Philosophische Tagesmails

Sonntag, 29. Juli 2012 - Spötter und Heilige

Tagesmail - Montag, den 24. Oktober 2011

Hello, Freunde der Blamage,

für Deutschland keine Medaille gewinnen, heißt das Vaterland blamieren. Wer für Deutschland Medaillen gewinnt, ist eine Legende. Zwischen Legenden und Blamagen gibt’s die Mehrheit der Langweiler, der Nichts-Besonderen. Wer nichts Besonderes ist, müsste sich alle 14 Tage bei der Polizei melden. Er ist terrorverdächtig.

Deutsche Schüler wissen nicht, dass Nazi-Deutschland eine Diktatur war. Was es natürlich nicht war, sondern ein totalitärer Staat. Ein Riesenunterschied, den man deutschen Lehrern (und deutschen Edelfedern) nicht vermitteln kann.

Was der Unterschied zwischen Faschismus und Totalitarismus ist, wissen deutsche Gelehrte derart genau, dass kein deutscher Lehrer es jemals verstehen wird.

Strikt genommen war Nazi-Deutschland auch kein totalitärer Staat, sonst würde man ihn zum Stalinismus verharmlosen, der lange nicht so schrecklich war wie das deutsche System, (im Gegensatz zu Hitler wollte Stalin das Gute) das man nicht mehr politologisch, sondern nur noch theologisch benennen kann: das System war das Böse.

Für den ehemaligen Nazi Carl Friedrich von Weizsäcker war das Nazisystem das Wehen des Heiligen Geistes. Nur Theologen wissen, dass das Böse und der Heilige Geist dasselbe sind. („der ich das Licht bilde und die Finsternis schaffe, der ich Heil wirke und das Unheil schaffe, ich bins, der dies alles wirkt.“ (Jes. 45,7)

Deutsche Schüler wissen genau, dass die BRD vor der Wiedervereinigung ...

Weiterlesen...
 

Samstag, 28. Juli 2012 - Selbsterfüllende Prophezeiung

Tagesmail - Montag, den 24. Oktober 2011

Hello, Freunde der selbsterfüllenden Prophezeiung,

man könnte auch von Glauben reden. Ein kleiner Mann glaubt, dass er Kapitän werden wird. Wird der Glaube Realität, hat sich die Prophezeiung selbst erfüllt. Der Knabe hat seinen Glauben mit eigenen Kräften bewahrheitet. Ohne glaubenden und prophezeienden Vorentwurf kann es kein Leben geben.

Jugend ist die Lebensepoche, die sich durch vorwärtsschauenden Glauben und prophetisches Projektieren auszeichnet, im Alter überblickt man rückwärtsgewandt sein Leben und stellt fest, in welchem Maß Jugendträume wahr geworden sind. Jugend und Alter verhalten sich zueinander wie Verheißung und Erfüllung oder illusionäre Enttäuschung.

Lächerlich jener Alte, der davon träumte, die Welt aus den Angeln zu heben. Was nicht ausschließt, dass Tote erst über das Grab hinaus zur wahren Wirkung kommen. Deprimierend jene Heranwachsenden, die keinen Glauben mehr an sich haben.

Merkwürdige Debatte, der Vernunft vorzuwerfen, sie sei ein Glaube. Wäre sie es nicht, wäre sie eine saft- und kraftlose Vernunft, ja sie wäre überhaupt keine. Vernunft will Welt gestalten, ohne Glauben an ihre Gestaltungskraft wäre sie folgenloses Träumen.

Befindet sich der westliche Glaube noch im Zeitalter der Jugend? Hat das gläubige Abendland noch das Recht zum jugendlichen Glauben? Hat es nicht längst die Epoche des Alters erreicht, in dem man ...

Weiterlesen...
 

Freitag, 27. Juli 2012 - Augenblick

Tagesmail - Montag, den 24. Oktober 2011

Hello, Freunde Südamerikas,

Chavez will aus dem Interamerikanischen Menschenrechtssystem aussteigen. Das könnte in anderen Ländern zu Nachahmungstaten führen. Beliebt sind Menschenrechtskommission und -gerichtshof bei allen lateinamerikanischen Regierungen nicht.

Das liege nicht daran, wie Chavez behauptet, dass die USA das Menschenrechtssystem dominiere, so die TAZ. Sondern daran, dass die Richter einen guten Job machen würden. Der Sinn des Menschenrechtssystems liege daran, Betroffenen rechtliches Gehör zu verschaffen, wenn die nationale Justiz dazu nicht willens oder in der Lage sei.

Bislang respektierten die Staaten die Urteile des Gerichtshofs. Das könnte sich jetzt ändern. Von Menschenrechtsgruppen wird der Austritt von Chavez heftig kritisiert: „keine gute Nachricht aus Caracas.“ Ein ehedem linker Hoffnungsträger verwandelt sich unaufhaltsam ins Gegenteil.

 

Momentan gibt es sieben Milliarden Menschen auf Erden, davon 5 Milliarden im erwerbsfähigen Alter. Längst haben nicht alle einen Arbeitsplatz, nicht jede Arbeit schafft Wohlstand.

Damit alle Menschen in Wohlstand leben könnten, müssten 1,8 Milliarden feste, geregelte Arbeitsplätze geschaffen werden, schreibt Jim Clifton, Direktor des Forschungsinstituts Gallup, in ...

Weiterlesen...
 

Donnerstag, 26. Juli 2012 - Dirk Pilz II

Tagesmail - Montag, den 24. Oktober 2011

Hello, Freunde der Parteien,

wozu brauchen wir ein Verhältniswahlrecht? Schon der Begriff geht in die Irre, es geht um ein Parteienwahlrecht, mit dem sichergestellt werden soll, dass Parteien eine garantierte Rolle im Parlament spielen – unabhängig von der Wahl einzelner Persönlichkeiten.

Besteht der Liberalismus nicht in der Bedeutsamkeit von Individuen und nicht kollektiver, anonymer Blöcke, die im Bundestag die Einzelpersönlichkeiten zur Parteienraison und zum Fraktionszwang nötigen können? Wer nur über Parteilisten gewählt wurde, ist nicht als Persönlichkeit, sondern als Lakai der Partei ins Parlament gekommen.

Es ist widersinnig, die übermäßige Herrschaft der Parteien anzuprangern, jedoch ein Wahlrecht aufrecht zu erhalten, das den Kollektivismus stärkt.

Im Artikel 21 GG heißt es: „Die Parteien wirken bei der politischen Willensbildung mit. Ihre Gründung ist frei. Ihre innere Ordnung muss demokratischen Grundsätzen entsprechen.“

Zwischen Mitwirken und Dominieren im Stile gottgewollter Machtblöcke klaffen Welten. Die um sich greifende Macht unserer Parteien ist vom Grundgesetz nicht gedeckt. Wessen Wohl und Wehe von der Parteiführung abhängt, der ist nicht frei in seiner Entscheidung.

Diese Abhängigkeit kann demokratischen Grundsätzen nicht entsprechen, denn ...

Weiterlesen...
 

Mittwoch, 25. Juli 2012 - Intolerante Werte (Dirk Pilz I)

Tagesmail - Montag, den 24. Oktober 2011

Hello, Freunde der Werte,

über Angstattacken und Orgasmusstörungen nach Beschneidungen interviewt Heide Oestreich den Psychotherapeuten Matthias Franz in der TAZ. Die Knaben erlebten die Drohung: „Wenn du nicht tust, was Gott und deinem Vater gefällt, könntest du wieder beschnitten werden.“ Der Junge könnte seine Eltern für den Eingriff nicht offen kritisieren.

In der Debatte ginge es nicht darum, jüdisches und muslimisches Leben in Deutschland zu vertreiben, sondern im Gegenteil, es innerhalb der geltenden Rechtsordnung zu schützen. Franz fordert einen behutsamen Dialog zwischen allen Beteiligten. Auch die Ängste der Befürworter müssten verstanden werden.

In Amerika sind viele Männer beschnitten. Unumstritten kann die Praxis aber nicht sein, sonst gäbe es keinen Comic-Helden Foreskin-Man (Vorhautmann), der kleine Jungs vor der Beschneidung rettet.

Im Jahre 2002 war die Schar der Beschneidungsgegner noch klein. Inzwischen sind es schon Tausende. Der Zeichner selber wurde aus hygienischen Gründen beschnitten und klagt heute über mangelnde sexuelle Aktivität. Jeder Mann sollte sich selbst entscheiden dürfen, ob er beschnitten werden will, meint der Verfasser.

Dreißig Kugeln ins Gesicht wurden einem der Verfasser eines kritischen Menschenrechtsberichts über die Verhältnisse in Afghanistan angedroht. Die Veröffentlichung des Berichts wird von der Karsai-Regierung und dem Westen unterdrückt. Er passe nicht in ...

Weiterlesen...
 

Dienstag, 24. Juli 2012 - Abwehrkampf der Phallusmänner

Tagesmail - Montag, den 24. Oktober 2011

Hello, Freunde der Frauen,

Frauen sind minderwertig, sie sind ja nicht mal schmerzwürdig. Hätte ein wehleidiges Weib die Schmerzen des Herrn am Kreuz ertragen? Muslime machten einen Fehler, als sie die Zwangsbeschneidung der Frau nur aus sexualfeindlichen Gründen zurücknahmen. Hätten sie unantastbare religiöse Gründe angegeben, hätten sie das deutsche Rechtssystem vor sich her jagen können.

Die Deutschen sind unterwegs zu einem neuen Grundgesetz. Die Würde der uralten heiligen Tradition ist unantastbar. Weshalb die Lenden des Mannes in höherem Auftrag angetastet werden müssen. Gürte deine Lenden wie ein Mann, spricht Gott zu echten Männern. Unterhalb der weiblichen Lenden ist nichts zu sehen, also können sie Gott nicht mannhaft tapfer gegenübertreten.

Nur der schwanzbestückte Mann kann ein Gegenüber Gottes sein. Ein echtes Gespräch kann nur zwischen Lende und Lende stattfinden. In biblischen Zeiten war der Mann der Zeugungsriese, das Weib nur das hohle Austragungsgefäß. Die Auszeichnung des Mannes besteht in seiner Zeugungsfähigkeit. Seid fruchtbar und mehret euch und besiegt mit eurer Ausbreitungspotenz die Erde.

Der Kampf um Beschneidung ist kein Kampf um Religion, sondern die Weiterführung des Geschlechterkampfes mit Hilfe der Religion.

Keine Genderexpertin hat‘s bemerkt, nur Heide Oestreich in der TAZ hat den frauenfeindlichen Braten gerochen: „Männer kennen keinen Schmerz.“

Das männliche Zeugungsorgan muss durch Schmerz nobilitiert und in die Dienste Gottes gestellt werden. Seit dem Sündenfall, der ...

Weiterlesen...
 

Montag, 23. Juli 2012 - Geist und Natur

Tagesmail - Montag, den 24. Oktober 2011

Hello, Freunde der Gerechtigkeit,

in fast allen europäischen Ländern haben die Reichen mehr Geld als der Staat Schulden. Auch in Deutschland, Italien und Frankreich. In Deutschland besitzen 10% aller Reichen 61% des Volksvermögens.

Wenn die Reichen nur 10% mehr Steuern bezahlen würden, würde das eine Summe von 230 Milliarden einbringen. Die große Masse der Bevölkerung würde verschont.

Bisher wurden die Reichen extrem von Steuern entlastet, die Hauptlast lag auf den Armen und Mittelschichten. Durch die Rettungspakete profitieren die großen Vermögen, die kleinen Immobilienbesitzer werden aus ihren Wohnungen getrieben. Viele Reiche deponieren ihre Gelder in Steueroasen. (Ulrike Herrmann in der TAZ)

In Spanien wurde die Immobiliensteuer in vielen Gemeinden um 10% angehoben. Das bringt etwa eine Milliarde Euro. Die katholische Kirche ist ausgenommen. Müsste sie auch Steuern zahlen, würde das 1,5 Milliarden einbringen. Die Kirche ist wie immer auf der Seite der Reichen und blutet das Volk aus.

In Deutschland nicht anders. Sie denkt gar nicht daran, für Gerechtigkeit einzutreten und die Reichen zur Kasse zu bitten. Dann wäre sie selbst fällig. Gläubige schützen ihre Kirche wie pädophile Opfer ihre elterlichen Peiniger. Man schämt sich für seine Autoritäten und deckt den Mantel der Liebe über sie.

Die Kirche profitiert vom Glauben, dass sie sozial, gerecht und reichenkritisch sei. Das war sie nie und wird es nie sein. Die Schäfchen der Kirche sind ...

Weiterlesen...
 

Sonntag, 22. Juli 2012 - Koalition der Verlierer

Tagesmail - Montag, den 24. Oktober 2011

Hello, Freunde der Morgenröte,

die Morde in Aurora wären zu verhindern gewesen, wenn alle Besucher das Kino mit Waffen hätten betreten dürfen – sagt ein Waffenlobbyist. So hätten sie sich wirksam zur Wehr setzen können.

Amerika ist das einzige Land der Welt, in dem es mehr Waffen als Menschen gibt. Es ist das Land mit dem größten Ehrgeiz, den Abstand zwischen Sein und Schein zu negieren und mit seinen Fiktionen zur Einheit zu verschmelzen.

Nun wissen wir, was cineastische Ästhetik ist: kein Abklatsch der schnöden Realität durch Zelluloid. Sondern die perfekte Nachahmung des Zelluloids durch die Realität.

Was das Publikum im Film sah, erlebte es synchron in Raum und Zeit. Ein außerordentlicher Triumph für die Alptraumfabrik Hollywood: die Welt wird von ihr neu erschaffen. Im Blut ihrer Zuschauer, die nicht länger passive Beobachter, sondern aktive Tote sein dürfen.

Die beiden Kandidaten schweigen. Sie brauchen die Gelder Hollywoods und der Waffenindustrie zur Finanzierung ihres Wahlkampfs. Laut Hörensagen plant die Filmindustrie schon den nächsten Film mit Realitätsgarantie: die ...

Weiterlesen...
 
<< Start < Zurück 161 162 163 164 165 166 167 168 169 170 Weiter > Ende >>

Seite 165 von 191