Philosophische Tagesmails

Mittwoch, 15. Februar 2012 - Kluge, der Geschichtenerzähler

Tagesmail - Montag, den 24. Oktober 2011

Hello, Freunde Europas,

wie weiter mit Griechenland? Das Land ist in keinem guten Zustand. Es war absolut notwendig, die Mutter Europas nach Europa zu bringen.

Doch es war fahrlässig, die Augen vor ihren Defiziten zu schließen. Alle anderen osteuropäischen Länder mussten erst ihre EU-Verträglichkeit nachweisen, bevor sich die Schlagbäume heben konnten.

Aus falscher Pietät – wie heute bei Israel – hat man bei den Griechen von Anfang an die Augen geschlossen und sie in ihr Elend stolpern lassen. Nun wird das gebeutelte Land mit großdeutscher Häme überzogen. Die ersten Großindustriellen, wie der Chef von Bosch, fordern den Rausschmiss.

Man stranguliert das Land mit Sparen, der Mittelstand steigt ab, viele Kinder müssen in den Schulen mit Notrationen versorgt werden, Alte und Schwache haben keine Chance.

Die Wirtschaft sackt ab, Steuern werden ohnehin nicht bezahlt, die Reichen schmuggeln ihre Milliarden in die Schweiz, deren Banken vom Elend fremder Völker leben, die von ihren Eliten kannibalistisch zur Ader gelassen werden.

Dabei ist das Land nicht größer als Hessen, wie Ullrike Herrmann nicht müde wird, in ihren TAZ-Kommentaren zu betonen. Für einen der reichsten Kontinente kein unlösbares Problem, wenn er ...

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Dienstag, 14. Februar 2012 - Müll, Popper und Hayek

Tagesmail - Montag, den 24. Oktober 2011

Hello, Freunde der Müllkekse,

Freeganer? Containern? Das ist Klauen aus moralischen Gründen. Sie hätten‘s nicht nötig, aber sie tun‘s, um die Wegwerfmentalität der Luxusgesellschaften an den Pranger zu stellen.

Der Begriff Luxus ist aus der Mode gekommen. Man spricht lieber von Überflussgesellschaft, was nicht unbedingt dasselbe sein muss.

Der Luxus am Hof war nicht zum Wegwerfen, er gehörte zum notwendigen Stil jener, die sich dem Himmel näher fühlten und sich von andern unterscheiden mussten, die auf der Rangskala tiefer standen. Luxus, Unterscheidungsmerkmal per demonstrativ gezeigtem Reichtum, soll den Rang der Person in materieller Weise darstellen. Schon von außen will sich der Mensch in seinem unterschiedlichen Wert von seinem Nachbarn unterscheiden.

Luxus kann kein Freund der Gleichheit sein. Bei Gleichheit denkt man sogleich an die Chinesen, als sie unter Mao wie blaue Ameisenkolonnen in Reih und Glied marschierten. Oder an ...

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Montag, 13. Februar 2012 - Antinomie

Tagesmail - Montag, den 24. Oktober 2011

Hello, Freunde des Umweltschutzes,

Umweltschutz ist Diktatur, Klimawandel ist Lüge, sind Wahlkampfparolen im urchristlichen Amerika, wo Schwulsein als widernatürlich und antigöttlich gilt. Als ob Natur und Gott in der Bibel identisch wären.

In Deutschland hat noch niemand die Frage gestellt, warum biblizistische Christen etwas gegen Umweltschutz haben. Noch niemandem ist aufgefallen, dass aufgeklärte deutsche Christen sich ihrer fundamentalistischen Glaubensgenossen im Bible Belt schämen.

Beide verehren dasselbe heilige Buch, doch wunderbarerweise steht in der amerikanischen Ausgabe was ganz anderes als in der deutschen. Der Text ist ungefähr der gleiche, die Deutungen klaffen himmelweit auseinander.

Wirtschaftlich vertreten Amerikaner die größtmögliche Freiheit, religiös unterwerfen sie sich dem unantastbaren Buchstaben. Beim Begriff Aufklärung, wenn sie denn verstünden, worum es da ginge, würden sie den Colt ziehen. Lutherisch könnten sie sagen: das Wort, sie sollen lassen stahn und kein Dank dafür haben.

Deutsche Lutheraner sind durch die Aufklärung hindurchgegangen, allerdings schnell und zügig, dass sie nicht allzu sehr davon bedröpselt werden. Seitdem haben sie die Meinung des ...

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Sonntag, 12. Februar 2012 - Germanische Identitätssuche

Tagesmail - Montag, den 24. Oktober 2011

Hello, Freunde Syriens,

wenn’s stimmt, beginnt Assads Untergang. Seine Eliten setzen sich ab und flüchten ins Ausland.

Niall Ferguson plädiert für einen Präventivkrieg gegen den Iran, den er für das kleinere Übel hält.

In Israel wird das Szenario eines Krieges schon konkret durchgespielt. Planspiele mit 50 000 oder 5000 Toten hält Ehud Barak für völlig übertrieben. „Wenn alle in ihren Häusern bleiben, gibt es nicht mal 500 Tote.“

In Auschwitz und den anderen Todesfabriken starb nur etwa die Hälfte der Juden, die andere starb durch „deutsche Handarbeit“ in einem Gebiet, das der amerikanische Historiker Timothy Snyder „Bloodlands“ nennt. Es erstreckt sich von den baltischen Staaten über Weißrussland bis in die Ukraine.

Hier starben Weißrussen, Ukrainer, Polen, Russen und Balten, Frauen, Kinder, Alte und Zivilisten: die Bewohner dieser Länder. Sie wurden die Opfer von Hitler und Stalin. Snyder spricht von 14 Millionen Toten.

Begonnen hatte das Morden mit sowjetischen Hungersnöten infolge erzwungener Kollektivierungen. Die Schuld gab Stalin den ukrainischen Bauern, weshalb sie kollektiv ermordet werden sollten. 3,3 Millionen Sowjetbürger starben an Hunger und Folgekrankheiten, dazu dieselbe Anzahl von Ukrainern in der ganzen Sowjetunion. Darauf folgte ...

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Samstag, 11. Februar 2012 - Das Schöne und die Politik

Tagesmail - Montag, den 24. Oktober 2011

Hello, Freunde Tunesiens,

in Tunesien begann die Arabellion, wo steht das Land zurzeit? An der Spitze der Regierung stehen drei Parteien, zwei säkulare und die islamische Ennahda. Das ist der Unterschied zu Ägypten, wo die Muslimbrüder einen riesigen Erfolg hatten.

Die generelle Stimmung scheint eher optimistisch zu sein, obgleich die wirtschaftliche Situation nicht rosig ausschaut. Vor allem soll die Gleichberechtigung der Frauen vorangetrieben werden. Laut Koran dürfen die Frauen nur ein Viertel erben, was nur bedeuten kann, dass die Frau – ob mit oder ohne Tuch – nur ein Viertel des Mannes wert ist oder vier Frauen so viel wert sind wie ein Mann.

Das Land steht vor der Entscheidung, ob es eine präsidiale oder eine parlamentarische Demokratie haben will. Vom Ausland, gerade von Deutschland, erwartet man eine demokratisch inspirierende Partnerschaft auf gleicher Augenhöhe. Tunesien will zeigen, dass Islam und Demokratie sich nicht ausschließen.

Trotz der positiven Selbsteinschätzung hat der israelische Vizepremier die tunesischen Juden aufgefordert, das Land zu verlassen. Mustafa Ben Jafaar, der tunesische Parlamentspräsident, hat den Eindruck, dass Israel Angst habe ...

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Freitag, 10. Februar 2012 - Heilsgeschichte als Wette

Tagesmail - Montag, den 24. Oktober 2011

Hello, Freunde Spaniens,

elf Jahre Berufsverbot für Garcón, den spanischen Despotenjäger und Aufklärer der Untaten aus Francos Zeiten. Ein Tiefschlag für Europa.

Deutsche Abgeordnete geben sich empört über Wulffs Abzocke bei edlen Freunden, sie selber können fast nicht behelligt werden. Christian Bommarius: „Das deutsche Strafrecht bedroht korrupte Abgeordnete nicht mit Verfolgung, vielmehr schützt es sie vor Bestrafung.“

Linke und Grüne wollten ein schärferes Gesetz einbringen, sie scheiterten an gewählten Christen. Deutschland hat zwar ein Übereinkommen der UN und des Europarats unterschrieben, aber bis heute nicht ratifiziert. In guter Gesellschaft mit Staaten wie Saudi-Arabien, Sudan, Birma und Syrien.

Sollen Abgeordnete keine Vorbilder sein? Wulff müsse Moral zeigen, da er keine Macht habe, hatten die meisten Kommentatoren betont. Ist es bei Gewählten etwa anders? Da sie über die Macht der Gesetze verfügen, bräuchten sie keine Moral? Der Bundespräsident war also nur pars pro toto.

Warum schäumt die Vierte Gewalt nur gegen den Einen, nicht aber gegen die Vielen? Gegen ein „System“ schäumt man nicht.

Es darf auf den Tod gewettet werden. Bascha Mika beschäftigt sich im heutigen BZ-Kommentar mit Wetten auf den Tod von Menschen, genauer, auf den Tod Von 500 Leuten in den USA. Ob prominente Politiker darunter sind, wurde nicht bekannt. Nach welchen Kriterien ausgewählt wurde, auch nicht. Gab es diese ...

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Donnerstag, 09. Februar 2012 - Links und Rechts

Tagesmail - Montag, den 24. Oktober 2011

Hello, Freunde der Wissenschaft,

ist eigentlich wissenschaftlich geklärt, dass es der menschliche Faktor ist, der den Klimawandel verursacht? Oder sind es verstärkte Sonneneruptionen? Oder sonstige „natürliche“ Ursachen, die schon immer im Verlauf der Evolution unstabil und schwankend waren?

1. Die Ergebnisse der Wissenschaft scheinen in vieler Hinsicht noch nicht so erhärtet, dass man eindeutige Urteile fällen könnte. Das gilt auch für die mehrheitliche scientific community der Klimawarner, die sich politisch weitgehend durchgesetzt hat – und aus welchen politpädagogischen Gründen auch immer – die Schwächen ihrer Argumente verdeckt.

2. Die Berichterstattung der Medien ist weit davon entfernt, den Stand der Forschung so darzulegen, dass man als Leser sich selbst ein Urteil bilden könnte. Eine Auswahl aus SPIEGEL, Süddeutsche Zeitung, TAZ und TAZ.

Was Erhard konnte, können wir noch immer: ein Wirtschaftswunder hinlegen, dass die Welt staunt. Dank und Lob einem gewissen Schröder, der deutsche Faulenzer an die Hartz-Kette gelegt und so ...

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Mittwoch, 08. Februar 2012 - Tier- und Naturfeindschaft

Tagesmail - Montag, den 24. Oktober 2011

Hello, Freunde der Steuern,

wer Steuern hinterzieht, ist ein Verbrecher und wird bestraft. Hat der Bundesgerichtshof entschieden. Da kommt Freude auf, wenn Juristen das Recht entdecken. Bislang konnten die hohen Richter auch nicht den ganzen Tag mit dem Grundgesetz unterm Arm herumlaufen.

Was ist der Unterschied zwischen Angie und einem Schimpansen? Unsere Kanzlerin hilft Sarko im Wahlkampf, egal was er tut. Schimpansen helfen sich gegenseitig nur, wenn sie von ihren haarigen Kollegen aufgefordert werden.

Das erste nennt sich Nächstenliebe, das zweite Hilfe, die den andern nicht entmündigt und sich nicht zum Affen macht, wobei die Affen sich zu Menschen machen würden, wenn sie sich zu Affen machten.

Zuerst waren die Tiere Maschinen, dann egoistische Kapitalisten, seltsamerweise ohne Kapitalismus. Nach wie viel Jahren gestrenger Wissenschaft wird nun entdeckt, dass sie mitempfinden und sich gegenseitig unterstützen? Genügt da nicht schlichte Beobachtung im Zoo?

Nein, sagen strenge Wissenschaftler, da wird Menschliches haltlos in die Tiere hineinprojiziert. Was die gestrengen Wissenschaftler wieder mühsam projektiv herausprojizierten müssen. Weiß doch jeder Darwinist, dass der Egoismus des Frühkapitalismus ...

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