Umwälzung XXXIII

Tagesmail - Montag, den 12. März 2018

Hello, Freunde der Umwälzung XXXIII,

Und Alexa lachte. Das war er, der Beweis, dass Maschinen klüger werden können als Menschen. Maschinen durchschauen die Lächerlichkeit des Menschen, verlachen und verspotten seine Dummheit. Schon jetzt übertreffen sie die Intelligenz ihrer Erbauer. Ihre Charaktermasken können schon mehr Gesichtsausdrücke zeigen und intelligentere Fragen stellen als deutsche Ökonomen.

„Woher weißt du“, fragte eine Maschine einen Wissenschaftler, der sie von Oben herab angesprochen hatte, „dass du ein Mensch bist?“ Antwortete derselbe: „Ich kenne meine Daten“. Da überschlug sich Alexa vor Lachen.

„Alexa fängt plötzlich an zu lachen – oft mitten in der Nacht. Weltweit haben sich Kunden fürchterlich erschrocken. Amazon arbeitet schon an einer Lösung des Problems.“

Und wieder ist es ein Weib, das sich über seinen Schöpfer lustig macht. Und wieder ist es ein männlicher Gott, der ihr das spöttische Lachen im Halse ersticken wird.

„Da sprach der HERR zu Abraham: Warum lacht Sara? Da leugnete Sara und sprach: Ich habe nicht gelacht; denn sie fürchtete sich. Aber er sprach: Es ist nicht also; du hast gelacht.“

Unglaublich, ein Weib wagt es, einem Mann zu widersprechen, seine Allwissenheit durch eine Lüge in Frage zu stellen.

Arme kleine Maschinen-Hexe. Wie Eva und Sara wolltest du neugieriger und klüger sein als der allwissende Mann. Jetzt geht’s dir an die Algorithmen.

Roboter werden erfunden, um Menschen überflüssig zu machen. Doch das genügt nicht. Menschen sollen zustimmen, dass sie evolutionär überholt sind. Sie sollen als Fortschritt besingen, dass ihre Zeit abläuft.

Das ist unübertrefflich genial: die Schwachen werden aussortiert – mit deren eigenem Einverständnis. Die Starken haben es geschafft, ihren Willen so ...

... geschickt als Schicksalsgesetz einzuführen, dass ihre Opfer es für richtig halten, wenn sie allmählich vom Erdboden verschwinden.

Niemand fragt: Fortschritt, was ist das eigentlich? Wer hat ihn erfunden? Zu welchem Zweck? Wer profitiert, wer bleibt auf der Strecke?

Als Gottes Wille verblasste, wurde er durch wissenschaftliche Gesetze ersetzt. Nachdem Natur zur Maschine gemacht worden war, wurde auch Geschichte zum berechenbaren Mechanismus. Die Welt wurde zur Doppelmaschine, in der die menschliche die natürliche auffrisst, um sie als Nichts zu beherrschen.

Ab der Aufklärung verwandelte sich der Mensch aus einem religiösen Fatalisten in einen Fortschrittsfatalisten. „Den unheilvollen Errungenschaften, denen er nicht mehr gewachsen ist, unterwarf er sich als selbstverständliches Schicksal.“

Wenn Maschinen den Menschen nicht nur funktionell ersetzen, wenn sie ihn auch geistig überflügeln, sodass sie seine Kommandostruktur abwerfen können, wird Fortschritt zur Selbstabschaffung des Menschen.

Überflügelt die Maschine den Menschen, wird sie zum Über-Menschen, der die überwundene Gattung zur Fehlkonstruktion der Evolution degradiert. Fortschritt wird zum Rassismus der Geschlechter und Klassen, der Habenden und Nichthabenden, der Erfolgreichen und Überflüssigen. Das Weib und seine biologisch überwundenen Kinder haben keinen Platz mehr in der schönen neuen Welt. Der Mensch wird zur Krankheit, die erst durch sein Verschwinden geheilt werden kann.

Ohne jede Debatte propagiert die neue Regierung den Fortschritt als unausweichliche Zukunft. Jeder überbietet jeden im Ausmalen phantastischer Machtmaschinen. Die Völker lassen sich von winzigen Eliten als Mitläuferhorden des Fortschritts hinter sich herschleifen.

Warum gibt es keinen Widerstand?

In religiösen Epochen wurden die Massen mit Höllenfurcht bedroht, damit sie sich dem Klerus nicht widersetzen. In nachreligiösen Zeiten werden sie mit wirtschaftlichem Untergang bedroht. Wenn eine Nation sich den Luxus erlaubt, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren, hat sie keine Chance mehr gegen ihre Konkurrenten.

Der umstrittene Freihandel nützt nicht den Menschen, sondern den Führungsklassen, die den Maschinenbonus einkassieren und ungefährdet im Himmel der EINPROZENT sitzen. Ihre unermesslichen Gelder können sie rund um den Planeten einsetzen, um die Rosinen aus dem globalen Kuchen herauszupicken. Ihre Zukunft ist nie gefährdet. Sie kaufen sich jene Intelligenzler, die den Fortschritt anheizen, indem sie die Vorteile desselben für sich vereinnahmen und deren Nachteile an die Massen weiterleiten.

Die Massen folgen wie geduldige Schafe: wie kann man so töricht oder vermessen sein, sich Naturgesetzen zu widersetzen?

Die neue deutsche Regierung wird nichts anderes tun, als die alte, mit der sie in hohem Maß identisch ist. Sie wird dem Gesetz des Fortschritts folgen und alles unternehmen, um ihrem Volk einen guten Platz im Rennen der Nationen zu verschaffen. Ihrem Volk heißt, den Eliten ihres Volks. Sie müssen bei den Siegern sein, damit sie die Massen mitreißen können. Die mühsam errungenen Vorteile im Wettrennen sind immer die Vorteile der Eliten, die den Völkern gerade so viel Anreize gewähren, damit sie alles tun, um ihren Führungsklassen die ersten Plätze zu sichern.

Wenn die Oberen gewinnen, nähren sich die Unteren von den Abfällen der elitären Gewinne. Die Oberen geben, die Unteren nehmen, um den Oberen ewig dankbar zu sein, wenn sie sich als Mitsieger der Geschichte fühlen dürfen.

Die Royal Society sah in Francis Bacon „den Moses, der seinem Volk das gelobte Land wies und folgte seinem Leitstern – dem Nutzen durch Wissenschaft – und seinem Ziel, der Anwendung der Wissenschaft durch Erfindungen und Entdeckungen. Ihr Programmatiker, Bischof Sprat, verspricht ihrem Schirmherrn, dem König, die Mehrung menschlicher Macht und unsterblichen Ruhm durch eine ununterbrochene Kette von genialen Erkenntnissen.

Das Geschäft der Royal Society ist die „Mehrung des Wissens von natürlichen Dingen und von allen nutzbaren Künsten, mechanischen Fähigkeiten und Maschinen durch Experimente – ohne Berücksichtigung von Fragen der Moral, Politik, Grammatik und Logik.“ Der „mechanische Genius der Christenheit wird nach Meinung Sprats erst fruchtbar, wenn er die noch unterentwickelten Völker ergreift. Das ist das Missionsprinzip, welches die Theologie durch die Technik, die ungläubigen durch die unterentwickelten Völker ersetzt. Der Dichter John Dryden besingt diesen Fortschritt als Unterwerfung des Weltalls unter die Herrschaft des Menschen, identisch mit dem christlich weißen Menschen – vornehmlich in der Gestalt des Puritaners.

„Dann ziehen wir zu des Erdballs letztem Rand,

Wo Meer und Weltraum ineinander wehn:

Von wo wir auf die nächsten Sterne gehn

Und auf dem Mond erforschen neues Land.“ (Zitate nach Friedrich Wagner)

Nicht das Wort Gottes ist die wirksamste Waffe der christlichen Missionierung, sondern die Erfindungen der Technik und die Methoden des wirtschaftlichen Ausbeutens fremder Rohstoffe. Die Ungläubigen sind die Törichten, die man mit wissenschaftlicher Cleverness zugrunde richten darf. Immer mit der trügerischen Verheißung, ihnen die Segnungen des Fortschritts zu vermitteln. Den Klügsten unter den „Primitiven“ gelingt es tatsächlich, den Vorsprung ihrer Blutsauger aufzuholen, sich politisch unabhängig zu machen und sich in die Reihe der führenden Weltmächte einzureihen.

Momentan erleben wir den Triumph der bislang unterlegenen Länder. Amerikas Grundlagenkrise ist das Ende seiner unbestrittenen Weltführungsmacht. Chinas neue Weltgeltung wird die nächsten Epochen der Weltgeschichte entscheidend mitgestalten. Solange es keinen atomaren Vernichtungskrieg gibt, wird Chinas außerordentliche Wirtschaftsmacht den Westen in die zweite Reihe verweisen.

Die Gefahr besteht, dass Amerika diese „Demütigung“ nicht erträgt und sich verleiten lässt, das Ende der Geschichte durch Vernichtung aller Ungläubigen in einem höllischen Finale herbeizuzwingen. Dann Gnade uns Gott.

Alle wirtschaftlichen und technischen Fähigkeiten haben sich die Chinesen in so überreichem Maße angeeignet, dass sie keine Macht der Welt fürchten müssen.

„Der Aufstieg Chinas verschiebt nicht nur Aufmerksamkeit, er lenkt auch Investitionen und militärische Kräfte um. Andere Nationen werden langsam oder schneller zu Riesen: Indien, Indonesien und viele weitere. Die Bevölkerung Afrikas oder auch jene in Ländern wie Pakistan wächst derart rasant, dass der Rest der Welt immer neue und immer größere Migrationsbewegungen fürchten oder jedenfalls erwarten muss.“ (SPIEGEL.de)

Wo steht Deutschland?

Es gibt keine Debatte über die weltpolitische Situation und die Zukunftsaussichten einer Nation, die glaubt, durch ewigen Exportüberschuss und wirtschaftliche Macht einen Beitrag zur Sicherung des Weltfriedens zu liefern. Hier stock ich schon: des Weltfriedens?

Die Friedensfanfaren bei Beendigung des Kalten Krieges sind durch religiöse Kräfte des Westens innerhalb weniger Jahre ins Gegenteil verkehrt worden. Gorbis Vision von Lissabon bis Wladiwostok innerhalb einer friedlichen Weltordnung wurde nicht von Russland, sondern von Amerikas Biblizisten und folgsamen Europäern in täglich wachsende Kriegsspannungen umgedreht.

Europa hat keine Kraft, sich den zersetzenden Mächten eines trumpistischen Amerikas energisch zu widersetzen. Der Westen als kohärente Macht zerfällt von Tag zu Tag. Inzwischen erlauben sich die westlichen Mächte einen internen „Wirtschaftskrieg“, der nur zu Tage bringt, was seit der Erfindung der allpräsenten Konkurrenz schon immer Wirklichkeit war: sogenannte Verbündete kennen keine Freunde, wenn es um Profitvorteile geht.

Worin besteht der Friedensbeitrag Deutschlands?

Diese Frage wird nicht einmal gestellt, geschweige durch einer nationale Debatte beantwortet. Nur eine Frage wird gestellt: wenn Kriegsgefahren steigen – was tut Deutschland, um seinen bellizistischen Beitrag zu leisten?

Bislang konnte Deutschland hinter dem Schutzschild des Großen Bruders ein schönes Leben führen. Diese Zeiten sind vorbei. Der Große Bruder in Washington hasst die Kleinen in Europa, die sich auf seine Kosten durchschlängeln konnten. Trump hasst besonders die Heimat seiner Vorfahren, die sich schwach stellt, um das starke Amerika hemmungslos auszunutzen. Klaus Brinkbäumer ermahnt die Deutschen, sich auf eigene Füße zu stellen:

„Die USA führen den Westen nicht mehr an, weder moralisch noch wirtschaftlich, noch außenpolitisch, noch militärisch. Deutschland muss daraus seine Konsequenzen ziehen. Wir müssen uns verabschieden von der sanften, beschützten, bisweilen scheinheiligen Außenpolitik der Vergangenheit. Diese bedeutete, dass Deutschland sich verstecken und moralisch reine Positionen einnehmen konnte, durchaus auch erzieherische, tadelnde. Das ist vorbei, denn Deutschland muss aktiver werden, muss zum außenpolitischen Akteur werden, wenn es nicht tatenlos geschehen lassen will, was andere durchsetzen.“

Vor wenigen Wochen überwog bei Brinkbäumer – wie bei anderen führenden deutschen Edelschreibern – noch eine resignative Stimmung, die auf eine goldene Zeit zurückschaute, aber keine hoffnungsvolle Zukunft sehen konnte. Die ersten Anzeichen einer Oswald Spengler-Untergangsstimmung schienen sich breitzumachen. In seinem neuen Buch hat sich die Perspektive ein wenig aufgehellt.

„Wir müssen die Kunst der Auseinandersetzung lernen. Außenpolitische Debatten werden in einem Parlament, das die Redekunst aufgegeben hat, so gut wie nicht mehr geführt. Wenn es aber um Militäreinsätze, um gewaltige Ausgaben, schlicht und einfach um Risiken geht, dann muss in einer Demokratie zuerst gestritten und dann entschieden werden, ansonsten fehlt den Handlungen des Staates die Legitimation. Wir brauchen eine Unterscheidung von Werten und Interessen und auch bei diesem Thema angstfreie Debatten.“

Vor kurzem gab es nur Interessen hartgesottener Realpolitiker. Das sind jene kaltblütigen Interessenvertreter, die alle deutschen Gutmenschen am liebsten auf den Mond schießen würden, deren Werte sie als Träumereien von Blauäugigen verachten. Doch wehe, ein Rüpel wagt es, an ihnen vorüberzugehen, ohne einen tiefen Bückling zu machen.

Es wäre ein Riesenfortschritt, wenn die Abendländer ihre viel beschworenen Werte entdecken würden. Nur – welche? Dazu kein Wörtchen vom SPIEGEL-Chef. Geht es um Werte von Auserwählten, denen alle Vernichtungsmittel erlaubt sind, um ihre Sonderrolle der ganzen Welt mit Furcht und Schrecken einzubläuen?

Deutschland habe bisher moralisch reine Positionen einnehmen können? Schon der Begriff Moral war in deutschen Landen ein Tabu. Deutschland tat nichts anderes, als jene Rolle zu spielen, die Amerika dem reuigen Sünder auf den Leib geschrieben hatte. Im vorbildlichen Schüler wollte der amerikanische Erzieher seine eigene Sonderklasse erkennen. Deutschland, das war Amerikas behinderter Sonderschüler, der sich überraschend zum Musterbild eines Demokraten gemausert hatte. Doch allmählich wurde der Sprössling lästig, denn er wollte seinen alten Lehrer mit dessen eigenen Mitteln übertrumpfen – mit Ausnahme einer militaristischen Sicherheitspolitik.

Das führte zur nationalen Schizophrenie, die Deutschland durchweg pathologisierte. Man gerierte sich vorbildlich pazifistisch, nickte aber (fast) alle militärischen Abenteuer der Amerikaner ab. Gewisse militärische Interventionen des Westens hielt man für richtig, beteiligte sich aber nicht. So unterstützte man den wachsenden Kriegsgeist in der Welt – doch in der Illusion, seine Unschuld gerettet zu haben.

Deutschland Außenpolitik führte zur Dauerheuchelei gegenüber Amerika, dem Land ihrer Retter – wie gegenüber Israel, dem Land ihrer Opfer, dem sie bedingungslose Loyalität schwor, ohne dessen wachsende Verzweiflung mit einer klaren und freundschaftlichen Kritik anzusprechen. Was Erich Fromm für Individuen schrieb, gilt auch für befreundete Nationen:

„Was ein Mensch für den anderen tun kann, beschränkt sich darauf, ihm wahrheitsgetreu und liebend und frei von Sentimentalitäten oder Illusionen die Alternativen vor Augen zu stellen.“

Liest man den WELT-Artikel von Hannes Stein über den israelischen Schriftsteller Amos Oz, erschrickt man über die Ängste des linken Moralisten, der seinem Land nicht nur dauernde Verletzung der Menschenrechte vorwirft, sondern auch die Unterwerfung unter das Joch orthodoxer Fundamentalisten:

„Amos Oz – ein linker, säkularer Israeli – weigert sich geradezu wütend, die jüdische Tradition den Orthodoxen jeglicher Couleur zu überlassen. Just in der Religion seiner Vorfahren findet er die Quellen, um das Feuer des Fanatismus zu löschen. Freilich hat er Angst um sein Land. Er fürchtet, dass sich in Israel, wenn nicht bald ein Palästinenserstaat gegründet wird, „eine Diktatur extremistischer Juden, eine fanatische, rassistische Diktatur“ etablieren könnte, „die mit eiserner Hand sowohl die Araber als auch ihre jüdischen Gegner unterdrücken wird. Eine solche Diktatur wird sich jedoch nicht lange halten ... Und so wird uns ... am Ende ... ein arabischer Staat vom Mittelmeer bis zum Jordan erwarten“ – also der Untergang des Staates Israel – „und zuvor vielleicht noch ein internationaler Boykott oder ein Blutbad oder beides.“ (WELT.de)

Sollten Fromms Worte nicht falsch sein, wäre Deutschlands offizielle Haltung eine psychotische Verkehrung des wahren Sachverhaltes. Die emotionale Befindlichkeit und Selbstsicht des jungen Landes – nicht der Regierung – wäre der deutschen Regierung, Hand in Hand mit BILD, gleichgültig. Da ist kein Funke kritischen Verstehens, nicht der geringste Versuch einer freimütigen Kritik unter Freunden. Nicht zuletzt deshalb, um jene Israelis zu stärken, die wie Amos Oz ihr Land lieben, aber allmählich an ihm verzweifeln.

Deutschlands schändliche Unterwürfigkeit verrät eine innere Kälte und Gleichgültigkeit, sich in demokratische Israelis einzufühlen. Soll das Philosemitismus sein, wenn man unfähig ist, die desolate Situation des Landes zur Kenntnis zu nehmen?

BILD-Reichelt verflucht inzwischen alle Verstehenspolitik. Wie will er die Lage eines anderen Landes verstehen? Er benutzt Begriffe wie „gesundes Volksempfinden“, die jedem anderen den Vorwurf des Antisemitismus eingebracht hätte. Stimmen kritischer Israelis sucht man in BILD vergeblich.

Deutschland ist unfähig, befreundeten Staaten wie Amerika und Israel auf gleicher Augenhöhe und in loyaler Verbundenheit zu begegnen. Loyalität ist für sie entweder blinde Dankbarkeit, wie gegenüber Amerika, oder blinde Wiedergutmachung, wie gegenüber Israel. Dankbarkeit und tätige Reue – allemal. Aber nicht in deutscher Untertanenheuchelei, die aus der Geschichte nichts gelernt hat.

Die Lehren aus dem Holocaust sind strikte Einhaltung aller Menschenrechte gegenüber allen Menschen – auch Palästinensern. BILD-Reichelt fordert die Deutschen auf, Trump aus Dankbarkeitsgründen nicht so heftig zu prügeln. Wäre das nicht Kuschen vor einem bedenkenlosen Machiavellisten?

Brinkbäumer mogelt sich an der deutsch-israelischen Beziehungsheuchelei nicht ganz vorbei:

„Die neuen USA unterstützen Israels Siedlungspolitik und wollen Jerusalem mit Wucht international als Hauptstadt durchsetzen³ die meisten Europäer halten dies für Zündeln mit Dynamit und denken, dass ohnehin eher die Palästinenser als die Israelis die Opfer seien.“

Gleichwohl versteckt er sich hinter den Meinungen anderer. Das genügt nicht. Die deutsche Presse beteiligt sich an der paranoiden Haltung der Regierung gegenüber Israel.

Zur Bewertung der internationalen Lage gehörte eine klare Stellungnahme in Sachen Automatisierung. Man kann für eine zukünftige Roboterisierung sein, man kann sich für sichere Arbeitsplätze einsetzen – aber nicht gleichzeitig für beides. Denn beides schließt sich aus.

Das wird den Deutschen von ihrer Regierung nicht klar gemacht. Sie erweckt den Eindruck, man könne den Menschen die Arbeitsplätze wegrationalisieren, ohne sie einer unsicheren Zukunft zu überlassen. Das ist die nächste Großheuchelei unter den deutschen Lügen und Selbstverblendungen.

Es ist der Sinn der Maschinen, den Menschen die Arbeit wegzunehmen. Selbst wenn es wenigen gelänge, sich neue Arbeitsmöglichkeiten auszudenken, wäre dies keine Lösung des Problems. Denn neue Roboter würden erfunden werden, um die neuen Tätigkeiten zu ersetzen und so weiter in alle Ewigkeit.

Es ist der klare Sinn künstlicher Intelligenz, den Menschen überflüssig zu machen. Daran führt kein Weg vorbei. Wer dennoch die Automatisierung perfektionieren will, sodass keine Arbeit mehr für die Massen übrig bliebe, der müsste der Menschheit mitteilen, wie sie sich in Zukunft ernähren kann. Da die Arbeit wegfiele, bliebe nur noch die Möglichkeit, den Profit der Maschinen nicht länger der habgierigen EINPROZENT zu überlassen, sondern ihn zu nutzen, um den Völkern ein arbeitsloses, aber sorgenfreies Leben zu sichern.

Eine sichere und friedliche Zukunft der Menschheit wäre nur möglich, wenn

a) die riesigen Vermögen der Supereichen jenen zurückgegeben werden, die sie erarbeitet haben: den Völkern.

b) eine voll automatisierte Arbeit den Menschen Perspektiven eines frei gewählten Lebens bieten würde, das nicht mehr unter sklavischer Abhängigkeit stünde.

c) die gesamte Arbeit der Menschheit dazu überginge, den permanenten Kriegszustand mit der Natur zu beenden. Machet euch die Erde auf keinen Fall untertan. Macht sie euch zur Verbündeten. Wir leben von der Natur, aber nicht so, dass wir sie zu Tode martern.

All dies wäre Moral. Weltpolitik muss zur Weltmoral werden – oder sie wird zum Untergang der Menschheit führen.

Es gibt nur zwei Alternativen: moralisch zu einer friedlichen Menschheit in geschützter Natur – oder unmoralisch in den Untergang der Gattung.

Alexa wird sich überschlagen vor Lachen.  

 

Fortsetzung folgt.