Philosophische Tagesmails

Neubeginn XL

Tagesmail - Freitag, den 04. August 2017

Hello, Freunde des Neubeginns XL,

„doch, du hast gelacht“. Sara ist nicht die erste, die an allem schuld ist, weil sie die Potenz des mächtigsten Mannes – dessen Omnipotenz – bezweifelte. Eva war es. Sie war die Mutter allen Elends, die sich mit Zweifeln nicht begnügte, sondern sich dem Befehl des Übermannes frech widersetzte, wofür sie mit Gebären schreiender, erbsündiger Bälger gestäupt wurde.

Noch heute wird sie dafür bestraft, dass sie sich erkühnt, hoffnungslose Sündenkrüppel zu Menschen zu erziehen, als sei das eine ernst zu nehmende Arbeit, vergleichbar ehrbarer Arbeit der Männer, die im Schweiß ihres genialen Gehirns die Natur häuten, um eine neue zu schaffen. Vernunft ist in der Ökonomie des Heils nicht vorgesehen.

„Ich bin nicht gekommen mit vernünftigen Weisheitsreden.“ „Lasset euch nicht durch Vernunft bezirzen und gefangen nehmen.“

Jeder Erziehungsversuch der Mütter, ihren Nachwuchs zu vernünftigen Zeitgenossen zu erziehen, ist eine Missachtung der göttlichen Verurteilung seiner Geschöpfe zu erlösungsbedürftigen Missgeburten, die ohne Unterstützung des Himmels im Abgrund landen müssen.

Einen Gott verlachen, kann gefährlich werden. Also lacht Sara nur verstohlen:

„Darum lachte Sara bei sich selbst und dachte: nun ich welk bin, soll mich noch Fleischeslust ankommen?“

Für Übermänner ist es eine Zumutung, sich mit inferioren Weibern diskursmäßig einzulassen:

„Da sprach der HERR zu Abraham: Warum lacht Sara und spricht: Meinst du, dass es wahr sei, daß ich noch gebären werde, so ich doch alt bin? Sollte dem HERRN etwas unmöglich sein? Um diese Zeit will ich wieder zu dir kommen über ein Jahr, so soll Sara einen Sohn haben. Da leugnete Sara und sprach: Ich habe nicht ...

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Neubeginn XXXIX

Tagesmail - Mittwoch, den 02. August 2017

Hello, Freunde des Neubeginns XXXIX,

Problemlösung durch Problemverdrängung – das ist neudeutsche Gemütlichkeit, die sich alles unter den Nagel reißt, was nicht niet- und nagelfest ist.

„Probier's mal mit Gemütlichkeit, mit Ruhe und Gemütlichkeit
jagst du den Alltag und die Sorgen weg.
Und wenn du stets gemütlich bist und etwas appetitlich ist,

dann nimm es dir egal von welchem Fleck.“

Ulf Poschardt, dem leitenden Psychotrainer des Springer-Verlags, ist ein Stein vom Herzen gefallen. Seine Lektionen, sein Vorbild, seine Ermunterungen, sind WELT-weit angekommen. Die Deutschen hatten ein Einsehen, nahmen Abschied von ihrer geliebten Angst und folgen Poschardts Kurs der Problembewältigung durch „Lässigkeit, Humor und Stil.“

„Die neue Pew-Studie bestätigt: Weder Zuwanderung noch Arbeitslosigkeit treiben Deutschlands Bürger um. Die neue Nüchternheit zentriert das einst politisch extreme und unruhige Land in der Mitte. Die neue Angstnüchternheit der Deutschen zentriert das einst politisch extreme und unruhige Land in der Mitte. Das wiederum verdeutlicht, wie sehr eine erfolgreiche Wirtschaftspolitik der Garant für soziale und politische Stabilität sein kann. Evolutionsbiologen warnen, dass sowohl zu viel wie zu wenig Angst gefährlich sein kann. Die Deutschen sind auf dem Weg zu einer funktionalen Balance ihrer Angstverwaltung.“ (WELT.de)

Jetzt aber nicht ins Gegenteil verfallen und angstfrei in die Zukunft vagabundieren! Angst muss funktional verwaltet werden, dann werden wir auch die Autokrise mit Bravour überwinden. Erfolgreiche Wirtschaft löst alle Probleme, und die ...

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Neubeginn XXXVIII

Tagesmail - Montag, den 31. Juli 2017

Hello, Freunde des Neubeginns XXXVIII,

wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser, so schreit die amoralische Seele der Deutschen nach Moral. Wie Fraß in ihren Gebeinen, klingt der Hohn ihrer Bedränger, da sie täglich jammern und seufzen: wo ist denn nun unsere Moral – die wir doch standesgemäß verachten und verhöhnen?

„Trump zieht das Land hinab und zerstört alle Maßstäbe über Moral, Ethos, Anstand, Ehrlichkeit. Dies ist die größte Gefahr, die von dieser Präsidentschaft ausgeht: Die USA und mithin auch nicht wenige Teile der Welt richten sich ein in der Trivialität Trumps, sie akzeptieren seinen Umgang, seine Vorstellung von Politik, seine Profanität als die neue Normalität.“ (Sueddeutsche.de)

Riesige Begriffe wirft Stefan Kornelius in die Manege: blind und wahrnehmungslos, wie es sich ziemt für Edelschreiber einer Dichter- und Denkernation. Profan heißt unheilig. Wäre Trumpismus profan, müsste die bisherige Normalität der Amerikaner heilig gewesen sein. Trivial heißt gewöhnlich. Wie kann Trumps Amoralismus gewöhnlich sein, wenn das Heilige normal gewesen sein soll? Hat Trump innerhalb weniger Monate eine neue Normalität geschaffen? Dann hätte er mehr erreicht als alle Religionsgründer zusammen, die ihre Welterrettungsmoralen nur unter die Völker brachten, um deren alte Sündhaftigkeit mit neuen Moralattrappen zu versehen.

Doch halt: Begriffe unterlägen dem Gesetz ständiger Verwandlung und könnten zum ursprünglichen Nennwert nicht gehandelt werden? Wer Klarheit will, hätte die Veränderungen zu kennzeichnen. Er hätte die verdammte Pflicht und Schuldigkeit, anzugeben, wovon er überhaupt spricht.

Zuerst verkommen die Begriffe, dann die Führungsklassen, die ehrwürdige Begriffe benutzen – um ihre bewusstseinsschädlichen Nebelschwaden dem Volk um die Ohren zu blasen. Zuerst vergiften Abgase verdorbener Begriffe die Atmosphäre, dann die ...

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Neubeginn XXXVII

Tagesmail - Freitag, den 28. Juli 2017

Hello, Freunde des Neubeginns XXXVII,

Verlierer des Tages ist – Jeff Bezos: „laut "Forbes" der neue reichste Mensch der Welt. Mit einem geschätzten Vermögen von 90,6 Milliarden Dollar hat der Amazon-Chef knapp Microsoft-Mitgründer Bill Gates überholt (90 Milliarden Dollar).“ (SPIEGEL.de)

Warum er ein Verlierer ist? Merkwürdige Frage amoralischer Schlechtmenschen, Ungerechtigkeitsfanatiker und Menschheitsverächter. Weil er auf Kosten der Menschheit den Hals nicht voll kriegt, Demokratien unterminiert, das Klassengefälle ins Grenzenlose vergrößert, die Gewaltenteilung des Staates demontiert, die Politik übermäßig beeinflusst, mit selbstherrlichen Almosen die Sozialpolitik dominiert, mit der „Washington Post“ die Medien zu kontrollieren beginnt, den Größenwahn seiner Bewunderer bestätigt, den Darwin‘schen Überlebenskampf bis aufs Messer propagiert, die Menschen als manipulierbare Herde betrachtet, durch Preisdiktat den Markt missbraucht, unlauteren Wettbewerb betreibt, kaum Steuern bezahlt, seine Lohnabhängigen miserabel behandelt, in Deutschland neonazistisches Schrifttum verbreitet – und insgesamt die kapitalistische Zerstörung der Natur anheizt.

Bezos muss mit Reichtum und Macht brillieren, weil er ein humaner Komplettversager ist. Liebe Kinder, werdet nicht wie dieser Raffzahn und seine gleichgeschalteten Kumpane. Werdet keine Parvenüs im Reich jener, die die Menschheit ins Unglück stürzen. Die Vorbildfigur des Aufsteigers, der ein opportunistischer und charakterloser Absteiger ist, muss eingestampft werden. Ende der populistischen Durchsage.

Allen Parteien, die den Aufstieg ins Reich der ehrgeizzerfressenen Wandalen als höchstes Ziel eines Demokraten propagieren – also fast allen – soll es ergehen wie den Vandalen: „Mit der Zerschlagung des Vandalenreichs im 6. Jahrhundert durch oströmische Truppen verlieren sich ihre Spuren.“

Der SPIEGEL, unermüdlich alle Schönen, Reichen und Intelligenten ...

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Neubeginn XXXVI

Tagesmail - Mittwoch, den 26. Juli 2017

Hello, Freunde des Neubeginns XXXVI,

Die Angst der Juden vor den Judenfreunden“: Armin Langers Artikel in der ZEIT hätte sich auch auf Springers Paradeblatt beziehen können.

Wer über Antisemitismus reden will, ohne über philosemitisch verkappten Antisemitismus zu reden, sollte besser schweigen. Dass Dinge nicht sind, wie sie scheinen, ist ältestes Gedankengut der Menschheit.

Spätestens seit der christlichen Umkehrung aller Werte, die im Kern heidnisch geblieben sind, nur aus strategischen Gründen sich den Schein des erleuchteten Gegenteils gegeben haben, sollte man wissen, dass X auch als Non-X auftreten kann. Die Demütigen und Schwachen sind die eigentlich Mächtigen, auch wenn es noch nicht so aussehen mag: Gott ist in den Schwachen mächtig. Selig sind die Sanftmütigen, denn sie werden die Erde beherrschen.

Wenn Gott selbst das dialektische Verwechslungsspiel liebt, sich einmal als liebender Gott der Offenbarung, ein ander Mal als anonymer Teufel präsentierent, (Deus revelatus, Deus abscondidus), wenn Faust sich des Mephisto bedient und dessen List mit göttlich genehmigter Überlist hinters Licht führt, um seine himmelsstürmenden Pläne mit satanischem Know-how durchzusetzen, dann sollten Abendländer wissen, dass etwas nicht sein muss, wie es sich „gibt“.

„Er gibt sich kämpferisch“: pfiffige Edelschreiber nutzen gern das Verwechselspiel von Sein und Schein, um ihre Leser entweder zu warnen: Vorsicht, der Schein könnte trügen. Oder ihre Hände in Unschuld zu waschen: sollte sich der Kämpfer als ...

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Neubeginn XXXV

Tagesmail - Montag, den 24. Juli 2017

Hello, Freunde des Neubeginns XXXV,

Julian Reichelt, BILD, hat den Verstand verloren. Seine Botschaft an Deutschland und Europa ist deckungsgleich mit Trumps Botschaft an die Welt:

»Amerikanischer Stahl und amerikanische Hände haben eine 100 000 Tonnen schwere Botschaft an die Welt konstruiert: Amerikas Macht ist allen überlegen, und mit jedem Tag unter meiner Regierung werden wir größer und besser und stärker«, sagte er.“ (BILD.de)

Die Botschaft Trumps und Reichelts lautet: Macht und Gewalt des Westens zuerst. Völker- und Menschenrechte sind belanglos. Das friedliche Zusammenwachsen der Völker ist gestrichen. Die Starken sollen die Welt beherrschen. Dazu benötigen sie Feinde, die sie zu Teufeln erklären, damit sie ihre von Hass und Herrschsucht getriebene Wirtschafts- und Militärpolitik als Notwehr und moralische Notwendigkeit verkaufen können.

Kriegsreporter Reichelt scheint nur in Kategorien von Gewalt und Waffendrohung zu denken – sofern wir unter Denken die Vernunft ausschließen.

lsrael ist die Frontstellung des Westens im Kampf gegen eine mörderische Ideologie, die für uns Vernichtung vorsieht. Gerade wir Deutschen sollten den Israelis in diesem Kampf beistehen statt zu erwarten, dass sie sich brav vernichten lassen. Erstens vergehen wir uns damit an unserer historischen Verantwortung. Und zweitens wären wir als Nächstes dran.“ (BILD.de)

Erstens vergeht sich Reichel an der historischen Verantwortung der Deutschen gegen Israel, die also lautet: Nie wieder Missachtung der Menschenrechte – gleichgültig von wem, gleichgültig unter welchem Vorwand. Doppelmoral ist ...

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Neubeginn XXXIV

Tagesmail - Freitag, den 21. Juli 2017

Hello, Freunde des Neubeginns XXXIV,

„Ihr nervt!“ Die Streitunfähigkeit eingeborener Demokraten kann nur noch durch die Strategie der Bedrohung überboten werden: „Wenn ihr weiterhin nervt, gibt’s eins aufs Maul (luth.), auf die Goschn (schwäb.), auf die Waffl (fränk.). Die WELT ist zum Organ von Ästheten geworden, denen das Gelabere (von „Lippe“) moralisierender Linker (von „linken“ = betrügen“) „tierisch auf die Eier geht“ (Eier = Hoden). Hodenlose Schreiberinnen müssen sich mit Geschlechtsgenossinnen plagen, die vor allem schlecht angezogen sind.

Ulf Poschardt hat den hohen Dandy-Ton vorgegeben und ordinäre Soll-Vernunft in deutsche Ist-Ästhetik erhoben. Dandys sind Lebewesen meist männlichen Geschlechts, die ihre Einmaligkeit und Unverwechselbarkeit direkt bei Stürmern, Drängern und Romantikern abgeschaut haben. Mit Macaronis oder Stutzern darf man sie nicht verwechseln:

„Im Gegensatz zum Macaroni, der die Mode der südlichen Länder nachzuahmen versucht, zum Beau oder zum deutschen Pendant, dem Stutzer, verabscheut der britische Dandy alles Grelle, Laute, Parfümierte. Er ist gelegentlich ein Snob. Er kultiviert seine Kleidung, sein Auftreten, auch Witz und Bonmot. Die originelle, aber jederzeit passende, elegante Kleidung zum Sport (Zeitvertreib), kombiniert mit den formvollendeten Manieren eines Gentlemans, wird zum einzigen Lebenszweck erhoben. Die Niederungen anstrengender Erwerbsarbeit passen hingegen nicht zum großstädtischen, blasierten, echten Dandy“. (Wiki)

Wählbar sind für ihn nur ganze Kerle mit offenem Hemdkragen und freiem Blick auf eine braungebrannte Männerbrust – welcher Partei auch immer sie angehören. Selbst Grüne, wenn sie Habeck oder Liberale, wenn sie Lindner heißen und direkt von einem Männermagazin herabgestiegen sein könnten. Die Niederungen anstrengender Erwerbsarbeit werden in der WELT durch formvollendete Gentleman-Manieren ...

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Neubeginn XXXIII

Tagesmail - Mittwoch, den 19. Juli 2017

Hello, Freunde des Neubeginns XXXIII,

zeugt nicht so viele Kinder, wenn ihr ökologisch sein wollt, fordert der amerikanische Philosoph Travies Rieder – und alle deutschen Medien folgen ihm und vervielfältigen seine Stimme.

Der Staat könnte Anreize setzen. Sozialschwache könnten belohnt werden, „wenn sie ihr Rezept für die Antibabypille abholen“. Man könnte sich aber auch eine Steuer vorstellen, die werdende Eltern bezahlen müssten: „Die Höhe bemäße sich am Einkommen. Das könnte bereits das erste Kind betreffen, sagt Rieder. »Auch das erste Kind einer Familie wird für Treibhausgase sorgen, die irgendwie ausgeglichen werden müssen – was wiederum Geld kostet.« »Wir Menschen haben sehr schnell sehr viele Menschen gezeugt. Es gibt sehr gute Beweise, dass wir zu viele gezeugt haben«, schreibt er. Er ist besorgt, dass die Erde nicht noch mehr Menschen verträgt, ja nicht einmal die sieben Milliarden, die jetzt auf dem Planeten leben. Es reicht nicht mehr aus, seinen eigenen CO2-Verbrauch zu senken – nichts hilft mehr, CO2 zu sparen, als ein Kind nicht zu bekommen.“ (RP-online.de)

Endlich sind die Schuldigen am Elend der Erwachsenen benannt. Es sind die unschuldig sein wollenden Kinder. Eine nach vorne schauende Pädagogik muss sich umstellen und den Glückskitsch junger Eltern schonungslos desavouieren. Werden neue Klimakatastrophen gemeldet, müssen verantwortliche Mütter ihre Gören anherrschen: Du und deine überflüssige Generation: ihr seid schuldig an unserem ganzen Elend. Hätten wir euch nur nicht gezeugt. Was tun wir nicht alles, um euch auf Händen zu tragen. Doch ihr Parasiten verbraucht unser Wasser und atmet unsere Luft. Dabei wärt ihr ohne uns nichts. Und was ist der Dank? Ihr unterlasst nichts, um uns das Leben zur Hölle zu machen. Doch Vorsicht, noch ist das letzte Wörtlein nicht gesprochen. Denkt an den Kindermord zu Betlehem. Und nun sitz endlich gerade und iss dein naturidentisches Labor-Müsli.

Das ist erst der Anfang. Nach den ökologiefeindlichen Kindern müssen Frauen und Mütter dran glauben. Wozu brauchen männliche Zukunftsstürmer noch ...

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