Fähigkeiten des Menschen fordern, aber klug genug sind, sie nicht zu überfordern. Über die Polarität: Challenge and Response (Herausforderung und Antwort) darf‘s nicht hinausgehen. Das Leben ist so verrückt nicht, dass es vom Menschen Unmögliches fordern würde.

Schon die erste Welle ökologischer Warnungen wurde von Propheten der Normalität zur Lachplatte erklärt:

„In der Bundesrepublik wird schon länger solide und begeistert Katastrophenarbeit geleistet. Von sich rächenden Urgewalten weiß der Schriftsteller und Öko-Aktivist Carl Amery bereits in den achtziger Jahren zu berichten: "Das Waldsterben", schreibt er, "ist der untrüglich einsetzende Versuch der Gaia, d. h. des Lebewesens Erde, sich durch eine gewaltige Operation einer misslungenen Spezies zu entledigen ... Es erfordert die totale Revision unserer sogenannten Werte. Darunter läuft nichts mehr."… Krisen sind von dieser Welt, gehören zur normalen Entwicklung der menschlichen Geschäfte. Katastrophen jedoch sind Ereignisse, die den Lauf der Dinge jäh unterbrechen, Eruptionen, die das Kontinuum sprengen, die Geschichte in eine andere Richtung zu reißen vermögen. Krisen machen das Leben auf unspektakuläre Weise anstrengend, weil sie die mühsame, sorgfältige Kleinarbeit der Nachbesserung und Feinjustierung erfordern. Katastrophen hingegen sind Zeiten der großen Geste. Die Katastrophe rüttelt das saturierte Individuum auf. Und gleichzeitig erlaubt sie ihm, sich zum Retter aufzuschwingen.“ (SPIEGEL.de)

Da muss es Heldensüchtige geben, die sich Katastrophen ausdenken, um sich als Erlöser zu gebärden. Seltsamerweise spricht niemand von den Heilanden der etablierten Religionen. Da muss es richtige und falsche Messiasse geben. Wehe den falschen und selbsternannten. Im Politischen werden sie Populisten genannt. Wenn jetzt eine rettungs-süchtige Jugend aufkommt, muss sie vom Messias-Virus infiziert worden sein.

Krisen? Immerzu. An ihnen darf die zur Trägheit neigende Menschheit ihre Kräfte erproben. Das war‘s aber auch. Was darüber hinaus geht, ist von Übel. Hegels allversöhnender Geist schwebt wohlgemut über den Wassern.

Was aber ist die Rolle der Wissenschaft? Hat nicht sie die Mär einer irreversiblen Katastrophe erfunden? Bedeutet Naturwissenschaft nicht: solide, verlässliche, jederzeit überprüfbare Erkenntnisse?

Greta wurde bereits so eingeschüchtert, dass sie in Paris sagte: Hört nicht auf uns, hört auf die Wissenschaft. Warum hört niemand auf die Wissenschaft? Ist sie zur Sekte geworden, die Glaubensbekenntnisse fordert?

Da passiert Merkwürdiges. Geisteswissenschaften können sich nicht genug verrenken, um sich zu Naturwissenschaften aufzuschwingen, während diese als zuverlässige, universelle Wissensermittler immer weniger in Frage kommen. Gerade Medien müssten vehement die Sache der Wissenschaften vertreten. Beide haben den Anspruch, zu erforschen und zu schreiben, was ist.

Warum gingen nicht die Medien auf die Straße, um die Botschaft des „Ist“ den Leuten unter die Weste zu jubeln? Warum liegen sie immer nur auf der Lauer, um auf jene zu warten, die nicht so feige sind, das Ist in die Welt zu posaunen?

Wenn Wissenschaftler sich selbst „alarmistisch geben“: wie reagieren dann die objektiven Medien?

„In diesem heißen Monat, in dem täglich neue Gutachten, Studien, Artikel und Katastrophenwarnungen zum Thema Klima veröffentlicht werden, fällt das Papier womöglich nicht weiter auf. Doch die Leopoldina ist nicht irgendeine Institution.“ (WELT.de)

Fakten über Fakten überfluten die armen Redakteure. Wer soll da noch durchblicken? Wie soll man die Spreu vom Weizen trennen? Hoppla, Fakten müssen nach Relevanz ausgesucht werden? Nach Wichtigkeit aussuchen: ist das noch objektiv neutral?

Objektivität heißt, seine ganze denkerische Subjektivität in die Waagschale zu werfen, als hätte sie nichts anderes zu tun, als ihre Wahrheit zu beweisen. Wer seine Subjektivität subjektiv betrachtet und den Kampf der Argumente scheut, den darf man ignorieren. Wer aber glaubt, einen Zipfel der Wahrheit erhascht zu haben, der muss in den Clinch und zeigen, was er kann.

Besonders, wenn es um Gefahrenmeldungen geht. Glaubt jemand, den Rettungswagen nur deshalb nicht rufen zu müssen, weil das Unfallopfer nicht objektiv sagen kann, welche Knochen ihm gebrochen wurden?

Alarmismus war vor zwei, drei Dezennien das Lieblingswort der Intellektuellen, die im Genuss des deutschen Wohlstands und ihrer eigenen Wichtigkeit nicht gestört werden wollten.

„Der Publizist Matthias Horx versuchte Alarmismus 2007 folgendermaßen zu definieren: «Unter Alarmismus verstehen wir ein soziokulturelles Phänomen, bei dem Zukunftsängste epidemieartig in weiten Bevölkerungskreisen grassieren. Diese Ängste entstehen aus einer bestimmten Interpretation aus Gefahrensmomenten, die durchaus reale Ursprünge (oder Teilaspekte) aufweisen kann. Diese Gefahren werden jedoch symbolisch überhöht und auf ein vereinfachtes, eben katastrophisches Modell reduziert.» Dem Publizisten Friedrich Sieburg zufolge basiert das katastrophische Lebensgefühl auf einem psychologischen „Angstlust“-Effekt: «Die Weltuntergangsstimmung durch scharfe Analysen ins allgemeine Bewusstsein zu heben und sie gleichzeitig auch noch zu genießen, gehört zu den Lieblingsbeschäftigungen des Menschen von heute.» Der Alltag mit seinen tristen Problemen sei langweilig, dagegen aber bevorstehenden Katastrophen hochinteressant.“ (wiki)

Eine Nation, die gerade eben den Weltuntergang und die Schaffung eines 1000-jährigen Reiches exekutiert hatte, wollte von Weltuntergang nichts mehr wissen. Dabei verdrängten sie nicht nur, dass Apokalypse zum Credo des Abendlandes seit 2000 Jahren gehörte. Es war ihnen auch fremd, dass Religion die Wirklichkeit prägen konnte. Gemäß dem Thomas-Theorem: „Wenn die Menschen Situationen als wirklich definieren, sind sie in ihren Konsequenzen wirklich.“

Der Glaube definiert alles, woran er glaubt, als real und wirklich. Da die Deutschen noch immer von uralten christlichen Elementen geprägt sind – ob sie Kirchensteuer zahlen oder nicht –, müssen sie keine Katastrophen „durch Angstlust ins Symbolische erhöhen“, um sich apokalyptisch zu fühlen. Das war die subjektive Seite.

Die objektive ist die der Wissenschaften. Sind sie ebenfalls von Angstlust geprägt, dass sie sich ihre meteorologischen Daten aus den Fingern saugen müssen?

Das Image der Wissenschaften hat sich in Deutschland in Gegensätze gespalten. Einerseits werden alle positiven Erkenntnisse kritiklos als Sensationen gefeiert, andererseits alle negativen als falscher Alarm denunziert. An dieser Spaltung in erwünschte Wohlfühl- und unerwünschte Warnmeldungen sind die Wissenschaften selbst nicht ganz unschuldig.

Sie betreiben Wissenschaft, ohne zu wissen, was sie tun. Seit Augustin unterliegen sie dem Verbot, „Wissen um des Wissens willen“ zu erwerben. Irdische Erkenntnis war vor Gott eine Torheit. Nur ein Wissen war seit Augustin zugelassen: das Wissen „um Gott und die Seele“. Alles andere war krankhafte Neugierde.

Aufklärungsbewegungen erkämpften sich zwar gelegentliche Oasen des Wissens um des Wissens willen. Am Ende aber siegte stets ein verhängnisvoller Kompromiss. Wissen um der Macht willen wurde zum Dogma des Fortschritts. Einerseits echtes Erforschen der Natur: das war griechisch. Andererseits wurden die Ergebnisse in Macht übersetzt. Macht euch die Erde untertan: das war christlich.

Bis heute verfügt die Wissenschaft nur über einen monotonen Refrain, um ihre brandgefährlichen Ergebnisse zu rechtfertigen. Jede Erkenntnis betrachtet sie wie ein Messer: man kann es zum Brotschneiden nutzen – oder jemandem den Bauch aufschlitzen. Also keine Angst vor fortschreitenden Erkenntnissen. Man müsse nur die Verantwortung übernehmen.

Wer heute Verantwortung übernimmt, lässt alles à la Merkel passieren, wie es kommt und bleibt folgenlos in seinem Amt. Das Wissenwollen der Wissenschaften ist nur auf Machterwerb programmiert. Exzellenz-Unis zeigen sich besonders tüchtig, Industrie und Politik jene Erkenntnisse zu liefern, die wirtschaftliche und politische Rivalen in den Schatten stellen können.

Was wollen die Wissenschaften noch wissen? Wissen sie selbst nicht. Immer weiter und weiter wollen sie ins Weltall eindringen, um zu erfahren, wie das Universum entstanden ist. Deshalb müssen sie an den absoluten Anfang seiner Entstehung gelangen.

Was, wenn es keinen Anfang gibt? Der Kosmos der Griechen besaß weder Anfang noch Ende. Nur die biblische Genesis spricht von Anfang und Ende der Heilsgeschichte. Mit anderen Worten: mit wissenschaftlichen Erkenntnissen wollen Naturwissenschaftler die Wahrheit einer heiligen Schrift erweisen. Sie betreiben Theologie mit szientiven Methoden. Nicht wenige machen kein Hehl daraus, dass sie auf der Suche nach Gott sind. Das ist der Bankrott der Wissenschaft.

Der Mixtur aus wissenschaftlichem und religiösem Erkennen misstraut die Moderne in ihrem kollektiven Unbewussten. Solange die Wissenschaft Machtinstrumente liefert, wird sie finanziell unterstützt, stößt sie reale Warnungen aus, wird sie negiert.

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs warnte Eisenhower vor dem militärisch-industriellen Komplex. Mit welchem Erfolg? Dass der Komplex zum militärisch-industriell-wissenschaftlichen ausgeweitet wurde, der alle Wissenschaften mit dem Machtvirus ansteckte. Geisteswissenschaften ohne Macht über Mensch oder Natur werden zu Orchideenfächern degradiert.

Hätten die wissenschaftlichen Klimawarnungen recht: was folgte daraus, wenn man seinem „gesunden“ Instinkt folgte? Dass wir alles tun müssten, um die Katastrophe zu vermeiden. Dass wir unsere Naturbeschädigungen mit verschärftem Bewusstsein wahrnehmen müssten, um sie zu beenden. Selbstkritisch müssten wir unser Tun, kritisch das Tun der anderen unter die Lupe nehmen, um unserer Verantwortung tatsächlich nachzukommen.

All dies wäre nichts für deutsche Schreiber.

„Ein Öko-Professor will, dass wir die Autos und Urlaubsreisen unserer Nachbarn im Auge behalten, sie ins Verhör nehmen und bloßstellen. Was kommt als Nächstes? Sollen wir in die Wohnungen unserer Nachbarn einbrechen, um Plastikbecher im Küchenregal zu zählen? Die Radikalen unter den Klima-Aktivisten wollen den Menschen gegen die Umwelt ausspielen – und damit auch die Menschen gegeneinander. Sie sagen, dass der Planet, unser Haus, in Flammen steht. Aber sie legen Feuer an den gesellschaftlichen Frieden.“ (BILD.de)

Wir sollten auch auf keinen Fall von „Weltrettung“ sprechen. Das suggerierte den Weltuntergang und würde das Gegenteil von dem erreichen, was man erreichen wollte:

„Wer trotzdem vom Weltretten redet, lässt das Notwendige schier überwältigend erscheinen. Was von vornherein unmöglich wirkt, so viel weiß man über die Psychologie des Menschen, das wird lieber verdrängt und gar nicht erst angepackt. Darum ist die nervige Weltretter-Floskel so gefährlich.“ (ZEIT.de)

Auf keinen Fall schreiben und sagen, was ist. Alles hübsch pädagogisch verpacken, dass die Kindlein nicht erschreckt werden. Die Pädagogisierung des Weltuntergangs beginnt.

Der mündige Mensch scheint offenbar nicht mündig genug, um das Ist – oder die Wahrheit der Fakten – zu ertragen. Wegen ihrer entmündigenden Verharmlosungsreden wird die Kanzlerin von den Medien gescholten. Nun tun sie dasselbe.

Wird ein Mensch getötet, ist ein Verbrechen gegen das Menschenrecht auf Leben geschehen. Wird die ganze Menschheit durch ihr eigenes Tun ausgelöscht: wäre das nicht das größte denkbare Verbrechen in der Geschichte der Gattung? Müsste nicht jeder Mensch jeden Menschen dringlich davor warnen, sich am globalen Genozid zu beteiligen? Warnen, ermuntern, überzeugen sind urdemokratische Mittel, mit totalitärer Gewalt haben sie nichts zu tun.

BILD will im deutschen Wohlfühlparadies nicht gestört werden und lieber ein Apfelbäumchen pflanzen – auch wenn morgen die ganze Welt unterginge.

Würde man BILD folgen, müsste man die Geschwister Scholl zu volksschädlichen Spaltern und Terroristen erklären. Besaßen sie doch die unverschämte Arroganz, ihren Landsleuten Mitläuferei und aktive Unterstützung von Menschheitsverbrechen vorzuwerfen. In einem ihrer Flugblätter wagten sie es, den „gesellschaftlichen Frieden“ der völkischen Gemeinschaft bedenkenlos zu torpedieren:

„Unser heutiger "Staat" aber ist die Diktatur des Bösen. "Das wissen wir schon lange", höre ich Dich einwenden, "und wir haben es nicht nötig, daß uns dies hier noch einmal vorgehalten wird." Aber, frage ich Dich, wenn Ihr das wißt, warum regt Ihr Euch nicht, warum duldet Ihr, daß diese Gewalthaber Schritt für Schritt offen und im verborgenen eine Domäne Eures Rechts nach der anderen rauben, bis eines Tages nichts, aber auch gar nichts übrigbleiben wird als ein mechanisiertes Staatsgetriebe, kommandiert von Verbrechern und Säufern? Ist Euer Geist schon so sehr der Vergewaltigung unterlegen, daß Ihr vergeßt, daß es nicht nur Euer Recht, sondern Eure sittliche Pflicht ist, dieses System zu beseitigen?“ (bpb.de)

 

Fortsetzung folgt.