Philosophische Tagesmails

Mittwoch, 02. Mai 2012 - Gerechter Lohn

Tagesmail - Montag, den 24. Oktober 2011

Hello, Freunde Europas,

die Stichwahl zwischen Hollande und Sarko entscheidet über das weitere Schicksal Europas, meint Robert von Heusinger in der BZ.

Es gibt zwei Hauptübel in der Wirtschaft, die Arbeitslosigkeit und die Inflation. Wer Inflation durch Sparen bekämpft, muss steigende Arbeitslosigkeit in Kauf nehmen, wer Arbeitslosigkeit durch steigende Staatsaufgaben bekämpft, riskiert steigende Inflation.

Merkel hat Europa auf eine typisch deutsche, protestantisch-asketische Sparpolitik verpflichtet und Sarko ist ihr gefolgt. Sein Herausforderer Hollande will das Steuer herumwerfen und riskiert lieber mehr Schulden, um die Wirtschaftskräfte zu aktivieren, als durch übermäßiges Bremsen den Karren zum Stehen zu bringen.

Die Wirtschaftspolitik Hollandes sei menschenfreundlicher, meint Heusinger, weil sie die Arbeitslosigkeit verringere und Wachstum fördere. Sie werde von mindestens Zweidritteln aller internationalen Volkswirte unterstützt, aber nicht von den führenden deutschen Ökonomen, die noch immer am Dogma Brünings festhielten, der die Wirtschaftskrise der 30er-Jahre durch Sparen verschärfte und die Machtübernahme durch den Nationalsozialismus erst ermöglichte.

Mag sein, dass unter gegebenen Umständen eine Wachstumspolitik kurzfristig arbeitnehmerfreundlicher ist, langfristig wird kein ewiges Wachstum die Probleme der Wirtschaft lösen.

Die Begriffe Gerechtigkeit, Solidarität und eine notwendig planetarische Ökopolitik sind endgültig aus dem Köcher genommen. Die Wirtschaft will sich mit ...

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Dienstag, 01. Mai 2012 - Quantifiziertes Glück

Tagesmail - Montag, den 24. Oktober 2011

Hello, Freunde des Wissens,

was will die Menschheit noch wissen? Und wozu? Ist Wissenwollen ein unendliches Bedürfnis oder kann man sich vorstellen, genug zu wissen? Hat die Menschheit noch Fragen, die sie beantwortet haben will?

Würde man diese vier Fragen einem Zeitgenossen stellen, wären das schon vier zuviel für ihn. Die Gegenwart scheint keine Fragen zu haben, offenbar weiß sie genug oder man hat ihr das Fragen ausgetrieben.

Bei persönlichen Fragen nicht anders. In Krimis arbeiten Kommissare zusammen, die nicht mal wissen, ob ihr Kollege verheiratet ist. Fragt einer danach, wird er misstrauisch angeguckt.

Ganz im Gegensatz zum Moloch Staat, der immer mehr von uns wissen will, bis er alles von uns weiß. Doch dessen Wissenwollen ist kein theoretisches, er will wissen, um uns zu beherrschen. Wissen ist Macht.

Will wenigstens die Wissenschaft noch wissen und warum? Ist sie eine machtsüchtige Organisation, die den Rachen nicht voll kriegt?

Machtgeile Wissenschaftler kennen wir zwar zur Genüge, aber wir möchten sie gern als Ausnahmen betrachten, die die Regel des beschaulichen, leicht skurrilen Grundlagenforschers bestätigen, der um der Erkenntnis willen wissen will.

Der ehemalige Chef der BASF-Forschungsabteilung Stefan Marcinowski hält sich in seinem Abschieds-Interview in der ZEIT mit Grundlagenforschung nicht lange auf. Offensichtlich hat sie für ihn ...

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Montag, 30. April 2012 - Neofeminismus in der Falle

Tagesmail - Montag, den 24. Oktober 2011

Hello, Freunde der Kitas,

im bösen Sozialismus sollten die Proleten Kinder zeugen, in der Krippe abliefern und die werktätigen Völker gegen die kapitalistischen in volkseigenen Betrieben verteidigen.

Im guten Kapitalismus sollen die Individualisten Kinder zeugen, in den Kitas abliefern und die eigene Nation im Wettbewerb mit allen anderen Nationen vorwärts bringen.

Der liberale Individualismus ist stolz auf die Freiheit der Grundrechte, wozu auch die Erziehung der eigenen Kinder gehört. Bislang war der Besuch von Kindergärten freiwillig, ab dem sechsten Lebensjahr sollte das Kind in die Obhut der Gemeinschaft, lesen und rechnen lernen.

Es ist nicht die Obhut des Staates, wenn die Mehrheit der Bevölkerung solche Maßnahmen für richtig hält. Es ist lebendige Demokratie. Sollte das Volk diese öffentliche Erziehung für falsch halten, müsste sie abgeschafft werden. Ein Staat, der sich dagegen stellen dürfte, kann es in einer funktionierenden Volksherrschaft nicht geben.

In manchen Demokratien gibt es keinen Zwang, Kinder in öffentliche Schulen zu schicken, dort können sie zu Hause unterrichtet werden. Die Erziehung fällt dann nach Art der Familie aus.

In feudalen Systemen wäre kein Adliger auf die Idee gekommen, seine Kinder ...

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Sonntag, 29. April 2012 - Wer zuletzt lacht

Tagesmail - Montag, den 24. Oktober 2011

Hello, Freunde der SPD,

ein früherer SPD-Kanzler heißt Schröder und arbeitet nach seiner Amtszeit für den russischen Giganten Gazprom, der als verlängerter Arm der Kreml-Kleptokratie agiert, behauptet der investigative deutsche Journalist Jürgen Roth. Kleptokratie kann man als Herrschaft der Langfinger übersetzen.

Gazprom sei fest eingebunden in die Machtpolitik der Kreml-Mafia. Osteuropäische Journalisten hätten Angst, dieses Thema zu recherchieren. Der Multi unter dem Diktat Putins schrecke nicht vor Erpressung ganzer Staaten zurück. Bulgarien werde einen kalten Winter erleben, wenn Gazprom nicht im Lande investieren dürfe, mit diesen Worten hatte der Kremlchef die Bulgaren unter Druck gesetzt.

Die Deutschen würden mit ihren Gasrechnungen die Räuberbande stützen und Schröder sei ein Fall von nicht vorhandener politischer Ethik. Er verstieße elementar gegen den folgenden Satz des SPD-Grundsatzprogramms: „Mit ihrer durch Kartelle und Verbände noch gesteigerten Macht gewinnen die führenden Männer der Großwirtschaft einen Einfluss auf Staat und Politik, der mit demokratischen Grundsätzen nicht vereinbar ist. Sie usurpieren Staatsgewalt.“

Trotz dieser eindeutigen Aussage hielten führende SPD-Granden das Tun des Herrn Schröder für privat. Das zeige deren Feigheit. Die Verkommenheit der öffentlichen Parteien ist kaum noch zu überbieten.

Die SPD hat keine Probleme mit Parteimitgliedern, die unter dem Mäntelchen wissenschaftlicher Ehrbarkeit Minderheiten verhetzen oder sich schamlos ...

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Samstag, 28. April 2012 - Schwulsein

Tagesmail - Montag, den 24. Oktober 2011

Hello, Freunde der Drohnen,

wenn sie die Königin begattet haben, sterben sie ab. Entstanden sind sie aus unbefruchteten Eiern, Forscher sprechen von Jungfernzeugung, das haben sie mit menschlichen Erlösern gemein.

Nach der Sommersonnenwende geht es ihnen schlecht, sie werden aus dem Bienenstock hinausgedrängt und müssen kläglich verhungern. Zu ritualistischen Kreuzigungen scheint es noch nicht gekommen zu sein.

Sie sind nur Lust- und Zeugungsobjekte weiblicher Bienen, die sich zu riesigen Königinnen aufblähen. Hat der Mohr seine Dienste getan, kann er gehen.

Präsident Obama wollte der Ungerechtigkeit der Natur nicht länger zusehen und hat die Drohnen ermächtigt, weitab von Amerika unter potentiellen Feinden zurückzuschlagen. Ab jetzt dürfen namentlich unbekannte Personen, die verdächtig erscheinen, von Drohnen im Jemen eliminiert werden.

In der amerikanischen Öffentlichkeit erfährt man über solche Kleinigkeiten so gut wie nichts, weshalb auch schlecht darüber debattiert werden kann. Es ist ja weit ab von der Zivilisation.

Die weltweiten Bienenzüchter haben noch nicht dagegen protestiert, dass ihre nützlichen Besamer vom Pentagon in todbringende Waffen transsubstantiiert wurden. Das Pentagon, zu Deutsch Fünfeck, ließ verlautbaren, dass sie keine Garantie übernehmen für Wesen, die sie mit Sechsecken übertrumpfen wollen.

Die grässliche Natur dient als Vorlage für friedensstiftende Waffen der Menschen. Auch die Bundeswehr ...

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Freitag, 27. April 2012 - Süßer Brei

Tagesmail - Montag, den 24. Oktober 2011

Hello, Freunde der Kitas,

jeder zweite Kindergarten erhält die Note sechs. Unzureichend. Die Hälfte aller Kindergärten taugt wenig bis nichts. Kein shitstorm in den Medien.

In diese unzulänglichen pädagogischen Einrichtungen sollen die Kinder gebracht werden, damit Mami helfen kann, das BSP noch höher zu schrauben, als es ohnehin schon ist.

Wirtschaftlich gesehen, sind die Deutschen zu tüchtig für ihre unterentwickelten Nachbarn. Sie produzieren und exportieren, dass ihren Partnern Hören und Sehen vergeht. Ihr Überschuss stürzt jene Länder in Schulden, die importieren müssen und kein Geld haben, um die Einfuhren zu bezahlen.

Das Ungleichgewicht zwischen den Ländern wird zu einer Gefährdung der Gesamtwirtschaft. Der Bankrott der Verlierer zieht die Gewinner in Mitleidenschaft, die Schwächsten ziehen die Starken mit ins Verderben, es kommt zur Wirtschaft- und Finanzkrise.

Wer ist dran schuld? Die Mamis, die ihre Bälger loswerden wollen, um die isolierte Kleinfamilie gegen den Absturz ins Bodenlose abzusichern, den Urlaub in Portugal oder das neue Reihenhäuschen zu finanzieren.

Die Memorandum-Gruppe ist die kritische Alternative zum Rat der Weisen. Ausgerechnet im Erfolg der Deutschen sieht sie die Ursache des europäischen Übels. Erfolg als Übel? Kann man denn zu erfolgreich sein?

Das stellt alles auf den Kopf, was uns täglich als Heilsbotschaft in denselben hineingepfropft wird. Was gibt es besseres als Erfolg? ...

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Donnerstag, 26. April 2012 - Universelle und partikulare Moral

Tagesmail - Montag, den 24. Oktober 2011

Hello, Freunde der Kirche,

woran erkennt man, dass die Kirche wieder obenauf ist? Dass sie ihre Kompromisse mit der toleranten Moderne zurückzieht und auf die unverfälschte Intoleranz wortwörtlicher Texte ihrer heiligen Schriften rekurriert.

Hat sie sich noch vor kurzem mit verfälschten Bibelzitaten dem Zeitgeist angedienert wie: vor Gott sind alle Menschen gleich, oder: „Das ist mein Blut des Bundes, das für alle vergossen wird zur Vergebung der Sünden“ (Matth. 26,26 ff), um demokratisches Flair zu verbreiten, ist die Zeit der Koketterie vorbei. Ab jetzt wird wieder wörtlich und selektiv gepredigt.

Das Blut wird nicht mehr für alle, sondern nur für viele vergossen. Genau genommen nur für die Erwählten Gottes. Christen werden ehrlich, wenn sie mächtig werden.

Sie werfen den Mummenschanz der „billigen Gnade“ und kostenlosen Liebe für alle ab und tun offiziell, was sie seit 2000 Jahren zu tun pflegen: sie sortieren die Menschheit nach Spreu und Weizen.

Um die Verwirrung perfekt zu machen, hält der Papst aber an der Deutung fest, dass der Heiland für alle gestorben sei, obgleich der Text eine klare andere Sprache spricht. Was schwarz auf weiß dasteht, kann einen unfehlbaren Schriftdeuter nicht kümmern.

Das „für viele“ sei nur ein Semitismus, der richtig verstanden werden müsse, was auf Deutsch heißt, er muss mit brachialer Gewalt ver-christlicht werden. Womit der heilige Vater seinen Schäfchen zu verstehen geben will, dass nur Juden die Welt spalten, Christus aber sich aller Welt erbarme.

Ein Schelm, wer hier an eine antisemitische Schriftdeutung denkt. Die hebräische Vorlage ...

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Mittwoch, 25. April 2012 - Wachsen und Ernten

Tagesmail - Montag, den 24. Oktober 2011

Hello, Freunde der Isländer,

der isländische Ex-Premier stand vor einem Sondergericht: er habe das Kabinett nicht rechtzeitig über die gefährliche Lage auf dem Finanzmarkt informiert. Freigesprochen. Zwar habe er Fehler gemacht, strafbar aber war das nicht, weil der Zusammenbruch damals ohnehin nicht mehr hätte vermieden werden können.

Kann ein Politiker wegen seiner politischen Entscheidungen juristisch zur Verantwortung gezogen werden?

Hier hilft uns die feinfühlige deutsche Sprache weiter. Verantwortung übernehmen ist Lieblingssport der Politiker, zur Verantwortung gezogen werden: das ist für Leute, die ein weggeworfenes Käsebrötchen unverantwortlich dem Verzehr zuführen und sich damit ein weggeworfenes Eigentum widerrechtlich unter den Nagel reißen.

Sagen wir mal so: mit dem kostbaren Gut, schuldfähig und strafwürdig zu sein, sind die niederen Ränge der gesellschaftlichen Pyramide privilegiert. Die höheren Ränge hingegen mit Schuldunfähigkeit und straffreier Verantwortung schwer bestraft.

Der isländische Ex-Premier überlegt, wegen dieser flagranten Benachteiligung nach Straßburg zu gehen. Nun muss er den Rest seines Lebens unter Gewissenspein und Seelenqualen verbringen, weil er seine Schuld nicht hinter Gittern abarbeiten kann. Wen wundert es, dass zu diesen unmenschlichen Bedingungen immer weniger junge Menschen bereit sind, Politiker zu werden?

Mit einer freiwilligen Obergrenze sollen ...

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