Philosophische Tagesmails

Weltdorf XI

Tagesmail - Freitag, den 23. September 2016

Hello, Freunde des Weltdorfs XI,

„in Beziehungen sind wir alle schlecht“ – also weg mit kitschigen Beziehungen.

In Kindererziehung sind wir noch schlechter – also weg mit spaßverwöhnten Bälgern.

In Lust sind wir miserabel – also weg mit körperlichem Sex. Und her mit den heißen Robotern.

Wenn selbst der „Pornogigant Videorama in Schieflage geraten ist“, muss die Legende von der überhitzten Sexwelle ein Märchen sein. In Wirklichkeit ist Sex zum Aussterben verurteilt.

Sex ist die Verfallsform von Lust, der körperlichen und geistigen Begegnung von Menschen. Elementare Lust verbindet Menschen und erweitert ihre Lust zum Eros an der Welt. Entfremdeter Sex ist quantitative Entleerungsleistung, empathische Lust ist der Kern jeder Politik, die eine feindliche Welt in eine menschliche verwandeln will. Agape – christliche Liebe – ist keine erdverbundene, sich verströmende Lust, sondern benutzt Liebesobjekte, um im Drüben selig zu werden.

Utopien, die vom Eros der Menschen gestiftet werden, sind heute verboten. Von jenen, die technische Phantastereien mächtiger Männer nicht genug bewundern können.

Der eine will mit riesigen Geldern, die er aus seiner Portokasse nimmt, bestimmte Krankheiten für immer ausrotten,

der zweite will mit riesigen Geldern alle Krankheiten überhaupt ausrotten,

der dritte mit genialer Technik den Menschen unsterblich machen.

Diese Menschheitserlösungsphantasien befinden sich noch im ineffizienten status nascendi. Gelänge es dem Dritten, die beiden ersten von seiner ...

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Weltdorf X

Tagesmail - Mittwoch, den 21. September 2016

Hello, Freunde des Weltdorfs X,

Ban ki Moon geht – Merkel kommt. In Deutschland sinkt ihr Stern, also muss sie zum stella maris der Welt aufsteigen. Der deutsche Papst rief und die deutsche Madonna wird entrückt zur Weltenmutter. Merkel wird noch die Wartenburgischen Lutherfestspiele abwarten und sich als neogermanische Reformatorin II im Kampf gegen das Böse der Welt feiern lassen. Dann wird sie auf Adelers Flügeln nach New York schwirren, der Stadt der Masters of Universe. Dort wird sie in einem heroischen Finale die Welt retten – oder nicht. In letzterem Fall hat die Welt es nicht anders verdient.

„Stern des Meeres, leuchte uns und führe uns auf unserem Weg!“ (Benedikt XVI. in einer Enzyklika)

Die lutherische Wartburg hat eine erstklassige Reputation in der deutschen Geschichte:

„In der Zeit des Nationalsozialismus plante der thüringische Gauleiter Fritz Sauckel die Wartburg zu einem „Kulturmittelpunkt des Reiches“ zu machen. Zahlreiche propagandistische Veranstaltungen und Feiern fanden hier statt, wie beispielsweise 1934 die Lutherfeiern der NS-nahen „Deutschen Christen“. 1938 ließ Sauckel das Kreuz auf dem Burgturm durch ein Hakenkreuz ersetzen. Proteste aus der Bevölkerung führten jedoch dazu, dass es bereits nach einem Monat wieder entfernt wurde und das christliche Kreuz wieder an seine Stelle kam. Im Frühjahr 1939 gründeten 13 evangelische Landeskirchen auf der Wartburg das „Institut zur Erforschung und Beseitigung des jüdischen Einflusses auf das deutsche kirchliche Leben“; am 8. Mai des Jahres wurde es hier auch eingeweiht, an seiner Spitze stand der Theologe Walter Grundmann. Die nach 1945 verschwundenen Akten des „Entjudungsinstituts“ wurden erst 1990 nach dem Umzug des Landeskirchlichen Archivs der Öffentlichkeit bekannt.“ (Wiki)

Äußerlich sehen Masters of Universe wie Menschen aus. In Wirklichkeit haben sie die Erdherrschaft längst in ihren Krallen, demnächst das ganze Weltall. Deutsche ...

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Weltdorf IX

Tagesmail - Montag, den 19. September 2016

Hello, Freunde des Weltdorfs IX,

die Volksparteien gehen verschütt, das Volk macht sich aus dem Staub. „Wir sind das Volk“: wer sich selbst als Volk auszeichnet, gilt als räudige Masse. Wer auf sich hält, zählt sich zu den Eliten.

„Europa ist ein Elitenprojekt“, erklärte bei Anne Will (mediale Elite) der deutsche Professor Jaschke (intellektuelle Elite). Niemand in der Runde (allesamt Elitenangehörige) protestierte.

Bemerkte das Publikum, dass es vom Professor zur leicht lenkbaren Masse degradiert wurde? Warum muss das europäische Elitenprojekt scheitern? Weil die Massen es nicht unterstützen.

Arme Eliten, ihr bemüht euch und rackert euch ab, seid fleißig Tag und Nacht, schaut nach vorne und nie zurück, bringt immer gigantischere Leistungen, seid zuständig für Fortschritt und fruchtbare Zerstörung, vernichtet das Alte, schafft das Neue (gleichgültig, ob die Welt es will oder nicht), sorgt für Arbeitsplätze und überfließende Supermärkte, macht Natur überflüssig und erfindet eine neue aus dem hohlen Nichts eures Genies, brecht auf in den Weltenraum, überschreitet alle Grenzen des Kreatürlichen, verwandelt euch endlich in unsterbliche Götter – und kein störrisches Volk dankt es euch.

Löst diese räudigen Massen auf und ersetzt sie durch zuverlässige und intelligente Maschinen. Auf Knopfdruck werden sie euch gehorchen und die Abenteuer des roboter sapiens in allen Winkeln des Weltenraums verkünden.

Eliten, ihr habt Besseres verdient als diese Horden, die nur auf Befehle warten und das Maul aufsperren, damit ihr sie durchfüttert. Vertraut euch, ihr schafft es alleine. Ihr braucht keine neiderfüllten Mitesser, für deren Wohlergehen ihr verantwortlich seid, die euch mit Frechheit und Dreistigkeit danken. Fasst einen heroischen Entschluss, verabschiedet euch von diesen Neandertalern und sorgt dafür, dass ...

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Weltdorf VIII

Tagesmail - Freitag, den 16. September 2016

Hello, Freunde des Weltdorfs VIII,

Als Nigger Jim aus dem Urwald kam
Und sich ein Trambahn-Ticket nahm
//: Zwischen Harley und Manhattan ://
Da brüllten die Herren: Hinaus mit dir,
Was willst du schmutziger Nigger hier
//: Bei unsern weißen Manschetten?! ://
Und sie packten ihn beim Kragen,
Und sie warfen ihn vom Wagen
Hinunter auf den Damm,
Denn die Herrschaften mit der helleren Haut
Die dachten, sie hätten die Stadt gebaut
Und auch die schöne Tram.“   (Ballade vom Nigger-Jim, 1931)

„Theater gegen Gutmenschen und Betroffenheit, Theater für Menschen, die Überfremdung fürchten, aber nicht als rechts oder gar Nazis beschimpft werden wollen: Das ist der Job, den sich Wittenbrink vorgenommen hat. Und so sieht es dann auch auf der Bühne aus. Da ist die platinblonde Gastgeberin, eine naive Willkommenskulturtrulla, die am afrikanischen Flüchtling das imposante Geschlechtsteil schätzt ("Je größer das Elend, desto größer...") Und wenn schon die Afrikaner große Schwänze haben und Muslime ungebildet, dreckig und geil sind – warum dann nicht auch noch Lieder aus grauer Vorzeit hervorholen, als man noch fröhlich von "Niggern" singen durfte?“ (ZEIT.de)

Zeit für D-e-k-o-n-s-t-r-u-k-t-i-o-n! Gutmenschen und politisch Korrekte an die Wand! Deutschland ist vorbildlich in der Entsorgung des Guten, woraus die Ästhetisierung der Moral folgt, ein vornehmes Wort für ihre Demontage. Alle Asselborns der Republik, die es nicht lassen können, inhumane Zustände in der Welt anzuklagen, kommen vor das Standgericht – der Kunst.

Warum ist Deutschland das Land der hohen Künste? Weil es Politik unter seiner ...

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Weltdorf VII

Tagesmail - Mittwoch, den 14. September 2016

Hello, Freunde des Weltdorfs VII,

„Schönmaler, Schlawiner und Scheinheilige“ – welche Nation fühlt sich getroffen?

Die Deutschen können es nicht sein. Mit Ausnahme von zwölf bösen Jahren waren sie immer aufrechte und wahrhafte Denkgiganten, sublime Poeten und extraordinäre Künstler. Immer blieben sie anständig, selbst wenn sie in Blut wateten. Weshalb sie heute so gern von Anstand reden, um das Ekelwort Moral weiträumig zu umgehen. Ihre Geschichte ist eine Perlenkette humaner und demokratischer Glanzleistungen.

Auch die Kanzlerin kann es nicht sein. Nie käme sie auf den Gedanken, deutsche Verhältnisse schön zu malen, beim Bilanzieren ihrer Politik zu schlawinern oder zum Schein heilig zu sein. Ist sie doch eine echte Heilige, „eine wirklich witzige, schlagfertige und ausgesprochen kluge Person“. (WELT.de)

Wie sie demütig an der Kasse des Supermarkts steht, ohn‘ jede Eitelkeit immer die gleiche Uniform trägt, kein böses Wort über ihre politischen Gegner hören lässt und immer aufgeräumt, beruhigend und tröstlich zu ihren Schafen und Untertanen spricht: das kann man nicht spielen, das muss von innen kommen und deutsche Wertarbeit sein. Nicht nur die WELT, auch die Welt bewundert und beneidet die Deutschen ob dieser Spitzenleistungen aus protestantischen Pfarrhäusern. Made in germany hat seinen Klang in der Welt noch nicht verloren.

Nein, es ist ein Republikflüchtiger, der ins Alpenländische floh, weil er deutsche Wertmaßstäbe mit filouhaftem Charme verriet. Deutschlands Kaiser wanken. Warum nur himmeln die Deutschen Ikonen an, die ihre Anbeter rückwirkend selbst entblößen?

Franz Beckenbauer. Der viel Bewunderte enttäuscht erneut seine Fans. 5,5 Millionen Euro hat er sich nach SPIEGEL-Informationen aus dem Sponsorentopf der Sommermärchen-WM gesichert, obwohl er immer beteuert hatte, ehrenamtlich für den Traum von der Heim-WM gearbeitet zu haben. »Beckenbauer war ein Schönmaler, ein Schlawiner, ein Scheinheiliger, zumindest jenseits des Rasens.«(SPIEGEL.de)

Wenn Europa darniederliegt, in Nord und Süd, Ost und West auseinanderbricht, ...

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Weltdorf VI

Tagesmail - Montag, den 12. September 2016

Hello, Freunde des Weltdorfs VI,

Was wäre, wenn das Datum des Weltuntergangs unwiderruflich feststünde? Wie würden sich die deutschen Medien verhalten? Hier eine Auswahl eschatologischer Schlagzeilen.

„Erleben Sie das einmalige und einzigartige Ende der Menschheit – bei uns im live-Ticker!“

„Vom Glauben zum Schauen. Woran Menschen seit Jahrtausenden geglaubt: bald werden sie es mit eigenen Augen sehen. Das Unerhörte, bei uns wird’s Ereignis.

„Jede Krise ist eine Chance: die Menschheit erfindet sich neu. Bei uns können Sie sagen, Sie sind dabei gewesen.“

„Was denkt und fühlt man zum berauschenden Finale? Optimieren Sie sich mit uns zur Apotheose Ihrer Pilgerschaft auf Erden.“

„Die Bibel hat doch Recht und Luther ist ihr Prophet: Pflanzen Sie jetzt ein Apfelbäumchen und harren Sie der letzten Dinge. Bei uns zum einmaligen Sonderpreis.“

„Kinder: Segen oder Fluch beim letzten Gang? Diskutieren Sie bei uns die Phänomene verführerischer Nähe beim allerletzten Loslassen.“

„Armageddon: die endgültige Beantwortung aller Welträtsel. Was den Klügsten auf Erden unlösbar und überkomplex schien: bei uns werden alle Probleme gelöst.“

„Sieger oder Verlierer? Die Geschichte bringt es an den Tag. Gehören Sie zu den Erwählten oder zu den Verdammten? Berechnen Sie die Wahrscheinlichkeit Ihres ewigen Geschicks mit Hilfe unseres johanneischen Apokalyps-O-Mats.“

„Sammeln Sie unverrottbare Schätze und wuchern Sie mit ihnen, bevor es zu spät ist. Jetzt bei uns. Investieren Sie in Fonds der Ewigkeit. Das Seligkeits-Immerdar- ...

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Weltdorf V

Tagesmail - Freitag, den 09. September 2016

Hello, Freunde des Weltdorfs V,

wie viele Jahrhunderte waren Frankreich und Deutschland Erbfeinde? Nun driften sie wieder auseinander. Vor kurzem erst sah ein französischer Intellektueller den nächsten Krieg gegen Deutschland voraus.

Gott soll in jenem Land leben, das ihn aus dem öffentlichen Leben verbannt hat? Oder lebt es sich besonders gut in einem Land der Revolutionäre, die Ihn ohn Erbarmen in Pension schickten, oder noch schlimmer: Ihn in einen Gott der Vernunft verwandelten? Da flüchten wir lieber zu Heinrich Heine, der in den „Reisebildern“ seine zweite Heimat beschrieb:

„Dort amüsiert man sich ganz süperbe, man hat alle möglichen Vergnügungen, man lebt in lauter Lust und Pläsier, so recht wie Gott in Frankreich. Man speist von Morgen bis Abend, und die Küche ist so gut.“

Heine gilt in Deutschland noch immer als Landesverräter. Antiwelsche Tradition steckt den Germanen im Blut:

„Ein echter deutscher Mann mag keinen Franzen leiden, doch ihre Weine trinkt er gern.“

Nationalhass? Nicht für einen Olympier, der über den Niederungen des Daseins schwebt:

„Ich haßte die Franzosen nicht, wiewohl ich Gott dankte, als wir sie los wurden. Wie hätte ich auch, dem nur Kultur und Barbarei Dinge von Bedeutung sind, eine Nation hassen können, die zu den kultiviertesten der Erde gehört und der ich einen großen Teil meiner eigenen Bildung verdanke. Überhaupt ist es mit dem Nationalhaß ein eigenes Ding. Auf den untersten Stufen der Kultur werden Sie ihn immer am stärksten und heftigsten finden. Es gibt aber eine Stufe, wo er ganz verschwindet und wo man gewissermaßen über den Nationen steht.“

Eher verachtete der Weimaraner seine Landsleute, als dass er Napoleon, dem ...

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Weltdorf IV

Tagesmail - Mittwoch, den 07. September 2016

Hello, Freunde des Weltdorfs IV,

treffen sich zwei Weltraumschiffe in den Tiefen des Universums:

Aliens: Fremdlinge, woher des Weges? Was ist euer Begehr?

Menschen (zu sich): gottlob, endlich lebende Wesen. (Zu den Aliens:) Wir dachten schon, wir sind mutterseelenallein im All. Wohin wir wollen? Ach, wenn wir das nur wüssten!

Aliens: Unterwegs sein ist alles, das Ziel ist nichts, wie eure Vordenker sagen?

Menschen: Schön wär‘s! Um ehrlich zu sein: wir fliehen, unser Planet ist bedroht.

Aliens: Klingt gefährlich, sagt an, was geschehen ist, vielleicht können wir von euch lernen. Sind eure Supervulkane ausgebrochen? Bedrohten euch Meteoriten aus dem Weltall? Ist eure Sonne explodiert?

Menschen: Nichts von alledem. Wir Menschen sind es selbst, die ihre Erde ruinieren. Nur wir hier, die ihr seht, waren die einzig Vernünftigen und konnten noch rechtzeitig das Weite suchen.

Aliens: So etwas haben wir noch nie gehört – dabei sind wir schon leidlich herumgekommen in der Milchstraße. Habt ihr Menschen denn keine Vernunft als Geschenk der Natur erhalten? Wie können vernünftige Wesen die Grundlagen ihres Lebens vernichten?

Menschen: Eine berechtigte Frage, nur leider wurde sie von unserer Gattung nie ernsthaft gestellt, geschweige beantwortet.

Aliens: Auch jetzt habt ihr unsere Frage nicht beantwortet.

Menschen: Pardon, wir haben uns daran gewöhnt, Fragen zu stellen, aber keine Antworten zu geben. Wer Antworten hat, macht sich bei uns verdächtig. Unsere ...

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