Philosophische Tagesmails

Neubeginn XII

Tagesmail - Mittwoch, den 31. Mai 2017

Hello, Freunde des Neubeginns XII,

Trump gegen Merkel: eins zu null.

Ist es nicht eine demokratische Trivialität, selbst Verantwortung für sein Tun und Lassen zu übernehmen? „Die Aussagen der Kanzlerin seien "großartig", sie entsprächen genau dem, "was der Präsident gefordert hat", sagte Trump-Sprecher Spicer.“

Die New York Times schreibt gar von „tektonischer Verschiebung“, wenn die deutsche Kanzlerin mit Hilfe einer bayrischen Bierdunstatmosphäre den Satz ausspricht, der wie Donnerhall einer Weltenretterin in den letzten planetarischen Winkel dringt: „Wir müssen unser Schicksal wirklich in die eigene Hand nehmen.“

Wirklich? Ein verräterisch Wörtchen. War denn ihre bisherige Politik unwirklich? Und wen meint sie mit „wir“? Hat das ganze deutsche Volk bis zum gestrigen Tag keine Verantwortung für sein Schicksal übernommen? Oder spricht sie bereits im Plural der Selbstanbetung?

Verantwortung übernehmen heißt nicht, sich von Freunden und Verbündeten zurückziehen. Merkels verbale Fehlleistung offenbart die bisherige Verantwortungslosigkeit der deutschen Politik. Trump drangsaliert die Deutschen, endlich erwachsen zu werden. Man sollte ihm ein Denkmal errichten.

Nein, er ist es nicht. Doch wäre Trump ein gewitzter Politpädagoge: seine paradoxe Intervention wäre zur rechten Zeit gekommen. Er pöbelt, randaliert und zerlegt alle scheinrationalen Rituale der Weltpolitik derart gründlich, dass die aalglatten Höflichkeitsmasken sich nun entscheiden müssen, ob sie weiterhin wie ferngelenkte Gipsabdrücke wirken – oder ein wenig aufmucken wollen.

Merkel entschied sich für letzteres. In gottgesegnetem Instinkt hat die Kanzlerin sofort die Rolle erahnt und übernommen, die treue Untertanen ihr entgegen atmen. Ulf Poschardt – erster Minnesänger am Hofe – wuselt beflissen um ihren Thron ...

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Neubeginn XI

Tagesmail - Montag, den 29. Mai 2017

Hello, Freunde des Neubeginns XI,

„die Welt ist aus den Fugen“ (Merkel)

„Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. In der Welt habt ihr Angst, siehe, ich habe die Welt überwunden. Jetzt ergeht das Gericht über die Welt. Das Licht kam in die Welt, es war in der Welt und die Welt hat es nicht begriffen. Der Teufel zeigte ihm alle Herrlichkeiten der Welt. Weil ihr nicht aus der Welt seid, deshalb hasst euch die Welt. Ich bitte nicht für die Welt, sondern für die, die du mir gegeben hast. Sie sind nicht aus der Welt, wie ich nicht aus der Welt bin. Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Stellet euch nicht der Welt gleich. Die Weisheit der Welt ist Torheit vor Gott. Habet nicht lieb die Welt, noch was in der Welt ist. So jemand die Welt lieb hat, ist die Liebe zum Vater nicht in ihm. Deshalb erkennt uns die Welt nicht, weil sie ihn nicht erkannt hat. Wundert euch nicht, Brüder, wenn euch die Welt hasset. Die ganze Welt liegt im Argen.“ (Gott)

„Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde, denn der der erste Himmel und die erste Erde sind verschwunden und das Meer ist nicht mehr. Und der Tod wird nicht mehr sein. Denn das Erste ist vergangen.“ (Gott)

Gott muss eine neue Welt erschaffen, weil er die alte versifft hat. Da ER sich eine zweite Chance gönnt, erhalten auch fromme Kapitalisten eine zweite Chance, um ihren himmlischen Vater nicht zu beschämen. Kinder müssen bereits in der Kita das Scheitern lernen, um in zweiter Chance dem Reich der Loser zu entkommen. Das ist angewandte Siegerpädagogik oder die Ur-Agenda aller westlichen Schulen.

Die Ökonomen – wie einst die Theologen im Mittelalter – haben inzwischen die Oberaufsicht über alle Fakultäten errungen. Tiefenpsychologie in ...

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Neubeginn X

Tagesmail - Freitag, den 26. Mai 2017

Hello, Freunde des Neubeginns X,

was ist schlimmer als pädophil? Religiophil oder klerophil.

„Die AfD missbraucht Christen als Feigenblatt“. (SPIEGEL.de)

„Der SPIEGEL warnt vor Missbrauch der Religionen“: „Weltweit wird Gottes Macht von Politikern benutzt, die noch weiter nach oben wollen, um jeden Preis. Sie wird missbraucht, um Autokraten und Diktatoren zu stützen und Kriege zu rechtfertigen. Und sie dient dazu, aus Menschen lebende Waffen zu machen.“ (Livenet.de)

„Missbrauch der Religion. Warum schweigt die islamische Welt? Man stellt mit Staunen fest, dass nach wie vor ideologischer und religiöser Fanatismus in der Lage sind, aus Menschen Schwerverbrecher zu machen. Was aber ebenso schockiert, ist, von wenigen Ausnahmen abgesehen, das Schweigen der islamischen Welt auf den gotteslästerlichen Missbrauch ihrer Religion durch die Islamisten und die Unterstützung, die sie von einzelnen arabischen Staaten wie Katar und Saudi-Arabien gefunden haben. Hängt das vielleicht nicht doch damit zusammen, dass der Islam selber eine aggressive Komponente hat? Immerhin werden im Koran die Gläubigen zum Kampf gegen die Ungläubigen aufgerufen („Tötet die Heiden, wo immer ihr sie findet“ Sure 9.4). („Geißlers Nachschlag“ im BERLINER KURIER)

„Die Religion wird für politische Zwecke missbraucht. Der Konflikt in Zentralafrika lässt sich nicht auf Spannungen zwischen Christen und Muslimen reduzieren.“ (Die ZEIT)

„Weltweiter Missbrauch von Religion. Schon immer und immer wieder wird Religion politisch missbraucht. Politischer Missbrauch von Religion ist uralt. Das muslimische ...

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Neubeginn IX

Tagesmail - Mittwoch, den 24. Mai 2017

Hello, Freunde des Neubeginns IX,

er hat‘s nicht so mit dem Alten, doch wenn jener angegriffen wird, ist er zur Stelle. Die Deutschen haben‘s nicht so mit Gott, doch wenn Ketzer und Verleumder ihm die Ehre verweigern, dann schlagen sie um Gottes willen die Welt zusammen. Buschkowsky hat‘s nicht so mit dem lieben Gott, doch gegen linke und grüne Kreuzesgegner auf dem Humboldt-Forum könnte er einen Berliner Kreuzzug entfachen:

„Ich stehe zwar mit dem lieben Gott nicht so auf Du und Du. Aber was für ein Schauspiel bieten wir gerade wieder der Welt? Kleingeisterei und Schmierentheater!“ (BILD.de)

Die Erklärung ist einem gebildeten SPD-Bürgermeister auf den Leib geschrieben:

„Die humane, aufgeklärte Sicht auf die Welt von Alexander und Wilhelm von Humboldt war in weiten Teilen nicht identisch mit der verworrenen und fanatischen intellektuellen Schmalkost, die uns hier von Werte-Vagabunden serviert werden soll. Menschenbild und Kreuz sind untrennbar. Das sehen wir dort, wo es keine Strahlkraft besitzt.“

Die christentumskritische Sicht der beiden Brüder Humboldt wird von Buschkowsky mit jenem Symbol gleichgestellt, das jeden freien Gedanken mit Feuer und Schwert verurteilte und heute die Frechheit besitzt, sich als Speerspitze der Aufklärung aufzuspielen.

„Sehet zu, daß euch niemand beraube durch die Philosophie und lose Verführung nach der Menschen Lehre und nach der Welt Satzungen, und nicht nach Christo.“

Wo bleibt der „Aufschrei“? Der Aufschrei über solche Kapitallügen?

In Deutschland ist das WORT zur Ramschware verkommen. Nicht nur sich selbst erfinden sie täglich neu, auch ihre historische Biografie verfälschen sie nach ...

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Neubeginn VIII

Tagesmail - Montag, den 22. Mai 2017

Hello, Freunde des Neubeginns VIII,

zum weltpolitischen Dschungelcamp gehört der Tempel der Verlogenheiten – oder: wenn der Hofnarr den König spielen muss.

Die heimlichen Bewunderer des Präsidenten atmen auf. Ist ER doch ein Großer, herrlich in seiner Unberechenbarkeit. Wie seine Feinde und Gegner wieder ins Schwitzen kommen, um den Unfassbaren zu fassen. Solange er seinen Deutern und Analysten um eine Volte voraus ist, kann‘s nicht langweilig werden. Gefährlich für ihn wird’s erst, wenn er nicht mehr verblüffen und blenden kann.

„Versöhnlich, staatstragend, verantwortungsbewusst – so trat USPräsident Donald Trump gestern vor die Führer der islamischen Welt in Saudi-Arabien.“ (BILD.de)

Nach vielen Verfluchungen des Islam erfand sich der Hofnarr erwartbar neu. Ohne Ablesen vom Tele-Prompter wäre die Erleuchtung nicht möglich gewesen. Hatte jemand erwartet, er werde sein Muslime-Mobbing ausgerechnet im Zentrum des Wahhabismus fortsetzen? Dann dürfte er sich zu Hause nicht mehr blicken lassen. Die Schande über seine Dummheit hätten seine treuesten Anhänger nicht verwunden.

„Gemäß wahhabitischer Lehre ist nicht nur alles verboten, was nach dem Koran oder anderen Überlieferungen verboten ist, sondern auch jede Handlung oder Situation, die zu einer solchen verbotenen Tat führen könnte. Diese Einstellung entspricht einer wortwörtlichen Auslegung des Koran und der Sunna, den Überlieferungen über das Leben, die Handlungen und Aussagen des Propheten Muhammed. Kennzeichnend für den Einfluss der Wahhabiten sind unter anderem folgende ...

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Neubeginn VII

Tagesmail - Freitag, den 19. Mai 2017

Hello, Freunde des Neubeginns VII,

„Da werden die Wölfe bei den Lämmern wohnen und die Panther bei den Böcken lagern. Ein kleiner Knabe wird Kälber und junge Löwen und Mastvieh miteinander treiben. Kühe und Bären werden zusammen weiden, dass ihre Jungen beieinander liegen, und Löwen werden Stroh fressen wie die Rinder. Und ein Säugling wird spielen am Loch der Otter, und ein entwöhntes Kind wird seine Hand stecken in die Höhle der Natter. Man wird nirgends Sünde tun noch freveln auf meinem ganzen heiligen Berge; denn das Land wird voll Erkenntnis des HERRN sein, wie Wasser das Meer bedeckt.“

Stell dir vor, es ist Paradies – und niemand bemerkt es. Niemand darf es aussprechen.

Stell dir vor, jemand spricht von Utopie – und alle fallen über ihn her.

Paradies ist die Utopie Gottes, Utopie das Paradies der Menschen. Wer an das Paradies Gottes glaubt, muss die freche Utopie des Menschen verfluchen. Wer an die Utopie glaubt, für den ist das fromme Paradies eine Flucht aus der Natur in die Halluzination.

Stell dir vor, es ist Paradies – und nur einer merkt es. Er heißt Marc Beise und schreibt für die SZ:

„In der Politik wird nur über Probleme geredet. Das braucht es doch gar nicht. Wir leben in paradiesischen Zuständen“. (Sueddeutsche.de)

Probleme sind überkomplex und unlösbar? Für Beise sind sie längst gelöst – und wären sie es nicht, gingen sie uns nichts an.

Wer an Zahlen glaubt, für den ist das Reich Gottes oder das Paradies nahe herbeigekommen. Wenn auch nur für Erwählte – die aber keine paradiesische Miene zeigen. Woher das riesige Unbehagen im reichen Westen, wenn ...

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Neubeginn VI

Tagesmail - Mittwoch, den 17. Mai 2017

Hello, Freunde des Neubeginns VI,

welch eine Brüskierung der Kinder: die New York Times nennt den amerikanischen Präsidenten infantil. Infans heißt das Kind. Kinder, besetzt die Chef-Redaktion, bis der Herausgeber euch auf Knien um Verzeihung bittet.

„Infantilismus zeigt sich in der psychologischen Definition meist in Form von hemmungslosen, undisziplinierten, emotionalen Verhaltensweisen wie beispielsweise Trotz, Egozentrismus und Imponierverhalten, oder allgemeiner im Fehlen einer altersentsprechenden Selbstreflexion und dementsprechend meist in einer sozialen und/oder emotionalen Unreife. Aber auch eine erlernte Hilflosigkeit ist eine Form von Infantilismus. Infantilismus kann zum Beispiel bei kognitiver Behinderung vorkommen, aber auch als Abwehrverhalten gegenüber Mitmenschen und Frustrationen.“

Kognitive Behinderung könnte bei Trump hinhauen. Aber erlernte Hilflosigkeit? Gibt es denn eine nicht erlernte Hilflosigkeit? Der Mensch will stets unschuldig sein und alle Verantwortung anderen aufbürden. Seinem Schöpfer darf er keine Schuld geben, also bleibt – die Natur. Natürliche Gene aber offerieren nur Möglichkeiten. Der Geist ist es, der aussucht, entwickelt und bestimmt. Kein Geist, der nicht erlernt wäre. Auch die schlimmste Dressur ist Lernen, wenn auch unter Gewalt.

Vor kurzem nannten sie den Goldenen Mogul im Weißen Haus – narzisstisch. Narziss, Jüngling und noch halbes Kind, war von einer schönen Gestalt im Wasser so berückt, dass er sich in dasselbe stürzte und ertrank. Dass er selbst der Schöne war, wusste er nicht, er hatte noch kein „Selbst“.

Noch hat man nicht die Botschaft vom freiwilligen Tod des Meisters aller Klassen im Swimming Pool in Mar-a-Lago vernommen. Dass Trump ein Freund des Wahren, Guten und Schönen wäre, hat nicht einmal Tochter Ivanka behauptet. Dass man einen schönheitsberauschten, selbst-losen Knaben vergleichen kann mit dem ...

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Neubeginn V

Tagesmail - Montag, den 15. Mai 2017

Hello, Freunde des Neubeginns V,

Gute Nacht!
Schlummert, bis der Tag erwacht!
Schlummert, bis der neue Morgen
Kommt mit seinen neuen Sorgen!
Ohne Furcht! Die Mutter wacht.
Gute Nacht! (frei nach Theodor Körner)

Deutschland ist zur Ruhe gekommen. In der Mitte ist Ruh, in allen Wipfeln spürest du kaum einen Hauch. Warte, Deutschland, balde ruhest du auch.

„Deutschland hat seine Mitte gefunden“, jubelt Ulf Poschardt in der WELT.

„Gemeinsam haben Christdemokraten und Sozialdemokraten fast 65 Prozent der Stimmen geholt, das ist das eigentlich Erstaunliche. Denn, und das ist auch erstaunlich, das alles ist das Ergebnis eines großen bürgerschaftlichen Engagements. Deutlich mehr Menschen als vor fünf Jahren sind an diesem Sonntag in Nordrhein-Westfalen zur Wahl gegangen. Und diese höhere Wahlbeteiligung hat sich nicht an den Rändern, bei den Extremen, sondern in der Mitte niedergeschlagen. Am Ende findet die Auseinandersetzung in Deutschland noch immer in der Mitte statt. Das ist gut, für ein Land in der Mitte Europas.“ Schreibt Jochen Arntz in der BLZ.

Giovanni di Lorenzo muss aus einem parallelen Universum stammen. Alles entwickle sich immer schneller. Vor kurzem noch sei Schulz die Hoffnung der SPD gewesen, doch in wenigen Wochen sei die Entzauberung erfolgt. Dabei bewegt sich nichts, außer den Beschleunigungen technischer Monstren. Die Mitte ist das Ende aller wirklichen Veränderungen. Vor allem die Medien wollen alle Fenster und Türen schließen – und Mutter Merkel in Bewunderungsstarre anbeten. Wie Schulz ...

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