Philosophische Tagesmails

Montag, 02. Januar 2012 - Griechen und Erlöser

Tagesmail - Montag, den 24. Oktober 2011

Hello, Freunde der Obdachlosen,

schätzet, Freunde, wie viele Obdachlose im Lande es gibt? 75 000, 180 000 oder 250 000 sogenannte Menschen? Um wie viel Prozent ist die Zahl zwischen 2008 und 2010 gestiegen? Warum steigt die Quote ständig? a) den Menschen gefällt das Leben an freier Luft, b) sie verabscheuen Immobilität und bevorzugen das Nomadenleben und c) sie empfinden sich als Avantgardisten eines kapitalunabhängigen, selbstbestimmten Lebens, d) nein, mit unbezahlbaren Mieten hat das nix zu tun.

In welchem Land dürfen Terrorverdächtige ohne Prozess und Anklage in unbegrenzter Haftzeit – das ist lebenslänglich – festgenommen werden? In China, Iran oder in der größten Macht der Welt, unterschrieben vom gewaltigsten Charismatiker der amerikanischen Geschichte? Von welcher Staatsform ist die Rede? a) von einer Charismatokratie, b) einer ordinären Bigottokratie, c) einer plebiszitären, evolutiv ausgereiften Faschisto-Demokratie, d) einer kapitalistisch überreifen, zur Ernte fälligen Apo-Calypso-kratie in sehnlicher Naherwartung des Herrn?

NB. Für Leute, die noch dazulernen wollen: Ein Charismatiker ist ein Gnadengabenbegabter, eine Charismatokratie entspricht der frühhebräischen Volksregierungsform vor der Etablierung des Königtums. Es herrschte der himmlische Gnadengeber persönlich oder in Form von willkürlich herausgesuchten Gnadengabenempfängern wie dem ...

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Sonntag, 01. Januar 2012 - Mitte und Mittelmäßigkeit

Tagesmail - Montag, den 24. Oktober 2011

Hello, Freunde des Rauschs,

berauscht ins neue Jahr, die Zeiten sind unerträglich. Ein Räuschlein am Tag, ein Räuschlein zur Nacht? Oder das Sein als solches nicht mehr zur Sorge, sondern zum planetarischen Delirium?

Wie nennt man die, die nicht berauscht sind? Die Nüchternen? Nüchternheit ist kalter Rausch, wenn die Zeiten selbst besoffen sind, die uns mit sich treiben wie in reißenden Gewässern, kein Halt, kein Geländer, kein Überblick.

ES geschieht mit uns, ICH ist machtlos, versteckt sich hinter vielen Ichen, die es nicht gewesen sein wollen. ÜBER-ICH ist ES geworden, segnet alles, indem es alles verflucht. Die Giganten des Seins sind Getriebene, zur Zukunft verbannt, die sich in Nichts auflöst, wenn sie sich nähert; Gegenwart zerbricht uns unter den Füßen; verflucht die Vergangenheit, die nicht vergehen will.

Wissen wir, was wir tun? Können wir innehalten? Haben wir den Überblick? Was heißt, sich im Denken orientieren, fragte der Königsberger: zu spät. Wenn alles flüssig wird, gehen feste Orientierungen verloren. Ex oriente lux, aus dem Osten das Licht? Aus welchem Osten? Längst ist der Osten verwestlicht. Ist Vernunft eine geographische Ortsangabe? Gibt es privilegierte Himmelsrichtungen?

Wie harmlos und idyllisch bei Platon die Rolle der Vernunft als Wagenlenkerin, zwei dampfende Rosse vorgespannt. 2000 Jahre nach ihm klingt es bei Goethe schon wie auf dem Nürburgring. Viele Pferdestärken machen die Männlein am Steuer zu Marionetten. „Wie von unsichtbaren Geistern gepeitscht, gehen die Sonnenpferde der Zeit mit unsers Schicksal leichtem Wagen durch; und ...

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Mittwoch, den 21. September 2011

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