Philosophische Tagesmails

Sonntag, 11. März 2012 - Restrisiko

Tagesmail - Montag, den 24. Oktober 2011

Hello, Freunde der Muslime,

allmählich wird der Islam den beiden anderen abrahamitischen Religionen gleichgestellt. Die türkischen Einwanderer sind ja erst in der dritten Generation hier. Nun wird der islamische Religionsunterricht als Regelfach eingeführt.

Doch es sei kein Integrationsunterricht, sagt Bülent Ucar, der islamische Religionslehrer ausbildet. Will er damit sagen, Religion trage nichts dazu bei, dass Menschen sich begegnen können – im Gegenteil: sie spalte? Bei dieser Frage weicht Ucar aus. Wenn man Integration will, solle man Staatskundeunterricht machen.

Wenn man will? Sollte man das auch nicht wollen können? Was passiert bei Widersprüchen zwischen Schule und Elternhaus? Der Unterricht solle, so Ucar, eine Ergänzung sein, kein Gegenmodell zu Familie oder Moscheeschule. Was sich ergänzt, kann sich nicht widersprechen.

Widersprüche scheint es offenbar nicht zu geben. Was in der Schule gelehrt wird, „soll auch kompatibel sein mit den Vorstellungen, Werten und Überzeugungen der Eltern.“ Und wenn sie nicht kompatibel sind: entscheiden dann die Werte der Eltern?

Sind nicht alle drei Heilsreligionen intolerante, alleinseligmachende Ideologien? Alle drei funktionieren nach ...

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Samstag, 10. März 2012 - Der Niedergang der Linken

Tagesmail - Montag, den 24. Oktober 2011

Hello, Freunde der Würde,

ein würdeloser Abschied, die Würde des Amtes, die Würde des hohen Amtes, der würdige Sonnenstrahl an der Seite des Würdelosen. Der würdige Zapfenstreich, die würdige Marschmusik, der semiwürdige katholische Choral der Jericho-Posaunen, (was hat der würdelose ultramontane Papismus im protestantischen Preußen zu suchen? Hier wäre mal wieder ein zünftiger Kulturkampf fällig). Die würdelosen Vuvuzelas.

Und dann: diese unbeugsam-aufrechte, statuarische Körperhaltung der Darsteller, diese preußisch ehernen, wie in Bronze gegossenen Mienen: hat man das Land zuvor noch nicht geliebt, jetzt wird man es ins Herz schließen.

Vor kurzem hieß es, jede Kritik am hohen Amt beschädige das hohe Amt. Wer den neuen Kandidaten auf Herz und Nieren prüfe, denunziere ihn bereits, gibt der „linke“ Harry Nutt zum Besten.

Sie wollen einen König, einen Mose, der sie durch die Wüste führt – aber nicht in 40 Jahren, sondern in 4 Tagen. „Ich will in keiner Republik leben“, sagte mit gestrenger Miene ein Rechtsprofessor bei Anne Will, „in der ein Bundespräsident ...

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Freitag, 09. März 2012 - Wolffsohn

Tagesmail - Montag, den 24. Oktober 2011

Hello, Freunde der Frauen,

ein seltsames Phänomen: erfolgreiche Frauen kriegen ein Kind, nehmen ihre Auszeit – und kehren nicht mehr zurück an ihren Arbeitsplatz, um ihre stolze Karriere fortzusetzen.

Nicht mal in familienfreundlichen Betrieben mit eigenen Kindergärten, wo Familie und Beruf eine umsatzfördernde Harmonie bilden. Meistens bekommen sie ein weiteres Kind, obgleich sie auf viel Geld verzichten müssen und ihr Wohlstandsniveau nicht halten können.

Die Wissenschaft steht vor einem Rätsel. Wer ein Kind zur Welt bringt, „bezahlt dies derzeit mit einem um 64% geringeren Lebenseinkommen. Je anspruchsvoller die berufliche Tätigkeit, desto höher sind die Kosten des Kinderkriegens.“ Sagt ein schlauer Ökonom, für den Kinder Kosten sind. Je mehr eine Frau verdiente, je weniger dürfte sie sich Kinder leisten, ihre Einkommensbußen stiegen unaufhörlich.

Reduziert also das Einkommen der Frauen, damit sie sich Kinder leisten können. Wenn sie nichts mehr zahlen müssten, weil sie nichts mehr hätten, müssten sie am gebärfreudigsten sein.

Und was sagt die noch schlauere „Expertenkommission für Forschung und Innovation“ – also keine ...

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Donnerstag, 08.03.2012 - Tag der Frau

Tagesmail - Montag, den 24. Oktober 2011

Hello, Freunde der Wissenschaft,

nun kommen sie wieder zurück, die in den letzten Jahrzehnten nach Amerika gegangen waren, um Wissenschaft zu betreiben.

Es sind nicht die Honorare allein, die in Deutschland steigen und in Amerika fallen. Es ist auch das bessere deutsche System, das die Wissenschaftler in die alte Heimat treibt: von der guten Labor-Struktur über den „gradlinigen Austausch mit Kollegen“ bis zur gesellschaftlichen Solidarität.

Was nützen Spitzenergebnisse bei der Krebsforschung, wenn 50 Millionen Amerikaner keine Krankenversicherung haben und nicht von den Ergebnissen profitieren? Merken sie das alles jetzt erst, die cleveren Forscher vor dem Herrn? Was ist ein gradliniger Austausch und warum ist der Austausch in Amerika nicht gradlinig?

Sie forschten bislang allein für die Eliten und das ist ihnen nicht aufgefallen? Jetzt, wo der Koloss ins Schlingern kommt, verlassen sie die Titanic? Sie vermissen die Solidarität in Amerika, doch welche Beiträge zur Solidarität haben sie selbst geliefert, als sie sich hierzulande politisch nicht dafür einsetzten, um wissenschaftliche Rahmenbedingungen zu reformieren?

Er habe keine eigenen Erkenntnisse über die russische Wahl. Doch wenn er sich anschaue, wer von Unregelmäßigkeiten spräche wie die Grüne Marieluise Beck, dann zweifle er, ob die Kritik angemessen sei, sagte ein Herr Schröder. In Hannover muss es ...

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Mittwoch, 07. März 2012 - Irankrieg

Tagesmail - Montag, den 24. Oktober 2011

Hello, Freunde Libyens,

was geschieht in dem nordafrikanischen Staat, dem es mit Hilfe des Westens gelang, seinen Despoten zu verjagen? Frauen waren zahlreich an der Revolution beteiligt, nun wollen sie ihre neu errungene Freiheit nicht mehr aufs Spiel setzen. Das wird ein mühseliger Weg.

Da gibt es noch ganz andere Stimmen, die es für inakzeptabel halten, dass Frauen und Männer sich im gleichen Raum aufhalten. In der Öffentlichkeit sollten Frauen am besten gar nicht in Erscheinung treten und wenn sie schon reden müssten, dann nur leise. Westliche Männerkleidung oder Jeans sollten sie nicht tragen. Und wenn, dann unter einer Burka?

Gab es mal „reinrassige Neger“ in Mexiko? In einem modernen Reiseführer hat Alan Posener sie entdeckt, dazu Indianer, die „sich wenig von der höheren Zivilisation“ aneigneten.

Er hätte nur nach Dessau fahren müssen, um einen „Neger“ mitten in Deutschland zu entdecken. Einen toten, der nicht mehr laut reden kann. Der Justiz in Dessau ist die Lust vergangen, aufwändig zu ermitteln, ob Polizisten an seinem Tode schuldig waren. Sie will das Verfahren einstellen.

Kinder, Neger und Frauen standen bei uns noch vor kurzem auf gleicher Ebene, tief unter ...

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Dienstag, 06. März 2012 - Relativieren

Tagesmail - Montag, den 24. Oktober 2011

Hello, Freunde Amerikas,

zwei Dutzend Milliardäre lassen die Puppen tanzen, die im Nebenberuf amerikanische Präsidentschaftskandidaten sind. Direkt dürfen die vielen Millionen nicht an die seriösen Herren überwiesen werden. Dafür sind bestimmte Wahlvereine vorgesehen, die den Namen inniger Kindergebete tragen: „Gib uns die Zukunft zurück“ oder „Mach uns wieder groß“.

Rein zufällig sind die Geschäftsführer der Vereine ehemalige Mitarbeiter der Bewerber um das höchste Amt. George Soros, Popperfan, unterstützt natürlich Obama, doch die Überzahl der Magnaten sind die Sponsoren derer, die sie vor dem Zugriff des nimmersatten Staates schützen werden.

Reichtum soll sich wieder lohnen, man sollte ihn nicht länger verstecken, sich deswegen schämen oder ein schlechtes Gewissen haben müssen. Lieber fröhlich in Geld schwimmen wie Dagobert Duck, als antriebslos und verfettet bei McDonalds herumhängen, wie die gottverlassene, degenerierte Unterschicht.

Sheldon Adelson wird auf 20 Milliarden geschätzt, unterstützt Newt Gingrich und ist einer der besten Freunde Netanjahus. „Ich bin eigentlich dagegen, dass sehr reiche Leute Wahlen beeinflussen“, ist das Motto des Kasino-Magnaten Adelson, „aber solange man es tun kann, tue ich es.“ Ein beeindruckendes, tapferes Motto, sich von seiner eigenen Moral nicht knechten zu lassen.

Nach Meinung gewisser Scholastiker, die bis heute ... 

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Montag, 05. März 2012 - Gauck und Holocaust

Tagesmail - Montag, den 24. Oktober 2011

Hello, Freunde der Angie,

sie wandelt anonym unter uns, morgens verschiebt sie Milliarden, abends kauft sie im Supermarkt eine Flasche Wein mit Lauch, trägt ihre Einkaufstasche allein. Sie ist eine von uns und also lieben wir sie – wenn wir uns denn selbst lieben würden.

Den sozialistischen Sarko-Gegner will sie nicht empfangen. Denn Monsieur Hollande will die Reichen mit 75% Steuern belasten und die Geldpolitik der EU überprüfen. Dieser Mann ist gemeingefährlich und muss von ganz Europa unter deutscher Führung gemobbt werden.

Ist Ségos Exmann schon mal im Supermarkt gesichtet worden? Wer nicht selbst im Supermarkt einkauft, kann auch mit Europas Milliarden nicht umgehen.

Die europäischen Völker sind abgemeldet. Wie könnten ungebildete Massen Vorgänge beurteilen, die Experten nicht verstehen? Irland will eine Volksabstimmung. Wenn das mal keine antideutsche, antieuropäische und antifiskalische Geste ist!

Der frisch unterschriebene Fiskalpakt ist möglicherweise verfassungswidrig, er greift in die Haushaltsautonomie des Bundestags ein. Mit dem heutigen Grundgesetz darf der Bundestag seine Budgethoheit nicht an Brüssel abgeben. Merkel will deshalb ...

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Sonntag, 04. März 2012 - Und vergib uns unsere Schulden

Tagesmail - Montag, den 24. Oktober 2011

Hello, Freunde des Fondue,

ein Armengericht wird in den 70er Jahren zum Hit der neuen Generation. Eigentlich ein Reste-Essen, bei dem harter Käse geschmolzen und mit Brot getunkt wird. Aus Mangel an Geschirr wird zusammen aus der großen Schüssel gefuttert: Fondue war „sozial, sinnlich und befreit“.

Die Zeiten ändern sich, das Neueste ist das gute Uralte, Fondue besiegt im Alleingang die Postmoderne und den Messer- und Gabelkapitalismus.

Was lernen wir daraus? Alles Gute kommt nicht von oben, wem die Welt zu komplex und unübersichtlich ist, der sollte es mit Couscous und Fingern probieren. Hier ist die Fonduetherapie gegen Ausgebranntsein und erotische Mangelerscheinungen.

„Woher kommt plötzlich diese neue Kultur des Miteinander-Teilens?“ Die großen Veränderungen genügen nicht, es müssen auch die kleinen sein. Tauschen, Teilen, Verschenken, Recyceln. Die Rohstoffe werden knapp, Verschwenden können wir uns nicht mehr leisten. Die Reduktion von Überfluss ist noch lange keine Askese, sondern Gesundschrumpfen: schrumpfen, bis wir gesund sind. Und die Natur wieder atmen kann.

Die Gegenstimmen dürfen nicht fehlen. Von Anfang an stand Ökologie unter Totalitarismusverdacht. Die ersten Natur- und Tierschutzgesetze seien ...

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