Philosophische Tagesmails

Mittwoch, 07. März 2012 - Irankrieg

Tagesmail - Montag, den 24. Oktober 2011

Hello, Freunde Libyens,

was geschieht in dem nordafrikanischen Staat, dem es mit Hilfe des Westens gelang, seinen Despoten zu verjagen? Frauen waren zahlreich an der Revolution beteiligt, nun wollen sie ihre neu errungene Freiheit nicht mehr aufs Spiel setzen. Das wird ein mühseliger Weg.

Da gibt es noch ganz andere Stimmen, die es für inakzeptabel halten, dass Frauen und Männer sich im gleichen Raum aufhalten. In der Öffentlichkeit sollten Frauen am besten gar nicht in Erscheinung treten und wenn sie schon reden müssten, dann nur leise. Westliche Männerkleidung oder Jeans sollten sie nicht tragen. Und wenn, dann unter einer Burka?

Gab es mal „reinrassige Neger“ in Mexiko? In einem modernen Reiseführer hat Alan Posener sie entdeckt, dazu Indianer, die „sich wenig von der höheren Zivilisation“ aneigneten.

Er hätte nur nach Dessau fahren müssen, um einen „Neger“ mitten in Deutschland zu entdecken. Einen toten, der nicht mehr laut reden kann. Der Justiz in Dessau ist die Lust vergangen, aufwändig zu ermitteln, ob Polizisten an seinem Tode schuldig waren. Sie will das Verfahren einstellen.

Kinder, Neger und Frauen standen bei uns noch vor kurzem auf gleicher Ebene, tief unter ...

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Dienstag, 06. März 2012 - Relativieren

Tagesmail - Montag, den 24. Oktober 2011

Hello, Freunde Amerikas,

zwei Dutzend Milliardäre lassen die Puppen tanzen, die im Nebenberuf amerikanische Präsidentschaftskandidaten sind. Direkt dürfen die vielen Millionen nicht an die seriösen Herren überwiesen werden. Dafür sind bestimmte Wahlvereine vorgesehen, die den Namen inniger Kindergebete tragen: „Gib uns die Zukunft zurück“ oder „Mach uns wieder groß“.

Rein zufällig sind die Geschäftsführer der Vereine ehemalige Mitarbeiter der Bewerber um das höchste Amt. George Soros, Popperfan, unterstützt natürlich Obama, doch die Überzahl der Magnaten sind die Sponsoren derer, die sie vor dem Zugriff des nimmersatten Staates schützen werden.

Reichtum soll sich wieder lohnen, man sollte ihn nicht länger verstecken, sich deswegen schämen oder ein schlechtes Gewissen haben müssen. Lieber fröhlich in Geld schwimmen wie Dagobert Duck, als antriebslos und verfettet bei McDonalds herumhängen, wie die gottverlassene, degenerierte Unterschicht.

Sheldon Adelson wird auf 20 Milliarden geschätzt, unterstützt Newt Gingrich und ist einer der besten Freunde Netanjahus. „Ich bin eigentlich dagegen, dass sehr reiche Leute Wahlen beeinflussen“, ist das Motto des Kasino-Magnaten Adelson, „aber solange man es tun kann, tue ich es.“ Ein beeindruckendes, tapferes Motto, sich von seiner eigenen Moral nicht knechten zu lassen.

Nach Meinung gewisser Scholastiker, die bis heute ... 

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Montag, 05. März 2012 - Gauck und Holocaust

Tagesmail - Montag, den 24. Oktober 2011

Hello, Freunde der Angie,

sie wandelt anonym unter uns, morgens verschiebt sie Milliarden, abends kauft sie im Supermarkt eine Flasche Wein mit Lauch, trägt ihre Einkaufstasche allein. Sie ist eine von uns und also lieben wir sie – wenn wir uns denn selbst lieben würden.

Den sozialistischen Sarko-Gegner will sie nicht empfangen. Denn Monsieur Hollande will die Reichen mit 75% Steuern belasten und die Geldpolitik der EU überprüfen. Dieser Mann ist gemeingefährlich und muss von ganz Europa unter deutscher Führung gemobbt werden.

Ist Ségos Exmann schon mal im Supermarkt gesichtet worden? Wer nicht selbst im Supermarkt einkauft, kann auch mit Europas Milliarden nicht umgehen.

Die europäischen Völker sind abgemeldet. Wie könnten ungebildete Massen Vorgänge beurteilen, die Experten nicht verstehen? Irland will eine Volksabstimmung. Wenn das mal keine antideutsche, antieuropäische und antifiskalische Geste ist!

Der frisch unterschriebene Fiskalpakt ist möglicherweise verfassungswidrig, er greift in die Haushaltsautonomie des Bundestags ein. Mit dem heutigen Grundgesetz darf der Bundestag seine Budgethoheit nicht an Brüssel abgeben. Merkel will deshalb ...

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Sonntag, 04. März 2012 - Und vergib uns unsere Schulden

Tagesmail - Montag, den 24. Oktober 2011

Hello, Freunde des Fondue,

ein Armengericht wird in den 70er Jahren zum Hit der neuen Generation. Eigentlich ein Reste-Essen, bei dem harter Käse geschmolzen und mit Brot getunkt wird. Aus Mangel an Geschirr wird zusammen aus der großen Schüssel gefuttert: Fondue war „sozial, sinnlich und befreit“.

Die Zeiten ändern sich, das Neueste ist das gute Uralte, Fondue besiegt im Alleingang die Postmoderne und den Messer- und Gabelkapitalismus.

Was lernen wir daraus? Alles Gute kommt nicht von oben, wem die Welt zu komplex und unübersichtlich ist, der sollte es mit Couscous und Fingern probieren. Hier ist die Fonduetherapie gegen Ausgebranntsein und erotische Mangelerscheinungen.

„Woher kommt plötzlich diese neue Kultur des Miteinander-Teilens?“ Die großen Veränderungen genügen nicht, es müssen auch die kleinen sein. Tauschen, Teilen, Verschenken, Recyceln. Die Rohstoffe werden knapp, Verschwenden können wir uns nicht mehr leisten. Die Reduktion von Überfluss ist noch lange keine Askese, sondern Gesundschrumpfen: schrumpfen, bis wir gesund sind. Und die Natur wieder atmen kann.

Die Gegenstimmen dürfen nicht fehlen. Von Anfang an stand Ökologie unter Totalitarismusverdacht. Die ersten Natur- und Tierschutzgesetze seien ...

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Samstag, 03. März 2012 - Mundraub

Tagesmail - Montag, den 24. Oktober 2011

Hello, Freunde Aserbeidschans,

soll der Europäische Sängerwettbewerb in Aserbeidschan boykottiert werden, weil Dissidenten im Gefängnis sitzen und Menschenrechtsverletzungen im Land stattfinden?

Die Menschenrechtlerin Arsu Abdullajewa ist gegen einen Boykott. Die anwesende Weltöffentlichkeit will sie nutzen, um den Diktator zu Reformen zu zwingen. Die TeilnehmerInnen des Wettbewerbs sollen vom Regime die Freilassung aller politischen Gefangenen fordern. Die Pseudodemokratie müsse einer echten Demokratie weichen.

Wenn Musik die einzige Sprache ist, die die Menschheit miteinander verbindet, wäre dies eine Probe aufs Exempel. Welche Rolle werden die TV-Anstalten spielen, um das politische Geschehen in die Welt zu flimmern?

Es geht ein Riss durch die Tagesbeobachter:  1. was die Beurteilung Putins betrifft,  2. vor allem, was Syriens Assad betrifft.

1. Gabriele Krone-Schmalz, ehemalige ARD-Frau in Moskau, lässt kein einziges kritisches Wörtchen an Putin erkennen. Die neue, bis vor kurzem noch undenkbare enorme Bürgerbewegung gegen den Neuzaren scheint sie ...

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Freitag, 02. März 2012 - Heitmeyer

Tagesmail - Montag, den 24. Oktober 2011

Hello, Freunde Israels,

will Netanjahu Krieg gegen den Iran, wie SPIEGEL meint? Oder will er ihn nicht, wie Avi Primor meint?

In den nächsten Tagen wird Israels Premier nach Washington reisen, dort will er bei Obama „um konkrete Zusagen gegen Iran werben.“ Demnächst werde die rote Linie im iranischen Atomprogramm überschritten sein, dann schließe sich das Zeitfenster für eine mögliche Intervention, meint Verteidigungsminister Ehud Barak.

Sämtliche Geheimdienste der USA hätten keine Beweise, dass der Ajatollastaat Atomwaffen herstellen würde. Haben die Geheimdienste nicht schon oft in der Vergangenheit versagt? Es scheint große Spannungen zwischen Washington und Jerusalem zu geben.

Sollte Netanjahus „Werbung“ erfolgreich sein, wird das für viele ein weiterer Beweis für die Macht der „israelischen Lobby“ sein. Dieses Überlegenheitsgefühl, im Konnex ihrer traditionellen Selbsteinschätzung, in der Welt stets allein zu sein, scheinen auch ...

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Donnerstag, 01. März 2012 - Geist und Macht

Tagesmail - Montag, den 24. Oktober 2011

Hello, Freunde Afghanistans,

der massive Einsatz von Militär habe im Lande der Bora-Bora-Höhlen zu nichts geführt, meint die Berliner Zeitung. Der Westen stünde ohne Plan da, ein schneller Rückzug der Besatzertruppen komme aus Gründen der Gesichtswahrung nicht in Frage.

Das Projekt Demokratie und Menschenrechte sei nicht zum Selbstläufer geworden. Wieder einmal müsse eine Besatzungsmacht früher oder später erfolglos das Feld räumen.

Die WELT sieht das Ergebnis auch nicht anders, das ursprüngliche Engagement aber sei notwendig und hochherzig gewesen. Anfänglich sollten nicht nur die Taliban aus dem Weg geräumt, sondern Freiheit, Rechtsstaat und Demokratie ins Land exportiert werden.

Wem universelle Rechte wichtig seien, der könne nicht einfach wegschauen, wenn sie irgendwo in der Welt verletzt würden. „Der Demokratie ist deswegen ein imperialer, grenzüberschreitender Zug eigen, das ist gut so.“

Das war die Linie der Neocons in den USA zur Zeit Dabbeljus, das Gute dürfe mit Gewalt die Welt erobern. Gutes mit Gewalt ist die Definition des Faschismus seit Platons Idealstaat. Doch Popper hat sich nicht durchgesetzt, leider hielt ...

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Mittwoch, 29. Februar 2012 - Postmoderne

Tagesmail - Montag, den 24. Oktober 2011

Hello, Freunde der Demokratie,

die Schnelligkeit der Geldvermehrungscomputer kollidiert mit der Langsamkeit des parlamentarischen Verfahrens. Welche Geschwindigkeit wird sich durchsetzen?

Karlsruhe hat ein wenig die Blitzesschnelle der Finanztransaktionen gebremst und die demokratische Beratungs- und Abstimmungssolidität gestärkt. Ein kleiner Etappensieg, mehr nicht. Wenn die Dominanz der Geldzirkulationen und des Geldes nicht prinzipiell gestoppt wird, werden die Methoden des reiflichen Überlegens und Abstimmens langsam, aber sicher ausgehöhlt.

Das Völkermordgesetz in Frankreich ist verfassungswidrig und verstößt gegen die Meinungsfreiheit, entschied der Verfassungsrat in Paris. Sarko wollte mit dem Gesetz die Leugnung des Völkermords an den Armeniern unter Strafe stellen. Erdogan lobt das Urteil, doch Sarko plant schon ein neues Gesetz.

Langfristig sind alle Gesetze, die korrekte Meinungen vorschreiben, demokratieschädlich. Mag Deutschland mit der Leugnung des Holocaust ein Sonderfall gewesen sein: es wäre an der Zeit, zur demokratischen Wirklichkeit zurückzukehren.

Es ist die Probe aufs Exempel, ob wir unsere Hausaufgaben erledigt und verstanden haben, was vor 70 Jahren geschehen ist. Es kann auf die Dauer nicht förderlich sein, wegen einiger Wirrköpfe und Querschläger das Grundgesetz einzuschränken.

In dieses Kapitel gehört auch, dass das Buch "Mein Kampf" gedruckt und gekauft werden kann. Entweder ...

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